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[ Rezension ] Power Women – Geniale Ideen mutiger Frauen

Power Women - Geniale Ideen mutiger Frauen
Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir von Netgalley im Auftrag des Verlags zur Verfügung gestellt.

© Titelbild ‘Power Women – Geniale Ideen mutiger Frauen’: Ars Edition

Wahre Geschichten von Frauen, die die Welt verändert haben

Meine Meinung

Das Buch ist ein tolles Geschenk für kleine Mädchen, die Großes mit ihrem Leben vorhaben. 25 ganz unterschiedliche Frauen werden vorgestellt: Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Sportlerinnen, Schauspielerinnen, Politikerinnen, Autorinnen und, und, und… Beispiele, dass man als Frau absolut alles erreichen kann, wenn man sich anstrengt und nicht entmutigen lässt!

Von einigen davon haben die meisten Kinder sicher zumindest schon gehört.

Kleopatra zum Beispiel, oder Emma Watson, die in den “Harry Potter”-Filmen die Hermine Granger gespielt hat. Aber auch da finden sich in den Kurzbiografien überraschende Dinge – nicht nur für Kinder! Wer weiß schon, dass Kleopatra zwar in Ägypten geboren wurde, ihre Familie aber aus Griechenland stammte und sie eigentlich mit vollem Namen Kleopatra VII. Thea Philopator hieß? Sie sprach zuerst nicht einmal Ägyptisch, das lernte sie erst später.

Aber es gibt auch Biografien von Frauen, die den meisten Kindern wahrscheinlich nicht bekannt sind.

Wie Murasaki Shikibu (Japans allererste Romanautorin), Emmeline Prankhurt (eine britische Frauenrechtlerin) oder Wangari Muta Maathai (eine kenianische Wissenschaftlerin, Professorin und Politikerin). Die Texte sind kurz und kindgerecht geschrieben, aber sie sind interessant und laden vielleicht sogar zu weiteren Nachforschungen ein.

Die ‘Power Women’ sind teils schon vor langer Zeit gestorben, teils erst vor kurzem, und es sind auch solche dabei, die heute noch leben.

Und das bringt mich leider auch zu einem Punkt, der mich an dem Buch wirklich gestört hat:

Nach jeder Kurzbiografie folgt eine ganz moderne Frage zu einem Problem aus dem Leben junger Leserinnen – Mobbing, Geschwisterneid, stressige Hausaufgaben usw. – und eine Antwort, die die ‘Power Women’ nach Ansicht der Herausgeberinen vielleeeeeeiiiicht darauf gegeben hätten. Eigentlich eine richtig geniale Idee!

Aber dabei hatte ich nicht das Gefühl, dass wirklich auf die Lebenswirklichkeit der Frauen eingegangen wird. So richtig glaubhaft fand ich es deswegen zum Beispiel nicht, dass Katharina die Große Mobber auf WhatsApp blocken und einem Lehrer davon erzählen würde. Auch bei Rosa Parks bezieht sich die Frage auf ein eher kleines Problem bei WhatsApp, dabei hätte es bei ihr viel besser gepasst, wenn es um Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe gegangen wäre – das ist ein Problem, das viele Kinder im echten Leben haben! Rosa Parks hat so viel bewirkt, wenn es um die Rassentrennung geht, da finde ich es schon traurig, dass sie mit der WhatsApp-Frage so herabgesetzt wird.

Oft beginnt die Antwort auch mit sowas wie “Wir sind nicht sicher, was xyz vorgeschlagen hätte, aber…” oder “Vielleicht würde sie dir raten, dass…”

Bei Frauen, die nicht mehr leben, ist das ja der einzig mögliche Weg – aber hätte man Frauen, die noch leben, nicht fragen können, was sie tatsächlich zu einem Problem zu sagen haben? Ich kann mir vorstellen, dass zum Beispiel Michelle Obama oder Emma Watson für so ein Buchprojekt eine Antwort gegeben hätten.

So finde ich diese Antworten wenig inspirierend, weil sie nicht von den ‘Power Women’ selber stammen.

Aber noch etwas Positives zum Schluss:

Acht Illustratoren und Illustratorinnen haben das Buch wunderbar ausgeschmückt, wobei die Bilder vom Stil her sehr gut zu der jeweils vorgestellten Frau passen.

Fazit

Ein interessantes Sachbuch für junge Leserinnen: 25 Frauen, die in ihrem Leben viel bewirkt haben, werden in kurzen Biografien vorgestellt, dazu gibt es sehr schöne, abwechslungsreiche Illustrationen.

Nicht so gut gelungen fand ich die erdachten Antworten der Frauen auf Fragen, die junge Mädchen heute beschäftigen – die sind mir ein bisschen zu oberflächlich und haben wenig mit dem Leben der Frauen zu tun –, aber insgesamt ist es dennoch ein gelungenes Buch, das sich auch prima als Geschenk eignet.

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Wertung 80 Prozent

TitelPower Women – Geniale Ideen mutiger Frauen
OriginaltitelWhat would she do?
Autor(in)Diverse
Übersetzer(in)Andreas Jäger
Verlag*Ars Edition
ISBN*3845828625
978-3845828626
Seitenzahl*112
Erschienen am*18. Juni 2018
GenreSachbuch für Kinder
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches

Die folgenden Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung :

Das Buch auf der Seite des Verlags
Das Buch bei buchhandel.de

_________________________
Liebe Grüße,
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6 thoughts on “[ Rezension ] Power Women – Geniale Ideen mutiger Frauen

    1. Huhu Mella,

      für kleine Mädchen würde ich es als Elternteil wahrscheinlich trotzdem kaufen, um sie zu ermutigen, dass sie genauso viel schaffen können wie die Jungs. 🙂 Die Kurzbiografien an sich waren sehr interessant.

      LG,
      Mikka

  1. Huhu =)
    Ich habe das Buch auch gerade gelesen und rezensiert.
    Das Frage-Antwort Spiel fand ich aber in den meisten Fällen, genau wie du doof. Gut gefallen hat mir die Antwort von Dr. Jane Goodall, wo auf den Wunsch anch einem Haustier geraten wird, erstmal im Tierheim auszuhelfen um zu sehen ob man bereit ist Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Das ist ein nützlicher und sinvoller Tipp, die meisten gingen aber ziemlich an der Realität vorbei. Als ob jemand, der sämtliche seiner Mitschüler bei Whatsapp blockt und anschließend alle beim Lehrer verpetzt zukünftig weniger gemobbt wird. Im Gegenteil derjenige würde dann erst recht zur Zielscheibe.
    Diese Probleme sind viel zu komplex um sie mit einer einzigen lapidare Antwort zu lösen.

    Btw, ich kann die auch sehr “Gute Prinzessinnen kommen ins Märchen, böse schreiben Geschichte” von Linda Rodriguez McRobbie empfehlen (Rezi gibts auf meinem Blog). Dort werden Prinzessinen vorgestellt die so gar nicht in das Märchenprinzessin Klischee passen, weil sie ihen Thron kurzerhand selbst erobern oder sich im Ringkampf austobten.

    LG Sandra

    1. Huhu Sandra,

      stimmt, die Antwort von “Jane Goodall” (die hätte man doch zum Beispiel wirklich fragen können, statt sich was auszudenken) war brauchbar. Aber die anderen… Ja, genau, viele der restlichen Antworten waren nicht wirklich gut gelungen, sehr schade.

      Oh, ich wusste gar nicht, dass das Buch von Linda Rodriguez McRobbie ins Deutsche übersetzt wurde! Ich habe von “Princesses behaving badly” schon mal eine englische Rezension gelesen.

      LG,
      Mikka

  2. Hi Mikka,
    ich hab mir genau dasselbe wie du überlegt, warum um alles in der Welt, hat man z.B. Emma Watson nicht selbst zu dem Problem befragt, anstatt sich zu überlegen, was sie antworten *könnte*, das ist doch einfach lächerlich.
    Bei Rosa Parks, da hast du recht, sie hätte eher einen Tipp zu einem anderen Problem geben können. Grad die WhatsApp-Probleme fand ich meistens nicht so passend zu der Person.
    Komisch fand ich das bei einer Frau, wo sinngemäß gesagt wurde, damals hätte sie sich durch Gewalt gewehrt, aber heutzutage würde sie eher über ihre Probleme reden… ja, is klar.
    Mir waren die Texte zu kurz, ich fand es als Lexikon ganz okay, aber jede Kurzbiografie hat für mich dutzende Fragen aufgeworfen …
    Ich hab dich bei mir verlinkt: https://buchvogel.blogspot.com/2018/08/rezension-power-women.html
    LG,
    Daniela

    1. Huhu Daniela,

      ja, ich denke auch, dass es doch viel sinnvoller gewesen wäre, die noch lebenden Fragen einfach selber zu fragen. Vielleicht war das eine Preisfrage? Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand viel Geld für die Beantwortung einer Frage genommen hätte… Danke fürs Verlinken, ich werde deine Rezension umgekehrt auch verlinken! 🙂

      LG,
      Mikka

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