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[ Rezension ] Simone Veenstra: Sind dann mal weg

Simone Veenstra: Sind dann mal weg

© Titelbild “Sind dann mal weg”: Heyne-Verlag
© Foto: A.M. Gottstein

Handlung

“Tina langweilt sich in der Seniorenresidenz Schafweide zu Tode. Einziger Lichtblick: Die Rätselabende mit dem schmucken Kapitän a.D. Ole Erickson, dem Lebemann Paul, der glamourösen Hedi und dem schüchternen Männi. Doch als Ole eines Abends mitten im Rätselraten tot umfällt, ist der Spaß vorbei. Oles letzter Wunsch war es, dass seine Asche im norwegischen Finnfjordvær ins Meer gestreut wird. Tina und ihre Freunde nehmen die Herausforderung an und machen sich mit Oles Asche auf den Weg gen Norden.”
(Klappentext)

Meine Meinung

“Sind dann mal weg” ist eine bewegende Geschichte über das Altwerden – und das Jungbleiben.

Die Autorin spricht durchaus ernste Themen an: so will ihre Heldin Tina sich ganz am Anfang des Buches umbringen, weil sie sich  im Altersheim zutiefst einsam und fehl am Platz fühlt, und der Sohn des alten Kapitäns Ole interessiert sich nicht im geringsten für die Wünsche seines Vaters.

Aber das Buch verbindet diese ernsten Themen mit einem wunderbaren, warmherzigen Humor.

Tina findet wider Erwarten gute Freunde im Altersheim und damit auch wieder echte Lebensfreude. Als der allseits beliebte Kapitän Ole plötzlich stirbt, ist das zwar Anlass zu tiefer Trauer – aber es ist auch der Beginn einer verrückten, aufregenden Reise: Tina, Paul, Hedi und Männi stehlen Oles Asche, um sie ins norwegische Meer zu streuen.

Und das führt zu jeder Menge unvorhergesehener Probleme, aber die entschlossenen Senioren lassen sich durch nichts und niemanden aufhalten.

Ob sie jetzt mit wildfremden Dänen eine wilde Geburtstagsfeier feiern  oder Drogenspürhunde mit Leckerli bestechen, ich fand die Geschichte von vorn bis hinten unterhaltsam und spannend. Sogar ein bisschen Romantik darf dabei nicht fehlen, denn Tina und ihre Freunde sind definitiv nicht zu alt für die Liebe.

Die Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen, und so habe ich auch das ein oder andere Tränchen vergossen.

Das Wunderbare an diesem Buch ist, dass hier beides zugelassen wird: das Traurige und das Lustige. So nach und nach zeigen die verschiedenen Charaktere, dass sie mehr Tiefgang zu bieten haben, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, und das machte sie in meinen Augen sehr lebensecht.

Auch wenn die Geschichte manchmal quietschbunt am Rande der Glaubwürdigkeit entlang schrappt, will man sie glauben, und man will, dass sie ein Happy End findet.

Der Schreibstil führt locker-leicht und beschwingt durch dieses Abenteuer, und bei allem Humor geht die Wahrhaftigkeit der Gefühle nie verloren.

Fazit

Mit Einfallsreichtum und ganz viel Humor erzählt Simone Veenstra die Reise einer Gruppe von Senioren, die aus dem Altersheim ausbrechen und die Asche eines guten Freundes stehlen, um ihn ins norwegische Meer zu streuen – koste es, was es wolle.

Auch wenn ich schon nach wenigen Kapiteln die ersten Tränen vergossen habe: “Sind dann mal weg” ist ein ganz großartiges Buch, das nicht nur ans Herz geht, sondern auch verdammt viel Spaß macht.

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Wertung4,5 von 5 Sternen
TitelSind dann mal weg
Originaltitel
Autor(in)Simone Veenstra
Übersetzer(in)
Verlag*Heyne
Seitenzahl*400
Erschienen am*9. Oktober 2017
GenreGegenwartsliteratur
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches

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2 thoughts on “[ Rezension ] Simone Veenstra: Sind dann mal weg

  1. Hallo Mikka,
    danke für die Vorstellung. Das ist eines der Bücher, bei denen ich schon im Auge habe, wem ich sie schenken werde (und es vorher selbst lesen, hihi – mach eigentlich nur ich das oder ist das verbreitet? )
    Ich hab dich übrigens hier getaggt, bei den Netzschätzen, vielleicht hast du ja Lust, mitzumachen – würde mich freuen.
    LG,
    Daniela

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