Vielversprechende Buchneuerscheinungen September 2022, Teil 1

Vielversprechende Buchneuerscheinungen

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Pastel Bird

Zunächst ein Hinweis: Da es dieses Mal wirklich viel zu viele interessante Neuerscheinungen für nur einen Beitrag sind, gibt es halt zwei Beiträge und hier ist der andere (wird morgen freigeschaltet!):

[Link] Vielversprechende Buchneuerscheinungen September, Teil 2

Vielversprechendes im September 2022

aki Verlag
Deborah Levy Schöne Mutanten

Deborah Levy: Schöne Mutanten

Übersetzung von Marion Hertle

Deborah Levys kühnes Debüt erzählt von Außensei­ter*innen, die rastlos und rasterlos leben und eben da­durch miteinander verbunden sind. In kurzen Passagen blickt Levy durch die Augen der schönen Mutanten auf die Welt. Sie erzählt von der russischen Exilantin Lapinski, ih­rerseits eine Sammlerin von Geschichten, von der Poetin, die am Fließband tiefgefrorene Hamburger formt, vom Nachbarn, der Lapinski eine »schamlose Cunt« nennt, von der anorektischen Anarchistin und der pyromanischen Bankerin, die einst Gemma war, und von einem Lama.

In Schöne Mutanten offenbart Deborah Levy eine Welt, deren Figuren aufbrechen und sich neu zusammen­setzen, sich gegenseitig und ihre Leser*innen abstoßen und anziehen. Roh und bezaubernd und schön und vul­gär. Eine provokative Prosa, die die Kerben, die Europa durchziehen, beschreibt und in den Bruchstellen Sonnen­blumen pflanzt. Levy schreibt mit Scharfsinn und Witz und zieht das Groteske dem Naturalistischen stets vor. Vielleicht zeigt sich erst aus der Distanz die wahre Absurdität unserer Welt, in der zu leben offenbar bedeutet, Geld auszugeben.

(Klappentext)

Johanne Lykke Holm: Strega

Johanne Lykke Holm: Strega

Übersetzung von Hanna Granz

In anregenden und ungehemmten Bildern erschafft Johanne Lykke Holm eine Welt voller Übernatürlichem, voller Ge­heimnisse und der potenziellen Energie von Mädchen an der Schwelle zur Weiblichkeit. Strega lässt sich als Allegorie auf ge­sellschaftliche Riten verstehen, auf die Erwartungen an Frauen und die Gewalt, die wir allzu leicht zulassen – und entfaltet wie ein Zauber noch lange nach dem Lesen seine Wirkung. Strega ist eine einfallsreiche und atmosphärische moderne Gothic­ Novel über neun junge Frauen, die in einem abgelegenen Alpenhotel arbeiten, und darüber, was passiert, wenn eine von ihnen verschwindet. 

Mit Toilettenartikeln, Haarbändern und Notizbüchern in der Tasche verlässt die neunzehnjährige Rafa auf Anweisung ihrer Mutter ihr Elternhaus und die Küstenstadt, in der sie auf­ gewachsen ist. Aus dem Zugfenster sieht sie die beleuchteten Berge und die perfekten Bäume – und das Olympic Hotel, das über dem kleinen Dorf Strega auf sie wartet. Dort bekommt sie die steife schwarze Uniform der Saisonarbeiterin, wie acht andere Mädchen auch, mit denen sie in einem Schlafsaal über­nachtet. Unablässig schuften die Mädchen unter den Blicken ihrer strengen Chefinnen, um alles bereit zu machen für Gäste – die nicht kommen. In ihren freien Momenten flüchten die neun sich in den Kräutergarten und suchen Trost beieinander. Schließlich füllt sich das Hotel doch, für eine wilde, rauschende Party – und dann verschwindet eines der Mädchen. Was folgt, sind tiefe Enthüllungen über die Mythen, die wir jungen Frau­en beibringen, über das, was wir ihnen von der Welt zumuten, und darüber, ob ein sanfteres, schöneres Leben möglich ist.

(Klappentext)

Arche Verlag

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Shirley Jackson: Krawall und Kekse

Shirley Jackson: Krawall und Kekse

Übersetzung von Nicole Seifert

Neben ihrem Talent für das Schaurige war die große amerikanische Autorin Shirley Jackson bekannt für die absurd-komische Betrachtung ihres Lebens als Ehefrau und Mutter von vier Kindern in einem baufälligen Herrenhaus in Vermont. In ›Krawall und Kekse‹, das erstmals 1953 erschien, hadert sie mit liegenbleibenden Autos, Haushaltshilfen, die nicht wiederkommen, und einem selbstvergessenen Ehemann, der mit seinen Nachkommen erst etwas zu tun haben will, wenn sie lesen und schreiben können. Auch die altklugen Kinder tanzen ihr auf der Nase herum: Sohn Laurie erfindet einen aufmüpfigen Klassenkameraden, dem er seine eigenen Streiche anhängt. Tochter Jannie geht nirgends ohne ihre Puppen-Entourage hin, Baby Sally isst eine Spinne und grinst triumphierend.

Dieses Buch ist ein zeitloses Lesevergnügen, das unterschwellig damalige wie gegenwärtige Rollenverhältnisse aufs Korn nimmt. So berührt es alle, die in Mehrfachrollen stecken und die Herausforderungen der sogenannten Work-Life-Balance kennen.

(Klappentext)

Arco Verlag

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Gerd-Peter Eigner: Der blaue Koffer

Gerd-Peter Eigner: Der blaue Koffer

»Gerd-Peter Eigners nachgelassener Roman Der Blaue Koffer«, so bemerkt es der Freund und Autor Alban Nikolai Herbst in seinem Nachwort, »endet, wo sein fiktives Werk beginnt. Die Gattung ließe sich, deshalb auch der Untertitel Ein Werdegang, ›Entwicklungsroman‹ nennen, wäre er nicht derart nah an des Autors tatsächlichem Leben geschrieben …«

Und was für ein Leben. Und was für ein epochaler Text, der verdiente unter die großen Beschreibungen einer ganzen Ära gereiht zu werden – neben Uwe Johnson, Walter Kempowski und die wenigen anderen. Ein unverhofftes Geschenk eines Unangepaßten an die deutsche Literatur.

(…)

(Klappentext)

David Jones Anathemata

David Jones: Anathemata

Übersetzung von Cordelia Spaemann

Wie konnte das nur passieren? Der womöglich größte britische – halbwalisische – Dichter des 20. Jahrhunderts wurde lange einfach übersehen. Selbst in seiner Heimat. Hierzulande ohnehin. Die Rede ist vom auch als modernistischer Maler bedeutenden David Jones – in dem T. S. Eliot als Lektor von dessen erstem Roman In Parenthesis (1937) gleich das Genie erkannte und ehrfurchtsvoll nur noch James Joyce und Ezra Pound (und sich selbst) mit ihm in einem Atemzug nennen mochte. Für die bloße Lektüre von David Jones’ dichterischem Hauptwerk Anathemata – entstanden wohl von 1938 bis 1951 – benötigte W. H. Auden fast ein Jahr, in dem er die Superlative sammelte, das, was ihm da begegnet oder widerfahren war, zu preisen: »Ich fasse mich an den Kopf, ich sehe eins der größten Werke unserer Zeit – und wo bleiben die Salven? Wo bleibt das Geläute?«

Vielleicht war zu fordernd, zu rätselhaft, was da hallt und wie es in vielen Zungen tönt, was sprachlich-klanglich und laut zu lesen als Sprachkunstwerk in den Bann zieht – dank Cordelia Spaemanns kongenialer Nachdichtung sogar auf Deutsch. In wohl keinem anderen Werk der Weltliteratur verschmelzen Moderne und Mythen derart wie in diesem Epos, das auf eine magische keltische Welt verweist, aus der sich auch J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe speiste, in dem sich Sprachen vermischen wie in Finnegans Wake.

(…)

(Klappentext)

(Da die Klappentexte dieses Verlags sehr umfangreich ausfallen, möchte ich damit den Beitrag nicht sprengen, sondern bitte darum, bei Interesse die Cover anzuklicken, um auf der Verlagswebseite den Rest zu lesen!)

Atlantik

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Lara Williams: Die Odyssee

Lara Williams: Die Odyssee

Übersetzung von Eva Bonné

Ein einzigartiger Roman über den Sinn im Leben und die Suche danach

Seit fünf Jahren arbeitet Ingrid auf dem riesigen Kreuzfahrtschiff WA. Ihre Tätigkeiten unterliegen dem Rotationsprinzip: mal bietet sie im Souvenirshop unnütze, aber teure Mitbringsel an, mal lackiert sie den Gästen die Fingernägel, dann wieder muss sie den Schiffspool beaufsichtigen. Zwischendurch gibt es mal einen Tag Landgang, an dem Ingrid sich für gewöhnlich maßlos betrinkt.

Als sie von Keith, dem Schiffskapitän und selbsternannten Guru eines fragwürdigen Mentorenprogramms auserwählt wird, ändert sich die Gleichförmigkeit ihres Daseins. Keith drängt sie zur Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit: eine kaputte Ehe, ein unerfüllter Kinderwunsch und ein exzessives Konsumverhalten treten an die Oberfläche, und Ingrid muss sich die Frage stellen, wie lange sie ihre Vergangenheit noch umschiffen kann.

(Klappentext)

C.H. Beck

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Jochen Schmidt: Phlox

Jochen Schmidt: Phlox

Der Roman ist für den Deutschen Buchpreis nominiert – und es ist tatsächlich mein Patenbuch (ich bin dieses Jahr Buchpreisbloggerin), also werdet ihr auf jeden Fall noch mehr davon hören!

Es ist das letzte Mal, dass Richard Sparka, vertraut aus Jochen Schmidts Roman «Zuckersand», mit seiner eigenen Familie, der Gefährtin Klara und den Kindern Karl und Ricarda, ins geliebte Kindheitsparadies Schmogrow im Oderbruch fährt.

Nach dem Tod der Tatziets, die jahrzehntelang das Haus und den Garten, das Dorf und die Umgebung zu einem Ferienidyll und Hort des richtigen Lebens gemacht haben, wird das Haus abgerissen und das Grundstück verkauft. Richard, verstrickt in die Erziehungskonflikte mit Klara und konfrontiert mit dem Eigensinn der Kinder, will im Gedenken an die «Wunder von Schmogrow» seinen ewigen Kampf gegen die Verhässlichung der Welt fortsetzen. In Erinnerungen und Erkundigungen, mit einer Art Archiv der Geschichte und der geistigen und praktischen Lebensweisheiten der Familie Tatziet, forscht Richard dem Glück Schmogrows nach und entdeckt, dass Vieles in dem naturnahen Selbstversorger-Paradies, mit seiner Liebe zur Dauer und dem Widerstand gegen jegliche Verschwendung, auch dunkle Züge trägt.

Komisch und ernst, geschichtsbewusst und sehr aktuell, detailverliebt und mit dem Blick auf die großen Fragen erzählt Jochen Schmidt von der ewigen Suche nach dem guten Leben.  

(Klappentext)

claassen

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Lauren Groff: Matrix

Lauren Groff: Matrix

Übersetzung von Stefanie Jacobs

Marie ist siebzehn Jahre alt, groß und ungelenk und nach allgemeiner Ansicht ungeeignet für die Ehe und das höfische Leben. Sie verehrt ihre Königin, Eleonore von Aquitanien, doch die verstößt sie mit einem Lächeln: Marie soll Priorin eines abgelegenen Klosters werden, irgendwo im Schlamme Englands, fern von den zärtlichen Zuwendungen ihrer Dienerin. Lebendig begraben in der Gemeinschaft verarmter, frierender, hungernder Nonnen – ausgerechnet sie, die aus einer Familie von Kriegerinnen stammt und alles andere als fromm ist. Doch in der Abgeschlossenheit des Klosters findet Marie für sich und ihre Schwestern ungeahnte Möglichkeiten von weltlichem Einfluss, Wohlstand und neuer Gemeinschaft.

Matrix erzählt die Geschichte einer fehlbaren Heldin: einer Frau – kriegerisch, imposant, machtbewusst, hingebungsvoll –, deren Visionen verlorengehen, wie so viele Stimmen starker Frauen im Lauf der Geschichte. Der neue, flirrend aufregende Roman von Lauren Groff erweckt sie zum Leben und beschwört die utopische Kraft weiblicher Kreativität in einer korrumpierten Welt.

(Klappentext)

dtv

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Karine Tuil: Diese eine Entscheidung

Karine Tuil: Diese eine Entscheidung

Übersetzung von Maja Ueberle-Pfaff

In einem Hochsicherheitstrakt des Pariser Justizpalastes muss die charismatische Untersuchungsrichterin Alma Revel über die Festsetzung oder Freilassung eines blutjungen Mannes entscheiden, gegen den ein Terrorismusverdacht vorliegt. Doch nicht nur beruflich ist Alma extrem gefordert. Ihre Ehe ist am Ende und sie stürzt sich Hals über Kopf in eine Affäre, ausgerechnet mit dem Anwalt, der nun den Terrorverdächtigen verteidigt. Alma trifft eine folgenschwere Entscheidung, die ihr Leben und ihr Land auf den Kopf stellen wird. Was sind wir bereit aufzugeben, um unsere eigene Sicherheit zu gewährleisten?

(Klappentext)

Aurora Venturini: Die Cousinen

Aurora Venturini: Die Cousinen

Übersetzung von Johanna Schwering

Yunas Kindheit ist alles andere als einfach. Zu Hause ist das Geld knapp, die alleinerziehende Mutter streng und lieblos, die schwer behinderte Schwester eine Belastung. Und wegen einer Lernschwäche wird Yuna als einfältig abgestempelt. Dabei hat sie über ihre Umwelt viel zu sagen – und findet in der Malerei schließlich Ausdrucksmöglichkeit und Anerkennung. Doch lüsterne Männer bringen Unheil in die Familie und bedrohen Yunas Freundschaft mit ihren Cousinen. Unverblümt erzählt Yuna von ihrer Jugend im argentinischen La Plata der 1940er-Jahre und der sie umgebenden brutalen Realität. Mit 85 Jahren hat Aurora Venturini einen wahnsinnig originellen Coming-of-Age-Roman geschrieben, der nun endlich auch international entdeckt wird. 

(Klappentext)

Helga Schubert: Lauter Leben

Helga Schubert: Lauter Leben

Lauter Leben begegnet uns in Helga Schuberts Debüt von 1975: Alleinstehende Freundinnen, die so allein gar nicht stehen, ein spätes Mädchen findet unverhofft einen Mann und in einer chaotischen Familie wünscht sich das Kind einen Hund. Mit feiner Ironie und literarischem Gespür fängt Schubert Tragik und Komik des DDR-Alltags ein. Mit einem Nachwort von Sarah Kirsch.

(Klappentext)

Dumont-Verlag

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Ingvild H. Rishøi: Andere Sterne

Ingvild H. Rishøi: Andere Sterne

Übersetzung von Daniela Syczek

Ronja, ihre große Schwester Melissa und ihr Vater leben in Tøyen, einem Arbeiterviertel in Oslo. Sie haben nicht viel, aber sie haben einander. Nun steht Weihnachten vor der Tür – und Ronja wünscht sich endlich einen eigenen Tannenbaum. Nur hat ihr Vater, der viel zu oft viel zu viel trinkt, leider gerade mal wieder seinen Job verloren. Ronja besorgt ihm mit Hilfe eines Freundes, dem Hausmeister, eine neue Anstellung auf dem Weihnachtsbaummarkt. Für ein paar Tage scheint sich alles zum Guten zu wenden: Ihr Vater bleibt nüchtern, es gibt anständiges Essen und vielleicht sogar Weihnachtsgeschenke. Doch als er wieder zu trinken beginnt, ist seine Arbeit – und damit das Einkommen der Familie – erneut in Gefahr. Melissa sieht keinen anderen Ausweg, als auf dem Weihnachtsbaummarkt einzuspringen. Ronja unterstützt ihre große Schwester nach Kräften. Die Arbeit ist hart, der Chef streng und das Wetter eisig. Aber da sind auch drei weise Männer, ein Stern und ein magischer Wald …

Ingvild H. Rishøi hat ein eigenwilliges, anrührendes und doch kitschfreies Weihnachtsbuch geschrieben, das durch die Stimme der jungen Ronja besticht: ein Märchen für unsere Zeit.

(Klappentext)

ecco

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Joyce Carol Oates: Das Unerwartete

Joyce Carol Oates: Das Unerwartete

Übersetzung von Silvia Morawetz

Eine etablierte Schriftstellerin kehrt in ihr Elternhaus zurück und fragt sich, was hätte sein können, wenn sie nie gegangen wäre. Ein Gefängnisinsasse denkt über die Schwere seiner Tat nach. Die Affäre einer Studentin mit einem Professor führt zu einer Schwangerschaft, die ihr Leben für immer verändert …

Das Unerwartete ist eine prägnante Vision alternativer Realitäten, eine Sammlung, die über die Zwänge nachdenkt, denen wir alle aufgrund der Umstände unserer Geburt und unseres Temperaments ausgesetzt sind, und die den konkurrierenden Druck und die Erwartungen, insbesondere an Frauen, untersucht. Fein abgestimmt auf die Nuancen unseres sozialen und psychischen Selbst demonstriert Joyce Carol Oates, warum sie nach wie vor eine unserer berühmtesten und wichtigsten Literatinnen ist.

(Klappentext)

Edition Atelier

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Simone Schönett: Sobald ich »ich« sage, ist mir nicht mehr zu trauen

Simone Schönett: Sobald ich »ich« sage, ist mir nicht mehr zu trauen

Die jenische Schriftstellerin Jana denkt über ihren wenig erfolgreichen politischen Aktivismus nach und über die (Un-)Sichtbarkeit der Jenischen. Eine anstrengende Freundin taucht plötzlich und zu den unpassendsten Gelegenheiten auf – und unpassend ist es für Eva eigentlich immer. Die geltungssüchtige Mutter Thea, die den theatralischen Auftritt liebt, sabotiert gekonnt das weihnachtliche Familienfest. Alwine flüchtet vor ihrer missratenen Tochter, die mit Fußfessel ihr Haus okkupiert hat, und quartiert sich trotz der winterlichen Kälte im Wohnwagen am Fluss ein.

Simone Schönett blickt in ihren zehn Erzählungen in die feinen Zwischenräume der menschlichen Abgründe. Souverän seziert sie festgefahrene Beziehungen, lässt lustvoll Kartenhäuser zusammenfallen und treibt ihre Figuren aus der Komfortzone.

(Klappentext)

Eisele

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Ruth Ozeki: Die leise Last der Dinge

Ruth Ozeki: Die leise Last der Dinge

Übersetzung von Andrea von Struve

Ein Jahr nach dem Unfalltod seines Vaters beginnt der dreizehn Jahre alte Benny Oh Stimmen zu hören. Es sind die Stimmen der unbelebten Gegenstände in seinem Zuhause – seine Sneakers, eine zerbrochene Weihnachtskugel, ein Blatt welker Salat. Gleichzeitig beginnt seine Mutter Annabelle, immer mehr Dinge zu horten, bis es kaum mehr einen freien Platz auf dem Fußboden gibt. Mutter und Sohn drohen in ihrem seelischen Chaos den Halt zu verlieren – bis sie auf ein Buch stoßen, das sie womöglich zu retten imstande ist …

Mit liebenswerten Figuren, einer fesselnden Geschichte und der Auseinandersetzung mit den Themen Trauer, Erwachsenwerden und unser Verhältnis zu materiellen Dingen legt die vielfach preisgekrönte Ruth Ozeki einen klugen, verspielten, mitreißenden, herzerwärmenden und absolut einzigartigen neuen Roman vor.

(Klappentext)

Elster & Salis

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Nina Bouraoui: Erfüllung

Nina Bouraoui: Erfüllung

Übersetzung von Nathalie Rouanet

Algier 1977. Michèle Akli ist eine 38-jährige Französin, die ihrem algerischen Mann Brahim nach der Unabhängigkeit 1962 nach Algier gefolgt ist. Sie leben mit ihrem 10-jährigen Sohn Erwan in einem kleinen Haus über der Stadt. Michèle Akli geht einkaufen, unternimmt Strandausflüge mit ihrem Sohn, hat jedoch sonst wenig Freiheiten und fühlt sich nach den Jahren im fremden Land zunehmend verloren.

In diesem Sommer 1977 gibt sich Michèle Akli, mit ihrem Tagebuch als einzigem Halt, einer großen Melancholie hin. Das Verlangen nach ihrem Mann ist erloschen, ihre ganze Leidenschaft gilt dem opulenten Garten und ihrem Sohn Erwan. Sie beobachtet, wie ihr Sohn heranwächst, und ist eifersüchtig auf alle, die sein Herz stehlen könnten, so wie »Bruce«, Erwans neue beste Freundin. Bruce ist ein ganz besonderes Mädchen, sie hat ihren Spitznamen als Hommage an ihr Idol Bruce Lee gewählt. Während die Freundschaft zwischen den beiden Kindern immer tiefer wird, lernt Michèle auch Bruces äußerst moderne Mutter Catherine kennen, und Michèles gesamte Existenz gerät ins Wanken.

Vor dem Hintergrund der Schönheit der Natur einerseits und des als bedrohlich empfundenen Regimes andererseits gelingt Nina Bouraoui ein nuanciertes Frauenporträt und ein Roman von großer Sinnlichkeit und Intimität über das Ende der Kindheit, die Irrungen der Liebe und die Sehnsucht, die einem den Verstand rauben kann.

(Klappentext)

Fischerverlage

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Javier Marías: Dein Gesicht morgen

Javier Marías: Dein Gesicht morgen

Übersetzung von Elke Wehr, Luis Ruby

Jaime Deza hat die Begabung, hinter den Gesichtern von Menschen ungeahnte Seiten zu erkennen, auch bei sich selbst. Der Spanier wird für den britischen Geheimdienst rekrutiert. Beim Entschlüsseln von Gesprächen und Gesten entdeckt er, dass unter der scheinbar friedlichen Oberfläche unserer Welt stets die Verführung zu Lüge und Gewalt droht, wie ein Gift, das uns langsam eingeflößt wird. Die Abgründe menschlicher Leidenschaft verbinden sich aufs Unheimlichste mit den gewaltsamen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. 
Ursprünglich in drei Teilen erschienen, gilt dieser in jeder Hinsicht monumentale Roman als Gipfelwerk des Weltautors Javier Marías.

(Klappentext)

Hanser

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Beatrix Kramlovsky: Frau in den Wellen

Beatrix Kramlovsky: Frau in den Wellen

Joni wächst in der provinziellen Enge der Nachkriegsjahre auf. Als junge Diplomatengattin beschreitet sie das politische Parkett Ostberlins. Zu ihren Kindern, die beim Vater leben, hält sie engen Kontakt, während sie als Regierungsberaterin um die Welt jettet. Und während Joni versucht, den Erwartungen als Frau und Mutter zu genügen, wird ihr unangepasstes Leben plötzlich öffentlich debattiert. Sie muss erkennen: Auch ein noch so unabhängiges Frauenleben bleibt fragil.
Beatrix Kramlovsky erzählt die mitreißende Geschichte einer willensstarken, unkonventionellen Frau, die stets auf dem Drahtseil zwischen Unabhängigkeit und Eingebundensein balanciert.

(Klappentext)

Stefano Massini: Die Lehman Brothers

Stefano Massini: Die Lehman Brothers

Übersetzung von Annette Kopetzki

Am 11. September 1844 setzt ein Jude aus Bayern seinen Fuß in das gelobte Land Amerika. Es ist Heyum Lehmann, der sich in Henry Lehman umbenennt und ein winziges Stoffgeschäft in Alabama eröffnet, wohin ihm seine Brüder folgen. Bald wächst der Familienbetrieb in schwindelerregende Höhen, vom Baumwollhandel über andere Investitionen bis zum Giganten an der Wall Street. 2008 bricht die amerikanische Bank „Lehman Brothers“ zusammen und läutet den Kollaps des Finanzmarktes ein. Stefano Massinis international gefeiertes Buch erzählt mit sprudelndem Witz und Brecht’scher Intensität eine schillernde Auswanderergeschichte und eine unheimliche Parabel über den Kapitalismus. Sinnlich, lehrreich und spannend zugleich.

(Klappentext)

Dylan Thomas: Unterm Milchwald

Dylan Thomas: Unterm Milchwald

Übersetzung von Jan Wagner

Das legendäre Werk des walisischen Dichters Dylan Thomas in einer neuen, funkelnden Übersetzung von Jan Wagner, der ‚Unterm Milchwald‘ als das schönste Stück Literatur bezeichnet, „das jemals über den Äther lief“. Der Morgen beginnt in dem kleinen Fischerdorf Llareggub an der walisischen Küste. Wir folgen den Bewohnern in ihre Träume, wir sitzen in den Stuben, hören die Gespräche in einer Schenke, lugen in die Brautkammern unverheirateter Mädchen, erfahren von den Wünschen des blinden Kapitäns Cat und folgen insbesondere den heimlichen Liebespaaren hinauf in den Milchwald. Eine einzigartige „Prosa mit Blutdruck“, die von Bildern, Lautmalereien, Wortspielen schier zu bersten scheint.

(Klappentext)

Haymon Verlag

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Hoffmann und Campe

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Fríða Ísberg: Die Markierung

Fríða Ísberg: Die Markierung

Übersetzung von Tina Flecken

Was passiert, wenn Ideen zu Ideologien gerinnen? Poetisch, scharfsichtig und eindringlich erzählt Fríđa Ísberg von einer Gesellschaft, die per Gesetz Klarheit über Gut und Böse schaffen will.

Island in naher Zukunft. Um die öffentliche Sicherheit zu erhöhen, sind bestimmte Wohngebiete nur noch für sogenannte markierte Menschen zugänglich, deren moralische Vertrauenswürdigkeit durch einen Empathie-Test nachgewiesen wurde. Bei den anstehenden Wahlen wird sich entscheiden, ob die allgemeine Markierungspflicht gesetzlich verankert wird.

Ob die skeptische Lehrerin Vetur, der einflussreiche Psychologe Óli, die Geschäftsfrau Eyja oder der Schulabbrecher Tristan: Egal welchen Hintergrund sie mitbringen und egal, ob sie die gesellschaftlichen Veränderungen befürworten, hinnehmen oder aktiv gegen sie angehen – sie alle geraten in den Strudel der Verwerfungen einer Gesellschaft, deren neue Spielregeln explosive Folgen haben.

(Klappentext)

KiWi

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Feridun Zaimoglu: Bewältigung

Feridun Zaimoglu: Bewältigung

Wo kippt Recherche in Obsession? Wann beginnt Kunst toxisch zu werden für ihren »Schöpfer«? Und gibt es Stoffe oder Themen, die sich der literarischen Bewältigung entziehen, weil sie zu giftig sind? Feridun Zaimoglu hat einen virtuosen Künstlerroman geschrieben über jemanden, der sich vornimmt, Adolf Hitler zum Protagonisten seines neuen Buches zu machen.

Zu Beginn scheint es eine normale Vorarbeit zu sein, eine schwierige zwar, aber keine unvertraute. Denn Schreiben bedeutet immer Anverwandlung, eine Nähe zum Material ist absolut notwendig. Was aber, wenn das Material sich nicht bewältigen lässt und beginnt, ein zerstörerisches Eigenleben zu führen? Die Recherchereise des Autors an »Schauplätze« Hitlers, führt ihn immer tiefer hinein in die Gedankenwelt seines Protagonisten. Die Bayreuther Festspiele, München, Obersalzberg: ein surrealer Fiebertraum.

Doch es ist auch eine Reise zurück in der Zeit, in seine Jugend in die Stadt Dachau Mitte der 1980er, wo er zur Schule ging nicht weit von der Stelle, wo die Nationalsozialisten 1933 das erste KZ errichteten. In Kiel, an seiner Schreibmaschine, versucht er seine Figur literarisch zu entfesseln und zugleich zu bannen. Und verliert Schritt für Schritt die Kontrolle über sein Projekt und mehr und mehr auch sich selbst.

(Klappentext)

Jan Faktor: Trottel

Jan Faktor: Trottel

Ein weiteres Buch, das dieses Jahr auf der Longlist des Deutschen Buchpreises steht!

Von der Prager Vorhölle, einer schicksalhaften Ohnmacht, einem Sprung und dem seltsamen Trost von Chicorée. Mit »Trottel« ist Jan Faktor ein wunderbar verspielter, funkelnder, immer wieder auch düsterer, anarchischer Schelmenroman gelungen.

Im Mittelpunkt: ein eigensinniger Erzähler, Schriftsteller, gebürtiger Tscheche und begnadeter Trottel, und die Erinnerung an ein Leben, in dem immer alles anders kam, als gedacht. Und so durchzieht diesen Rückblick von Beginn an auch eine dunkle Spur: die des »engelhaften« Sohnes, der mit dreiunddreißig Jahren den Suizid wählen und dessen früher Tod alles aus den Angeln heben wird.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte des Trottels dabei in Prag, nach dem sowjetischen Einmarsch. Auf den Rat einer Tante hin studiert der Jungtrottel Informatik, hält aber nicht lange durch. Dafür macht er erste groteske Erfahrungen mit der Liebe, langweilt sich in einem Büro für Lügenstatistiken und fährt schließlich Armeebrötchen aus. Nach einer denkwürdigen Begegnung mit der »Teutonenhorde«, zu der auch seine spätere Frau gehört, »emigriert« er nach Ostberlin, taucht ein in die schräge, politische Undergroundszene vom Prenzlauer Berg, gründet eine Familie, stattet seine besetzte Wohnung gegen alle Regeln der Kunst mit einer Badewanne aus, wundert sich über die »ideologisch morphinisierte« DDR, die Wende und entdeckt schließlich seine Leidenschaft für Rammstein.

(Klappentext)

Thomas Melle: Das leichte Leben

Thomas Melle: Das leichte Leben

Thomas Melles neuer Roman zeigt kaleidoskopartig die Auswüchse einer übersexualisierten Gesellschaft, »Das leichte Leben« ist die lange eingekochte Essenz unserer Gegenwart – schmerzhaft, komisch, brutal genau. Der neue, lang erwartete Roman eines der großen Schriftsteller unserer Zeit, der laut WELT »der Weltliteratur nahe« ist. 

Jan und Kathrin hatten mal alles, ihr leichtes Leben ließ sie schweben durch eine Welt, die dem schönen Paar vor allem wohlgesonnen war. Doch dieser Zustand ist ihnen abhanden gekommen. Zu schnell verändert sich die Welt um sie herum und sie selbst fühlen nur Stillstand, sind gefangen in den Konventionen der Ehe und des bürgerlichen Lebens. Kathrin war mal eine gehypte Schriftstellerin, heute fristet sie ihr Dasein als Aushilfslehrerin und versucht sich bei einer Sexparty wieder zu spüren. Jan, ein berühmter TV-Journalist, wird geplagt von einem anonymen Erpresser, der Nacktfotos von ihm als Internatsschüler verschickt. Während ihr Mann panisch fürchtet, dass sein schreckliches Geheimnis ans Licht kommen könnte, begehrt Kathrin ausgerechnet den wunderschönen und mysteriösen Freund ihrer Tochter Lale, der dazu noch ihr Schüler ist.

Nach seinem autofiktionalen Roman »Die Welt im Rücken«, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand und in 22 Sprachen übersetzt wurde, liefert Thomas Melle mit seinem neuen Buch eine literarische Bestandsaufnahme einer Gesellschaft getrieben von Sehnsucht, eben nach dem leichten Leben. 

(Klappentext)

Hier findet ihr meine Auswahl der Neuerscheinungen der letzten Monate.

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