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[ Newsticker ] Literaturnobelpreis 2018 und 2019

Literaturnobelpreis

Letztes Jahr, man erinnert sich, gab es aufgrund der Skandale, die böse am Ruf der Schwedischen Akademie kratzten, keinen Literaturnobelpreis¹ – dafür gibt es dieses Jahr zwei, einen für 2019 und einen rückwirkend für 2018.

Literaturnobelpreis 2018

Olga Tokarczuk (2018)

Den Literaturnobelpreis 2018 erhält die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk, “for a narrative imagination that with encyclopedic passion represents the crossing of boundaries as a form of life” ². („Eine narrative Vorstellungskraft, die mit enzyklopädischer Leidenschaft das Überschreiten von Grenzen als Form des Lebens repräsentiert.“)

Es ist für sie beileibe nicht der erste Literaturpreis. So erhielt sie 2018 zum Beispiel den „Man Booker International“-Preis für ihren Roman „Bieguni“ (dtsch. „Unrast“), aber auch zahlreiche andere Preise für ihr literarisches Werk.

Literaturnobelpreis 2019

Peter Handke
© Francois Mori/​AP/​dpa

Der Name des zweiten Preisträgers, der österreichische Schriftsteller Peter Handke, wird nicht nur den meisten deutschsprachigen Lesern ein Begriff sein. Er erhält den Preis “for an influential work that with linguistic ingenuity has explored the periphery and the specificity of human experience”² . („Ein einflussreiches Werk, das mit linguistischer Erfindungskraft die Peripherie und Spezifität der menschlichen Erfahrung erkundet.“)

Trotz der großen Bekanntheit des Autors, trotz der zahlreichen Auszeichnungen, die er für sein umfassendes Werk erhalten hat, sorgt die Verleihung des Literaturnobelpreises an Handke für Diskussionen. Grund ist eine seit der Veröffentlichung eines Reiseberichts im Jahr 1996⁴ andauernde Kontroverse, die auf Handkes Position im Balkan-Konflikt beruht. Ihm wird eine Verharmlosung der serbischen Kriegsverbrechen vorgeworfen. So schrieb der Germanist Jürgen Brokoff zum Beispiel: „Mit Anleihen beim serbischen Nationalismus werden die Massaker relativiert und die muslimischen Opfer des Bosnien-Krieges verhöhnt.“ ³

Handke selber wies den Vorwurf von sich und vertrat die Position, er setze sich lediglich für eine gerechte Beurteilung Serbiens und für den ehemaligen serbischen Präsidenten Milosevic ein. Im Jahr 2006 trat er bei dessen Beerdigung als Grabredner auf, was die Kontroverse erneut anheizte.

¹ [ Eine Pause für das Vertrauen tagesschau.de ]
² [ The Nobel Prizes in Literature for 2018 and 2019 ]
³ [ Ich sehe was, was ihr nicht fasst , faz.net ]
⁴ [ „Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien“, Suhrkamp-Verlag ]
[ Literaturnobelpreis für Peter Handke wird kontrovers diskutiert, tagesspiegel.de ]
[ Blind vor Ergriffenheit, Zeit Online ]

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