[ Moment Mal! ] (Lese-)Woche #03 2021

Moment mal!

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Was ist ‘Moment mal’?  

Moment mal’ zeigt euch eine Momentaufnahme meiner kleinen Lesewelt. Was ich gelesen habe, gerade lese, lesen will… Und was mir sonst noch so einfällt!

Momentane Lektüre

Alexander Häusser: Noch alle Zeit

Alexander Häusser: Noch alle Zeit

“Nach dem Tod seiner Mutter entdeckt Edvard ein Sparbuch auf seinen Namen. Ein kleines Vermögen hat sich angesammelt. Warum hat seine Mutter ihm das Sparbuch verschwiegen? Steckt vielleicht sein vor 50 Jahren verschwundener Vater dahinter? Jetzt will Edvard die Wahrheit wissen und eine erste Spur führt ihn zu einer Bank in Oslo. Auf der Überfahrt lernt er die junge Berliner Journalistin Alva kennen. Auch sie ist auf der Suche – nach sich selbst.”

(Klappentext)

Die zwei hier im Fokus stehenden Mutter-Kind-Beziehungen sind beide auf ihre ganz eigene Art gestört und bis zu einem gewissen Grad auch toxisch.

Evard:

Protagonist Edvard wurde als Teenager nach dem plötzlichen Verschwinden seines Vaters von der Mutter in eine Erwachsenenwolle gedrängt und damit sicher auch in seiner Entwicklung empfindlich gestört. Auch später als Erwachsener drehte sich sein ganzes Leben nur darum, sich um die Mutter zu kümmern, und nach ihrem Tod stellt er ernüchtert fest, dass er ein alter Mann ist, der nie wirklich gelebt hat.

Warum hat er nie wirklich versucht, sein eigenes Leben für sich zu beanspruchen? Aber er wurde ja geradezu darauf konditioniert, die Lücke zu füllen, die sein Vater hinterlassen hat, da seine Mutter sich nie bemüht hat, damit abzuschließen und ein neues Leben zu führen. Ihr Verhalten Edvard gegenüber war selbstsüchtig und unverzeihlich. Edvard reist spontan nach Norwegen, wohin die letzte Spur zu seinem Vater führt, um endlich zu begreifen, was hinter dessen Verschwinden steckt. Lebt der Vater noch? Er müsste 90 Jahre als sein…

Alva:

Protagonistin Alva ist jung und hat offensichtlich schwerwiegende psychische Probleme. Ständig trägt sie Kopfhörer und hört immer wieder lautstark die gleiche Musik, um die Welt auszublenden – inklusive ihrer kleinen Tochter, die sie einerseits liebt, sich aber andererseits auch von ihr überfordert fühlt. Sie vermisst das Kind nicht, wenn es nicht da ist. Sie macht sich keine Sorgen, wenn die Kleine aus dem Haus stürmt, sie könne auf die vielbefahrene Straße laufen. Aber Alva ist sich stets bewusst, dass sie da nicht normal ist, weiß aber nicht, wie sie es ändern soll. Sex mit ihrem Freund ist etwas, das sie tut, um ihn positiv zu stimmen – aber auch dabei zieht sie die Kopfhörer nicht aus.

Natürlich treffen Edvard und Alva aufeinander, und man merkt im Kontrast: Edvard, von seiner Mutter auf Fürsorge trainiert, kümmert sich zu viel. Alva kümmert sich zu wenig. Die Frage ist, ob sie zusammen ein gesundes Mittelmaß finden können.

Momentane Lesestimmung

Meine Lesestimmung ist etwas durchwachsen.

Ich stelle fest, dass ich das Lesen vor mir herschiebe und lieber male, schreibe oder mich mit Menschen per Telegram-Chat austausche, die wie ich an Lucid Dreaming interessiert sind.

Momentane Interessen

“Lucid Dreaming” bedeutet einfach “Klarträumen” – kurz gesagt die Fähigkeit, im Traum zu realisieren, dass man träumt und den Traum danach zu verändern: Fliegen, auf einem Delfin reiten, Lieblingsorte aufsuchen… Das ist übrigens keine Esoterik, sondern beruht einzig auf Prozessen im Gehirn und wurde schon wissenschaftlich nachgewiesen.

Im Schlaf werden Muskeln ja überwiegend “ausgeschaltet”, damit man geträumte Bewegungen nicht tatsächlich ausführt, was gefährlich werden könnte. Aber was sich im Traumschlaf bewegt, sind die Augen, deswegen heißt diese Phase ja auch REM-Schlaf und REM steht für Rapid Eye Movement. Es ist gelungen, erfahrenen Klarträumern beizubringen, mit einfachen Augenbewegung zu signalisieren, wann sie sich bewusst werden, dass sie sich nur in einem Traum befinden (es ist wohl gar nicht so einfach, diese Augenbewegungen zu steuern, das erfordert Übung!). Durch Messung der Gehirnströme konnte man feststellen, dass diese vor dem Signal und nach dem Signal gravierende Unterschiede aufwiesen und auch anders aussahen als die Gehirnströme von Menschen in normalem Trauschlaf.

Hier wird ein ähnliches Experiment in einem Artikel von “Planet Wissen” erwähnt:

[Link] Traumforschung
[Link] Luzides Träumen – Träume bewusst steuern

Lucid Dreaming ist nicht das Gleiche wie Astralprojektion oder Reality Shifting – bei letztem glauben die Träumer daran, dass sie tatsächlich in eine andere Dimension reisen. Meistens nach Hogwarts. Nein, ehrlich, das ist kein Scherz! Es gibt auf Tiktok und Youtube und Reddit eine Menge Menschen, die glauben, sie reisen jede Nacht in eine parallele Dimension, in der Harry Potter real ist.

Warum interessiert mich Lucid Dreaming?

Ich interessiere mich generell für Hirnforschung und empirische Wissenschaften. Träume sind etwas, über das wir vom wissenschaftlichen Standpunkt gesehen noch erstaunlich wenig wissen, dabei verbringen wir etwa 20–25 % unseres Schlafs in dieser Traumphase des REM.

Ich habe da ein Handycap: ein paar der Medikamente, die ich nehme, verkürzen die REM-Phasen und verlängern auch die “Anlaufzeit”, bis man diese Traumphasen überhaupt erreicht. Vermutlich träume ich deutlich weniger als andere Menschen, aber es gibt Studien, die naheliegen, dass das Gehirn das mit intensiveren Träumen ausgleicht.

Ich bin noch Anfängerin, sozusagen “im Training”.

Das ist richtig Übungssache und erfordert eine Menge Konzentration und Durchhaltevermögen! Der erste Schritt ist, sich besser an seine Träume zu erinnern, indem man sich Erinnerungssysteme beibringt und Traumtragebuch führt, um das eigene Traumschema besser kennenzulernen.

Viele Menschen erinnern sich morgens gar nicht an ihre Träume und gehen daher davon aus, sie hätten nichts geträumt. Aber tatsächlich durchläuft jeder Mensch (vorausgesetzt, es gibt keine massiven Schlafstörungen oder andere Störfaktoren) jede Nacht mehrere Phasen von Traumschlaf. Inzwischen kann ich mich morgens oft an mehrere Träume erinnern und bin dann erstaunt, was ich so alles träume!

Vorgestern hatte ich einen langen Traum, in dem ich 17 Jahre alt und Schülerin in Hogwarts war, wo ich meine mit einem Fluch belegte Zwillingsschwester retten musste. Da hatten wir uns im Chatroom wohl zu lange über die Reality Shifter und ihren Glauben, dass Hogwarts real ist, unterhalten! Die anderen “Dreamers” im Chat haben sich totgelacht.

Are you dreaming?

Der nächste Schritt ist es, während dem Traum zu realisieren: das ist nicht echt, ich träume. Da mache ich Fortschritte – ich hatte ein paar Träume, in denen ich das starke Gefühl hatte, “hier stimmt etwas nicht”. An dieser Stelle soll man einen “Reality Check” machen, um zu gucken, ob man wirklich träumt oder wach ist.

Zum Beispiel kann man im Traum meistens nur schwer lesen und Zahlen neigen dazu, sich zu verändern, wenn man kurz woanders hin schaut. Der häufigste Test ist aber, sich die Nase zuzuhalten und auszuprobieren, ob man trotzdem durch die Nase atmen kann. Kann man das, träumt man.

Das hab’ ich noch nicht drauf – ich realisiere im Traum, dass etwas nicht stimmt, ich habe das starke Gefühl, das ich irgendwas vergessen habe und ich jetzt eigentlich etwas Bestimmtes tun sollte… Aber ich komm nie drauf, dass ich einen Reality Check machen sollte. Ein paar Mal kam ich trotzdem zur Erkenntnis: Das ist nur ein Traum! Ich hab’s geschafft!– und bin dann vor Begeisterung oder vor Schreck aufgewacht. Ach ja.

Zurück zum Lesen!

Momentane Leseplanung

Ich lese gerade oder demnächst:

Are you Dreaming?Bad Regina

Alexander Häusser:
Noch alle Zeit – 280 Seiten

Daniel Love:
Are you Dreaming? – 300 Seiten

David Schalko
Bad Regina – 400 Seiten

Zeit, mal wieder was lesen zu gehen… Was liest du gerade?

Kategorie: Moment mal!

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