«The Catch» von T.M. Logan

«The Catch» von T.M. Logan

Titel der Originalausgabe: The Catch
Übersetzung von: Sonja Rebernik-Heidegger
Verlag der dtsch. Ausgabe: Piper

Ein Vater am Abgrund

📚🎧

Abbie stellt ihren Eltern überraschend ihren Verlobten Ryan vor. Ihre Mutter ist entzückt – ach, was für ein höflicher, gut aussehender Mann! Aber bei ihrem Vater Ed schrillen alle Alarmglocken. Zwar kann er es nicht an etwas Konkretem festmachen, aber er ist sich sicher: Er steht einem Psychopathen gegenüber! Und dem soll er seine geliebte Tochter einfach so überlassen? Niemals.

Ed beginnt damit, Ermittlungen über Ryan anzustellen, auf der Suche nach Beweisen, die er seiner Frau und seiner Tochter präsentieren kann. Aber die Hochzeit rückt immer näher, und mit jedem erfolglos verstrichenen Tag wird Ed verzweifelter und obsessiver, überschreitet eine Grenze nach der anderen.

📚🎧

Obwohl die Handlung im Grunde recht einfach gestrickt ist, verleiht T.M. Logan ihr mit unerwarteten Wendungen und psychologischem Tiefgang eine originelle Note. Weder Ed noch Ryan lassen sich in die Karten blicken; die Eskalation des Konflikts geschieht unter der Hand. Im Ungesagten und in liminalen Räumen werden alltägliche Ängste auf die Spitze getrieben.

Es ist beklemmend, Ed dabei zuzusehen, wie er mehr und mehr den Halt verliert. Die Spannung schraubt sich immer weiter hoch, bis man gar nicht mehr weiß, welches Ende das Schlimmere wäre: Dass Ed Recht hat und Ryan wirklich gefährlich ist, oder dass er sich nur in etwa verrannt hat… Ja, manchmal schrappt Eds Verhalten haarscharf an der Grenze des Unglaubwürdigen entlang – aber meist stellt der Autor seinen Zwiespalt und seine Besessenheit nachvollziehbar dar. Im Großen und Ganzen fand ich die Charaktere gut ausgearbeitet.

Irgendwann beschleicht dich beim Lesen das Gefühl, dass es nur noch Verlierer geben kann, denn so oder so wird Abby als Entscheidungsträgerin komplett übergangen.

📚 Fazit 🎧

Lieblingsbuch

Über lange Strecken des Buches war ich mir absolut sicher, die Wahrheit durchschaut zu haben. Dann brachte mich der Autor aber doch noch dazu, alles in Zweifel zu ziehen – und schließlich endete es so, wie ich es mir ursprünglich gedacht hatte. Aber das tat der Spannung meines Erachtens keinen Abbruch. Mit lebendigen Beschreibungen und gelungenen Dialogen erschafft der Schreibstil eine Atmosphäre der Bedrohung und Paranoia, die zu fesseln weiß.

Rezensionen zu diesem Buch bei anderen Blogs

Buchempfehlungen

signature (Leider musste ich die Kommentarfunktion auf WordPress
wegen massivem Spam und Botattacken ausstellen!)