[ Das Köfferchen ] Besuchte Buchblogs KW05 2021

Das Köfferchen

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Heute nur Handgepäck!

Diese Woche hänge ich wieder mal mit allem so hinterher (Romanen, Rezensionen etc.), dass ich nur eine kleine Blogrunde gedreht habe – aber die möchte ich euch nicht vorenthalten.

Nordbreze und so

[Link] Neu im Bücherregal – Die Januar-Bücher 2021

“Drei der neuen Bücher stammen aus Empfehlungen aus dem “Monatslese”-Podcast von Anne und Tina, drei Bücher aus dem Bücherschrank und ein weiteres Buch habe ich für den Buchclub bestellt. Und während ich nun diesen Beitrag schreibe, liegen um mich herum all diese sehr feinen Bücher und das macht mich schon sehr froh.”

Eine schöne Ausbeute! Da sind ein paar dabei, wie “Zugvögel” oder “Die Kunst, sich zu verlieren”, die mich auch interessieren würden.

Literatur zum Nachdenken und zum Nachspüren

[Link] Mein Jahresrückblick 2020

“Man ist deshalb nicht verkehrt, weil man weniger Bücher schafft als andere. Diese unbewusste Einstellung ist zu revidieren, die Lesequantität an der Lesequalität festzumachen. Irvings Owen Meany hat mir gezeigt, dass mir viele Weisheiten aus dem Buch entgangen wären, hätte ich mir nicht die Zeit für ihn genommen. Und mit Prousts Briefen hatte meine Langsamkeit unbewusst schon längst begonnen, zu mir zurückzukehren, ohne dass mir das bewusst wurde.”

Mirellas Beitrag macht mich nachdenklich… Denn ich lese seit mehreren Jahren jedes Jahr weniger Bücher und fühle mich vage schuldig deswegen. Warum? Weil ich Buchbloggerin bin, und das heißt doch, dass ich Bücher nur so inhalieren sollte – oder? Nein, natürlich nicht, aber so ganz kann ich den Gedanken nicht abschütteln.

Die verringerte Anzahl gelesener Bücher liegt auch daran, dass ich viel, viel langsamer lese als früher – meist höchstens 30 Seiten die Stunde statt wie früher 100 plus. Bisher habe ich das auf meine MS geschoben, die mich kognitiv oft ziemlich ausbremst, aber vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich bewusster lese…? Auf jeden Fall lese ich heute ganz andere Bücher als vor zehn oder auch nur fünf Jahren. Da sind mehr dabei, die man nicht mal so nebenher weglesen kann.

54 Books

[Link] Schweig, Autorin – Misogynie in der Literaturkritik

„Durchweg handelt es sich um besonders erfolgreiche, mehrfach ausgezeichnete Autorinnen, die wie Judith Hermann und Deniz Ohde bereits mehrere Literaturpreise und viel Anerkennung vom Feuilleton bekommen hatten. Und weil das so ist, muss gleich die gesamte Literaturkritik mit angegriffen und mehrfach wiederholt werden, dass diese Autorin maßlos überschätzt werde und alle, die es anders sehen, keine Ahnung hätten. Reents verdächtigt „die Literaturkritik“ der „Nachsicht“, Scheck hält es für einen „Offenbarungseid für die deutsche Literaturkritik, dass ein so schwacher Text es so weit bringen durfte.“

Nicole Seifert liefert in diesem großartigen Artikel einige Beispiele für Literaturkritik, wie sie nicht sein sollte.

Wenn Autorinnen auf diese Art respektlos niedergemacht, kleingeredet, pauschal als dumm und unfähig dargestellt werden, dann ist das keine Kritik mehr, sondern Polemik, die sich auf die Person richtet und nur nebenher auf das Werk. In einem Streich werden direkt alle Rezensent*innen und Leser*innen, die die Bücher der fraglichen Autorinnen positiv bewerten, als dumme literarische Unterschicht abgestempelt.

Sowohl “Streulicht” als auch “Miroloi”, die von einigen Kritikern auf sehr fragwürdige Art als unwürdig abgestempelt wurden, waren für mich echte Highlights – starke Romane, die wichtige Themen auf sehr prägnante Art aufgreifen.

Petras Bücher-Apotheke

[Link] Die Mitternachtsbibliothek (Matt Haig)

“Kurios, bisweilen gar surreal ist wie gewohnt der Stil von Matt Haig und das WIE er sich diesen Gedankengängen annimmst. Wer Lust darauf hat, auf ein solches Gedankenexperiment, wer sich einlassen kann auf eine Idee, die auf den ersten Blick abwegig erscheint und dann auf Schleichwegen zu einer Erkenntnis führt, die wir lieber ignorieren wollen, das obwohl sie auf der Hand liegt, dem wünsche ich eine gute Reise.”

Das Buch steht schon auf meiner Wunschliste, und dieses Rezension bestärkt mich daran, es noch lesen (oder vielleicht als Hörbuch hören) zu wollen!

Bücheratlas

[Link] „Vielleicht sogar eine Autobiographie“: Haruki Murakamis Kurzgeschichtenband „Erste Person Singular“ mit Baseball, Bruckner, Bossa Nova

“Auf eine kernige Quintessenz ist der Autor nicht aus. Er will in erster Linie Geschichten erzählen, die es in sich haben. Solche von scheinbarer Harmlosigkeit und mit anhaltender Wirkung. Eine Hommage an die Irritation. Diesmal nicht als Romanzyklus, sondern als Kurzgeschichte: Diese Murakami-Pralinen sind ein Genuss.”

Ich muss gestehen, bisher habe ich von Murakami nur “Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki” gelesen, habe aber schon lange vor, das zu ändern. Ich überlege noch, ob dieser Kurzgeschichtenband eine gute Wahl für meinen nächsten Murakami wäre – oder ob ich erst einen der Romane lesen sollte, die hier schon stehen…

So, damit ist die Runde dieser Woche vorbei – bis nächstes Mal!

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