Das Köfferchen

[ Das Köfferchen ] Besuchte Buchblogs #11 2020

Das Köfferchen

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Die Normalität schleicht sich an…

13. Juni 2020

Mein Mann, der Lehrer für Physik, Mathe und Chemie in einer Gesamtschule ist, hat zwar deutlich weniger Unterricht als normal, aber so nach und nach kommen mehr Klassen und damit mehr Unterrichtsstunden dazu.

Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt! Ich bin immer noch in häuslicher Quarantäne, weil ich auf gar keinen Fall riskieren darf, mich mit Corona anzustecken. (Ihr wisst schon, mein Immunsystem ist sehr stark eingeschränkt und so.) Aber wenn es so weitergeht, werde ich mich bald vorsichtig wieder unter Menschen wagen.

24. Juni 2020

Tja, was ich am 13. geschrieben habe, hat sich erledigt… Die Schule meines Mannes liegt im Landkreis Gütersloh, und wegen der katastrophalen Entwicklung mit Tönnies musste sie natürlich schon wieder geschlossen werden.

Naja, heute waren wir wenigstens mal wieder im Botanischen Garten, da ist genug Abstand und es laufen nicht so viele Leute rum, dass es gefährlich werden würde. Unseren für Ende Juni geplanten Kurzurlaub auf einer Hallig haben wir allerdings storniert, weil wir dort momentan nicht alle Fähren und Ähnliches benutzen dürften. Dann verschieben wir es lieber!

Erstmal reise ich daher nur in andere Buchblogs! Und zwar:

Travel Without Moving

Qualityland. Band 1.1. Graphic Novel von Marc-Uwe Kling

Bloginhaberin Romy stellt die graphische Umsetzung eines Romans vor, der mir sehr gut gefallen hat. Sie äußert ein paar Kritikpunkte, wobei aber natürlich die Frage ist: liegt es an der Geschichte an sich, oder an etwas, das für die Graphic Novel verändert wurde?

[ Link ] Meine Rezension zu “QualityLand” von Marc-Uwe Kling

LiteraturBlog

James Baldwin: Nach der Flut das Feuer

Ich habe bisher zwei Bücher von James Baldwin gelesen, habe aber vor, auch die restlichen noch zu lesen. Ich bin froh, dass die aktuellen Neuausgaben ihn wieder mehr ins Licht der Aufmerksamkeit rücken!

Ein vor 57 Jahren erschienener Essay über Rassismus und seine Auswirkungen sollte nicht mehr so relavant und aktuell sein, wie er es leider immer noch ist. Gerade jetzt, wo (nicht nur) in den USA Proteste gegen Polizeigewalt mit Polizeigewalt bekämpft werden, steht alles auf Messers Schneide. “I can’t breathe!” wird in die Geschichtsbücher eingehen – die Frage ist nur, wie. Wird gesellschaftlicher Wandel eine echte Chance haben, oder wird diese Bewegung mit Gewalt und Propaganda im Keim erstickt?

Ich könnte kotzen, wenn ich die Verschwörungstheorien lese, die beweisen sollen, dass der Tod von Georg Floyd ein Fake ist (angeblich habe er ja quietschfidel seine eigene Beerdigung besucht!) – nur eine Intrige, um schwarze Gewalt zu rechtfertigen. Wie verblendet können Menschen sein?

Sätze & Schätze

Fritz Rosenfeld: Johanna

Ich habe dieses Buch Ende März gelesen und rezensiert, und ich hatte ganz schön daran zu knabbern! Rosenfeld gibt die tägliche Realität der ungebildeten Frauen der unteren Schichten in den Zwanzigerjahren sehr drastisch wieder – das ist schwer zu lesen, aber sehr interessant.

In meiner Rezension hatte ich geschrieben:

“Johanna wird ausgenutzt, gequält, verleugnet, belogen, geschändet – ihr Leben wird zur bloßen Existenz, während die Hoffnung immer mehr erlischt. Wenn die Justiz doch mal eingreift, dann als Klassenjustiz mit Vorverurteilung. Johanna zählt nicht; als Mitglied der unteren Schicht ist sie Wegwerfware, deswegen wird ihre Perspektive nicht gehört.”

Birgit von “Sätze & Schätze” schrieb in ihrer sehr lesenswerten Rezension:

“Denn die Abwärtsspirale, die ihr Leben nimmt, ist ihr im Grunde bereits in die Wiege gelegt, einen Ausweg gibt es für Menschen ihrer Herkunft in jenen Tagen nicht.”

[ Link ] Meine Rezension zu “Johanna” von Fritz Rosenfeld

Petras Bücher-Apotheke

Die Ladenhüterin (Sayaka Murata)

Petra schreibt in ihrer Rezension ganz wunderbar über einen Roman, den ich eigentlich schon lange lesen will. Ein leiser Roman über eine Frau, die nicht so recht in die gesellschaftliche Norm Japans passen will, aber schon als Kind gelernt hat, nicht zu offensichtlich aus dem Rahmen zu fallen.

Ich habe ja ein Faible für Bücher japanischer Autor:innen, bisher haben sie mich immer auf leise Art und Weise überzeugt und begeistert.

Buzzaldrins Bücher

Pride Month 2020 – Meine Buchempfehlungen

Linus stellt eine kleine Auswahl seiner liebsten LGBTQ-Bücher vor. Und da sind sowohl Kinderbücher wie “Zwei Papas für Tango” dabei, als auch Jugendbücher wie “Und mittendrin ich”, Graphic Novels wie “Hattest du eigentlich schon die Operation?” und Bücher für Erwachsene wie “Giovannis Zimmer” (was ich letztens erst hier besprochen habe).

[ Link ] Meine Rezension zu “Giovannis Zimmer” von James Baldwin

AstroLibrium

Zerstörung von Cécile Wajsbrot

Arndt schreibt in seiner Rezension:

“Ein Roman, der aus der nahen Zukunft zu seinen Lesern spricht. Aus einer Zeit nach der Zerstörung der Demokratie.” und “Hier geht es um die Angst jedes Einzelnen, das Momentum zu verpassen, in dem man noch etwas hätte verhindern können.”

Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber es beschreibt anscheinend Ängste, die der Stoff meiner Albträume sind. Wir sehen im Moment so unverblümt und gnadenlos, wie Menschen und Parteien in diversen Ländern den Rückwärtsgang einlegen, vergangenes Unrecht leugnen oder uminterpretieren. Der Holocaust hier, Polizeigewalt gegen Schwarze da, alles kann kleingeredet werden und Menschen glauben das auch noch.

In “Zerstörung”, entnehme ich Arndts Rezension, geht es konkret um eine Gesellschaft, in der Bücher konfisziert werden und das Schreiben in jeglicher Form verboten ist. In der das Vergangene regelmäßig zerstört, in der das Volk bespaßt und dumm gehalten wird.

Muss ich lesen.

Sören Heim – Lyrik und Prosa

Ermordet wegen der Hautfarbe. Die erschreckend zeitgenössische Dystopie „Friday Black“

“In die meisten Erzählungen des Bandes Friday Black dringen dystopische und phantastische Momente hinein, wobei offener Rassismus und alltagsrassistische Verhaltensweisen eine besondere Rolle spielen.”

Der Blogger spricht in seiner interessanten Rezension über eine Kurzgeschichtensammlung, die ich lesen möchte, obwohl ich Kurzgeschichten meist aus dem Weg gehe. Es klingt so, als sei das Buch oft ziemlich harter Tobak, aber das bei diesem Thema leider nur Realität.

Frau Goethe liest

Buchdruck im 16. Jahrhundert / Interview mit Sophia Langner

16. Jahrhundert: Eine Witwe übernimmt die Buchdruckerei ihres verstorbenen Mannes und behauptet sich gegen die männliche Konkurrenz. Magdalena Morhart ist dabei mitnichten eine Erfindung der Autorin, sondern eine reale Frau, über die bisher wenig geschrieben wurde.

Das klingt unheimlich interessant! Genau das Richtige für Bücherwürmer und Leseratten… Auch das Interview ist spannend, ein schöner Einblick in die Entstehungsgeschichte des Buches.

Lesen in Leipzig

In eigener Sache: Fehlende Kommentar-Sektion, gelöschte Beiträge und Ärger mit der WordPress-App

Der Artikel passt bei mir gerade viel zu gut – in den letzten Monaten bin ich eigentlich ständig dabei, an meinem WordPress-Blog rumzuschrauben. Immer gibt es irgendwo Fehlermeldungen oder es funktioniert stillschweigend einfach was nicht, und jedes Mal geht das große Suchen los, woran es liegt…

Nachdem ich in den letzten Tagen stundenlang alles umgekrempelt habe, habe ich tatsächlich zum allerersten Mal bei “Zustand der Webseite” stehen: “Hervorragende Arbeit! Deine Website besteht derzeit alle Tests zum Website-Zustand.”

Bleisatz.

Keigo Higashino – Unschuldige Täter

Von Keigo Higashino will ich seit Ewigkeiten mal wieder was lesen (bisher habe ich nur “Unter der Mitternachtssonne gelesen), und dann grätscht mir doch wieder ein anderes Buch dazwischen… Aber das hier klingt auch wieder richtig gut!

Wallis Büchersichten

Apollo

Eine Schriftstellerin in New York erbt eine Dogge, was sie in gemischte Gefühle und Schwierigkeiten stürzt.

Das Buch ist mir in der Vorschau ins Auge gesprungen!

Ich fand die Idee sehr berührend, dass Frau und Hund gemeinsam um einen geliebten Menschen trauern. Walli sieht in ihrer Rezension auch deutliche Schwächen gibt, aber vielleicht leihe ich mir das Buch mal aus der Onleihe aus und lese rein.

LiteraturReich

Marina Frenk – ewig her und gar nicht wahr

Romane, die halbe Autobiographien sind, können in meinen Augen wunderbar funktionieren oder aber manchmal auch gar nicht, aber dieser hier klingt wirklich sehr interessant.

Damit ist die Reise schon wieder vorbei.

Wir sehen uns beim nächsten Köfferchen, voraussichtlich am 11. Juli!

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