Monatsrückblicke

#Zurückgeschaut : Lesemonat September 2019

Zurückgeschaut

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© Beitragsbild: KeJas-BlogBuch / das © der Cover liegt bei den jeweiligen Verlagen

Buchiger Rückblick auf den September 2019

Ich kombiniere meinen Monatsrückblick mit der Aktion #zurückgeschaut, die sich Kerstin und Janna vom Blog KeJas-BlogBuch ausgedacht haben. Es geht dabei um Neuzugänge und die aktuelle Lektüre, Geheimtipps, Highlights oder Flops, Zitate und was einem sonst noch so einfällt…

NewIn = Neuzugängeposts

Waaaas? Im September gab es keinen Neuzugänge-Beitrag?! Seit wie vielen Jahren ist das nicht mehr passiert?!

Nachdem ich Ende August zehn der für den Buchpreis nominierten Titel als eBooks bei Netgalley angefragt und erhalten hatte, war ich im September anscheinend dermaßen damit beschäftigt, die zu lesen, dass ich keine Bücher gekauft habe. Nada. Zilch. None. Zip. Niente.

Ich lese aktuell…

Jackie Thomae: Brüder

Jackie Thomae: Brüder

Dieses Buch hat es bis auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft, erhielt den Preis jedoch letztendlich nicht. Ich bin gestern Abend im zweiten Teil des Buches angekommen, denn das Buch ist strikt aufgeteilt: um den einen Bruder geht es im ersten Teil, um den anderen im zweiten. Dabei ist der Bruch zwischen den beiden Teilen sehr drastisch, nicht nur inhaltlich. Die Erlebnisse des Partylöwen Mick, der sich jedweder Routine verweigert, sind rasant und abenteuerlich und werden in der dritten Person erzählt. Der erfolgreiche Stararchitekt Gabriel, dessen Leben wirkt wie nach einem Schema gutbürgerlicher Idylle aufgebaut, kommt hingegen in der ersten Person zu Wort, abwechselnd mit seiner Frau Fleur.

Im Moment empfinde ich den Bruch zwischen den beiden Teilen noch als zu hart, und Gabriel bleibt mir fremder als Mick.

„Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben. Jackie Thomae stellt die Frage, wie wir zu den Menschen werden, die wir sind.

Mick, ein charmanter Hasardeur, lebt ein Leben auf dem Beifahrersitz, frei von Verbindlichkeiten. Und er hat Glück – bis ihn die Frau verlässt, die er jahrelang betrogen hat. Gabriel, der seine Eltern nie gekannt hat, ist frei, aus sich zu machen, was er will: einen erfolgreichen Architekten, einen eingefleischten Londoner, einen Familienvater. Doch dann verliert er in einer banalen Situation die Nerven und steht plötzlich als Aggressor da – ein prominenter Mann, der tief fällt. Brüder erzählt von zwei deutschen Männern, geboren im gleichen Jahr, Kinder desselben Vaters, der ihnen nur seine dunkle Haut hinterlassen hat. Die Fragen, die sich ihnen stellen, sind dieselben. Ihre Leben könnten nicht unterschiedlicher sein.“

(Klappentext)

Ich lese was, was du nicht liest…

Da ich im Moment hauptsächlich die für den Deutschen Buchpreis nominierten Bücher lese (auch nach Preisverleihung) und damit wohl kaum alleine dastehe, fällt es mir schwer, dieses Mal ein passende Buch zu finden! Daher nehme ich einfach eines, das mir am Herzen liegt, weil es mich sehr begeistert hat, das den Sprung von der Longlist des Buchpreises auf die Shortlist aber nicht schaffte.

Angela Lehner Vater unser

Angela Lehner: Vater unser

Meine Rezension zu „Vater unser“

Sie sitzt in der psychiatrischen Abteilung, weil sie eine ganze Kindergartenklasse erschossen hat. Behauptet sie. Weiß nur keiner was von. Sie ist traumatisiert, weil sie vom Vater vergewaltigt wurde. Oder auch nicht. Ihre Mutter ist tot, wie tragisch. Nur steht sie dann da und will ihre Tochter besuchen.

Glauben, das merkt man schnell, sollte man Eva gar nichts; gewiss ist nur, das es mit ihr keine Gewissheit geben kann. Sie lügt, sie täuscht, sie blendet, sie manipuliert, mit dreister Mühelosigkeit und einem Hauch der Verzweiflung. Sie ist witzig, geradezu zum Schreien komisch, aber dann bleibt einem das Lachen im Halse stecken – immer wieder.

Warum sie so ist, wie sie ist, stellt sich als schwierige Frage heraus, deren Bedeutung sich immer weiter verästelt: Ist sie wahnsinnig oder tut sie nur so? Ist sie schwer traumatisiert oder einfach ein narzisstisches Miststück?

(Handlung)

So etwas Rotzfreches, Witziges, Bitterböses und Tragisches liest man selten, nicht in dieser Kombination und geballten Konzentration. Das Buch macht enorm viel Spaß – wenn auch mit bitterem Beigeschmack! –, ist so grandios wie kurios, und doch verliert man die ernsthaften Aspekte nie aus dem Blick. Was Normalität ist und was Wahn, bleibt immer wieder offen, und auch, ob man Eva bemitleiden, lieben oder verachten sollte. Aber das tut der Spannung keinen Abbruch, und ich zumindest habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen.

Monatshighlight

Miku Sophie Kühmel: Kintsugi

Miku Sophie Kühmel: Kintsugi

Meine Rezension zu „Kintsugi“

Max und Reik sind seit zwanzig Jahren zusammen und wollen das mit ihrem Freund Tonio und seiner Tochter Pega feiern. Sie treffen sich wie üblich im kleinen Haus am See, doch das Wochenende läuft nicht wie erwartet. Ganz leise und unspektakulär bilden sich Haarrisse im Fundament der Freundschaft – oder waren sie schon lange da, blieben aber unbeachtet?

(Handlung)

Für mich ist „Kintsugi“ ein Herzensbuch, das ganz ohne Kitsch ein breites Spektrum an Gefühlen hervorruft. Dazu gehören verschiedene Formen von Liebe, aber auch Trauer, Schmerz, Wut, Enttäuschung und Angst. Das Gesamtbild ist jedoch nicht trostlos oder deprimierend, sondern entwickelt gerade an den Bruchstellen eine atemberaubende Schönheit.

Buchflop des Monats

Gab es diesen Monat nicht!

Fazit

Mein Lesemonat September 2019 in Zahlen

Seiten insg.: 2.035
Seiten pro Tag: ~68

Buchliebling

Bücher, die mich begeistern konnten und die ich weiterempfehle.

Buchcover Miriam Semrau NervenkitzelAngela Lehner Vater unserStig Sæterbakken Durch die NachtAne Riel HarzMiku Sophie Kühmel KintsugiPetra Ivanov Entführung

Rezensionen:

Miriam Semrau: Nervenkitzel
Angela Lehner: Vater unser
Stig Sæterbakken: Durch die Nacht (noch nicht geschrieben)
Ane Riel: Harz
Miku Sophie Kühmel: Kintsugi
Petra Ivanov: Entführung

Wegbegleiter

Wegbegleitern schenkte ich trotz möglicher kleiner Schwächen gerne meine Lesezeit.

Keine!

Sorgenkind

Bücher, denen ich gemischte Gefühle entgegenbringe. In meinen Augen zeigen sie deutliche Schwächen; es gibt aber auch Eigenschaften, die ich mochte

Simone Lappert Der Sprung

Rezension: 
Simone Lappert: Der Sprung

Fehlgriff

Werke, denen ich persönlich nichts abgewinnen konnte.

Keine!

Bleibende Worte

»Ach, Frau Gruber«, sagt Korb und seufzt, »so klug sind Sie. Was hätte aus Ihnen bloß alles werden können, wenn sie nicht so verrückt wären.«
Ich nicke. »Ja«, sag ich, »wenn ich einfach nur ein bisschen blöder wär, hätt ich zum Beispiel Psychiater werden können.«
Wir lächeln uns an.

»Jetzt muss ich Sie langsam einmal anzeigen, Korb«, sag ich. (…) »Sie sind sowas von unprofessionell. Welcher Psychiater nennt denn den eigenen Patienten verrückt?« (…)
»Es tut mir leid, Frau Gruber«, sagt er, »man hat mir eh schon öfter kündigen wollen, aber bei Ihnen waren sich alle einig: Für die Gruber reicht’s grad noch.«
Um mein Grinsen zu vertuschen, dreh ich mich wieder zum Fenster.

(aus „Vater unser“ von Angela Lehner)

Kreatives

Im September habe ich vor allem das Zeichnen mit Tinte und Zeichenfeder geübt, was ja doch in der Handhabung was Anderes ist als das Zeichnen mit Tintenstift. Hier sind die ersten beiden Bilder dieser Art:

Tintenpilze
Tintenblumen
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Liebe Grüße,
Signatur Mikka

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