Monatsrückblicke

#zurückgeschaut : Lesemonat Mai 2019

Zurückgeschaut

© Beitragsbild: KeJas-BlogBuch
© der Cover liegt bei den jeweiligen Verlagen
© Fotos: A.M. Gottstein

Buchiger Rückblick auf den Mai 2019

Ich kombiniere meinen Monatsrückblick mit der Aktion #zurückgeschaut, die sich Kerstin und Janna vom Blog KeJas-BlogBuch ausgedacht haben. Es geht dabei um Neuzugänge und die aktuelle Lektüre, Geheimtipps, Highlights oder Flops, Zitate und was einem sonst noch so einfällt…

NewIn = Neuzugängeposts

[ Neuzugänge ] Neue Bücher im Mai 2019

Ich lese aktuell…

Kollision

Pauliina Susi: Die Kollision

Das ist mal wieder ein Rezensionsexemplar für eine Leserunde auf WhatchaReadin! Ich habe gestern damit angefangen und bin bisher sehr angetan von diesem Buch, weil es a) einen sehr originellen, außergewöhnlichen Schreibstil hat und b) sehr viel Gesellschaftskritik mit der Thrillerhandlung verbindet, ohne dass es aufgesetzt wirkt.

“Leia Laine und ihre Schwester machen eine Woche lang Urlaub auf einem Luxuskreuzer. Doch Leia wird den Verdacht nicht los, dass auf dem Schiff irgendetwas nicht stimmt, und schon bald verwandelt sich die entspannte Kreuzfahrt in einen Albtraum. An Bord eines einfachen Fischerbootes sind die elfjährige Amira und ihre Eltern ebenfalls auf dem Weg über das Mittelmeer, in banger Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Das kleine Boot und das Kreuzfahrtschiff – sie steuern aufeinander zu, sie begegnen sich. Luxus und Elend kollidieren gnadenlos.

(Klappentext)

Ich lese was, was du nicht liest…

Szczepan Twardoch Wale und Nachtfalter

Szczepan Twardoch: Wale und Nachtfalter

Reisetagebücher sehe ich eher selten auf Buchblogs – und ich muss zugeben, dass ich wahrscheinlich auch nicht danach gegriffen hätte, wenn mein Mann (der eigentlich nur Sachbücher und Haikus liest) mich nicht darauf hingewiesen hätte.

”Wale und Nachtfalter” ist ein außergewöhnliches Denk- und Reisetagebuch. Große Erzählkunst – und zugleich ein lebenspralles Bild unserer Zeit. Szczepan Twardoch schreibt nicht nur aufregende Romane, sondern beobachtet die Welt intensiv, mit allen Sinnen und in unterschiedlichen Rollen: als Autor, als Vater und als Reisender in abenteuerlichen Weltgegenden. Sehr persönlich und stilistisch glänzend erzählt er von Krakau und Warschau, von Deutschland und seinen Autobahnen; vom Aufwachsen seiner Kinder; von Ernst Jüngers Haus in Wilflingen oder, ein Höhepunkt des Buchs, vom exotisch kargen Spitzbergen, dem seit langem großpolitisch begehrten Archipel im hohen Norden, wo sich die Dramen der menschlichen Existenz wie unter einem eisigen Brennglas zeigen.

(Klappentext)

Monatshighlight

Josefine Klougart Einer von uns schläft

Josefine Klougart: Einer von uns schläft

Meine Rezension

Ach, ich liebe den Schreibstil in diesem Buch einfach… Die Autorin findet so aussagestarke Worte, baut so viel Atmosphäre mit jedem Satz auf, dass die Handlung im Grunde fast Nebensache wird – die Sprache ist für mich der Star dieses Buches.

“Nach einer schwierigen Trennung kehrt eine junge Frau in ihr Elternhaus zurück aufs Land. Dort ist alles, wie es immer war: die Familie, die Apfelbäume, ein stabiler Rahmen für ihre ins Schwanken geratene Existenz. Doch das Gefühl der Vertrautheit scheint ihr plötzlich aufgesetzt, und sie fühlt sich als Fremdkörper im altvertrauten Mikrokosmos. Liegt der Fehler in der Gegenwart oder ihrer Erinnerung? Klougart erzählt die Geschichte einer Frau, die sich selbst in ihrem sich verändernden Leben neu verorten muss – und mit der poetischen Betrachtung der Welt ein Werkzeug entdeckt, das Leben in seiner Komplexität einzufangen, bevor es wie ein Schneekristall vergeht.”

(Klappentext)

Buchflop des Monats

Christoph Hein: Verwirrnis

Christoph Hein: Verwirrnis

Meine Rezension

Flop ist eigentlich ein zu starkes Wort für ein Buch, das ich in meiner Bewertungsskala als “Sorgenkind” einstuft habe, nicht als “Fehlgriff” (die niedrigste Bewertung). Aber ich war dennoch sehr enttäuscht davon, denn die Geschichte an sich hat sehr viel Potential, wird aber in so einer nüchternen, gefühlsarmen Sprache erzählt, dass ich kaum Anteil daran nahm.

Friedeward liebt Wolfgang. Und Wolfgang liebt Friedeward. Sie sind jung, genießen die Sommerferien, fahren mit dem Fahrrad die weite Strecke ans Meer, und reden stundenlang über Gott und die Welt. Sie sind glücklich, wenn sie zusammen sind, und das scheint ihnen alles zu sein, was sie brauchen. Doch keiner darf wissen, dass sie mehr sind als beste Freunde. Es sind die 1950er-Jahre, sie leben im katholischen Heiligenstadt, und für die Menschen um sie herum, besonders für Friedewards strenggläubigen Vater, ist ihre Liebe eine Sünde. Käme ihre Beziehung ans Licht, könnten sie alles verlieren.

Als sie zum Studium nach Leipzig gehen – Friedeward studiert Germanistik, Wolfgang Musik -, finden sie dort eine Welt gefeierter Intellektueller, alles flirrt geradezu vor lebendigem Geist. Und sie lernen Jacqueline kennen, die ihnen gesteht, dass sie eine heimliche Beziehung zu einer Dozentin hat. Zu viert besuchen sie die legendären Vorlesungen im Hörsaal vierzig, gehen ins Theater, tauchen gemeinsam ein ins geistige Leben der Stadt.Und da reift in den drei Freunden der Plan: Wäre es nicht die perfekte Tarnung, wenn einer von ihnen Jacqueline zum Schein heiraten würde?

(Klappentext)

Fazit

Mein Lesemonat Mai 2019 in Zahlen

Seiten insg.: 2.348
Seiten pro Tag: ~ 76

Ein Klick auf das Cover bringt euch zur Rezension (sofern schon geschrieben):
Buchliebling

Bücher, die mich begeistern konnten und die ich weiterempfehle.

ScharnowDer Gast im GartenJosefine Klougart Einer von uns schläftLeichenblässe

Wegbegleiter

Wegbegleitern schenkte ich trotz möglicher kleiner Schwächen gerne meine Lesezeit.

Diesen Monat keins!

Sorgenkind

Bücher, denen ich gemischte Gefühle entgegenbringe. In meinen Augen zeigen sie deutliche Schwächen; es gibt aber auch Eigenschaften, die ich mochte

Wie aus dem NichtsVerwirrnis

Fehlgriff

Werke, denen ich persönlich nichts abgewinnen konnte.

Diesen Monat keins!

Bleibende Worte

»Verbrecher! Betrüger”«

Es ist der Mann, der am Strand gebetet hat. Seine Stimme zittert, der Bart bebt und seine Augen glänzen, aber seine Haltung ist kerzengrade, und er zeigt mit dem Finger auf Schlangenauge.

»Ihr habt uns unser Geld genommen, alles, und dann jagt ihr uns zum Sterben aufs Meer. Ihr behandelt uns wie Tiere. Wenn die Strafe Gottes auf euch niederfährt, wird sie furchtbar sein.«

Neben sich hört Amira ein metallisches Klicken. Ihre Mutter fährt zusammen und zieht Amira blitzschnell an ihre Brust. Sie vergräbt ihr Gesicht im Stoff und sieht nicht, was geschieht.

Der Knall ist ohrenbetäubend. Jemand schreit auf.

Aus “Die Kollision” von Pauliina Susi. Die Situation: eine Gruppe von Flüchtlingen stellt fest, dass die Schlepper, die ihnen ihr ganzes Geld abgenommen haben, ihnen nur ein winziges altes Fischerbötchen zur Verfügung stellen, dass nicht hochseetauglich ist.

Kaffeerunde

Der Mai war sehr geprägt von dem MS-Schub, den ich Mitte des Monats hatte und dessen Symptome trotz Behandlung immer noch nicht vollständig nachgelassen haben. Die Umstellung auf ein neues Medikament, die schon vor Wochen geplant war, hängt daher zur Zeit in der Warteschleife.

Der Schub ging einher mit Taubheitsgefühlen und Fehlempfindungen in den Fingern – aber ich habe dennoch jeden Tag gezeichnet oder gemalt und festgestellt: mit Übung geht das!

Botanical Illustration
Botanical Illustration

Ich habe damit angefangen, mir selber kleine Skizzenbücher aus Aquarellpapier zu binden (die Bilder oben habe ich in einem dieser Bücher gemalt), mit mehr oder weniger aufwendigen Methoden. Mein Liebling ist im Moment dieses Skizzenbuch, das ich mit dem sogenannten Coptic Stitch zusammengenäht habe:

Skizzenbuch Coptic Stitch

Wie war euer Lesemonat Mai?

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Liebe Grüße,
Signatur Mikka
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2 thoughts on “#zurückgeschaut : Lesemonat Mai 2019

  1. Hey Mikka,

    also erstmal wenn Du solche Bilder trotz Missempfindungen an den Händen hinbekommst dann ziehe ich wirklich meinen Hut! Wunderschön, habe das Gefühl die werden immer besser (und immer gräme ich mich dann weil ich immer noch nicht wieder angefangen habe) 🙁 Ich bin so blockiert weiss auch nicht.

    1793 habe ich nach 60 Seiten abgebrochen, das war nix, da kam nix rüber diese ausschweifende Erklärung über das ganze drumherum war in meinen Augen ermüdend. Ich brauche Bücher wo Action passiert und die hat hier eindeutig zu lange auf sich warten lassen.

    Die anderen Bücher kenne ich nicht. Aber der Monat lief ja für Dich sehr gemischt, Hälfte gut hälfte eher nicht so. Aber immerhin kein absoluter Fehlgriff.

    Ich lasse ganz liebe Grüße da und wünsche Dir, dass Du die Symptome schnellstmöglich hinter Dir lassen kannst!

    Tanja

    1. Hallo Tanja,

      mir hilft im Moment wirklich, dass ich seit 72 Tagen wirklich jeden Tag male und/oder zeichne! Mir hat sehr geholfen, dass ich mir verschiedene Tutorials herausgesucht habe, denen ich dann folge – alleine auf Youtube gibt es unzählige davon. Vielleicht würde es dir helfen, wenn du dir auch ein paar leichte Tutorials raussuchst?

      Schade, dass dich 1793 auch nicht begeistern konnte…

      LG,
      Mikka

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