Buchblog barrierefrei

[ Buchblog barrierefrei ] Kontrast und Barrierefreiheit

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Mein eigener Blog ist noch nicht vollkommen barrierefrei. Ich werde im Laufe dieser Beitragsreihe daran arbeiten und mit euch teilen, was ich gelernt habe.

Wie mache ich meinen Blog für Menschen mit Beeinträchtigungen leichter zugänglich?

Es gilt, Barrieren zu beachten, die einem möglicherweise gar nicht in den Sinn kommen, wenn man nicht selber betroffen ist. Dabei ließen sich diese oft mit relativ geringem Aufwand beheben oder verringern. Ich lebe selber mit einer Behinderung (Encephalomyelitis disseminata, besser bekannt als Multiple Sklerose), werde aber auch Tipps berücksichtigen, die Menschen mit anderen Einschränkungen zugute kommen. Ich habe eine Reihe von Beiträgen geplant, die sich jeweils mit einem bestimmten Aspekt der Barrierefreiheit beschäftigen.

Folge #1 : Warum ist der Kontrast so wichtig?

Wenn sich Text und Hintergrund farblich und im Hell-Dunkel-Kontrast nicht deutlich genug unterscheiden, kann ich ihn oft nicht richtig lesen, und das geht Menschen mit den verschiedensten Sehbehinderungen so. Es ist eine sehr häufig vorhandene Barriere, und gerade deswegen wert, etwas daran zu ändern. Bei den verschiedenen Blog-Plattformen, wie WordPress und Blogspot, lassen sich die Farben vom Betreiber des Blogs für gewöhnlich nach Belieben und problemlos einstellen.

Die Frage ist nur: wie viel Kontrast ist genug Kontrast?

Die ‚Web Content Accessibility Guidelines‚ (WCAG), auf die ich in dieser Beitragsreihe noch öfter zurückgreifen werde, legen sehr spezifische Erfolgskriterien fest, mit denen man beurteilen kann, wie barrierefrei eine Webseite ist. Dazu gehören auch genaue Werte, wie hoch der Kontrast zwischen Text und Hintergrund sein muss.

Ich könnte euch jetzt erzählen, dass auf Stufe AA ein Michelson-Kontrast von 0,6 verlangt wird und dass der Michelson-Kontrast das Verhältnis zwischen der Spreizung und der Summe der beiden Leuchtdichten bezeichnet, aber ich habe selber keine Ahnung, was das bedeutet... Deswegen verlinke ich euch die genaue Erklärung und dann tun wir so, als wäre alles ganz einfach.

Glücklicherweise gibt es da Tools.

Eine Seite, die ich gerne benutze, ist dieser Kontrastrechner von leserlich.info. Da gebt ihr einfach die Farben von Text und Hintergrund ein und der sagt euch dann, ob sich der Kontrast für normalen oder großen Text eignet. Dazu müsst ihr natürlich die Farben kennen, aber die müssen in den Einstellungen eures Blogs ja genau da stehen, wo ihr die Farben ändern könnt.

Wenn euch der Konstrastrechner den Daumen runter gibt, müsst ihr ein bisschen rumschrauben an den Helligkeiten. Auf der Webseite Farbtabelle.at findet ihr eine ganz wunderbare Auflistung der verschiedensten Graustufen von ganz weiß bis ganz schwarz, die da sehr hilfreich sind. Auch für verschiedene Farben gibt es dort Farbtabellen.

Generell gilt: je größer der Text, desto weniger deutlich muss der Kontrast sein.

Noch ein paar andere Kriterien, die eine Rolle spielen:

Dunkle Schrift auf hellem Untergrund ist besser zu lesen als umgekehrt. Daher sollte man bei Negativtext die Schriftgröße und Schriftstärke um mindestens 10% erhöhen.

Farben sollten sparsam und klar voneinander abgegrenzt benutzt werden.

Rot-Grün-Kontrate sind aufgrund der häufigen Rot-Grün-Blindheit zu vermeiden. Auch Komplementärfarben sollten besser vermieden werden, da sie bei Menschen mit Sehstörungen zu einem Flimmereffekt führen können.

So, das war Folge #1! Bis zum nächsten Mal!

[ In der Kategorie ‚Buchblog barrierefrei‘ wird es bald mehr Inhalte geben. ]

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Liebe Grüße,
Signatur Mikka

10 thoughts on “[ Buchblog barrierefrei ] Kontrast und Barrierefreiheit

  1. Ich finde das Thema sehr wichtig, aber … wenn ich den Artikel lese, nützt der Kontrast wenig, wenn die Schrift so klein ist und Serifen (Häkchen) hat. Außerdem kann zuviel Kontrast dazu führen, dass es flimmert. Ich habe „nur“ eine Sehschwäche, die ich mit einer Brille ausgleiche, aber … auch für Menschen ohne Behinderungen sind manche Websiten anstrengend zu lesen.

    Ich denke, manche Autoren sind sich nicht bewusst, wie wichtig es ist, die Website gut aufzubereiten. Das überschneidet sich stellenweise mit SEO. Es ist wichtig, dass es hübsch aussieht, aber … es gibt nochmehr. Alt-Texte bzw. Beschriftungen bei Bildern, Link-Texte …

    Vlt. müssen Autoren aber zuerst erklärt bekommen, welche Folgen welche Behinderungen haben, mit welchen Hilfsmitteln die Menschen arbeiten und wie man die Website darauf abstimmt.

    1. Hallo Evy,

      du sprichst ein paar Dinge an, die ich in dieser Reihe noch behandeln will, wie zum Beispiel die alt-Tags! 🙂

      Hast du hier bei diesem Artikel Probleme mit der Schriftgröße, oder meintest du das generell? Mein Blog ist eigentlich so eingerichtet, dass die Schriftarten in relativen Größenangaben festgelegt sind, so dass man die Schrift theoretisch mit dem Mausrad, der Zoomfunktion des Browsers oder mit STR+ problemlos vergrößern können sollte. Klappt das bei dir nicht? Dann muss ich dringend mal nachforschen, warum nicht! (Möglicherweise hab ich irgendwo was übersehen.)

      Die Schriftart gehörte auch zu den Themen, die noch auf meiner To-Do-Liste für später standen, denn da widersprechen sich die Anforderungen ja leider: was für einen Menschen mit Sehschwäche gut lesbar ist, muss nicht unbedingt für einen Menschen mit Legasthenie gut lesbar sein.

      Aber weißt du was? Ich stell das jetzt einfach schon mal um auf eine Schriftart ohne Serifen. Ist das für dich so besser lesbar? Ich möchte natürlich eine Möglichkeit finden, die Seite für alle gut lesbar zu machen, aber ich vermute, mit einer serifenlosen Schrift benachteilige ich erstmal vermutlich wirklich weniger Menschen. Am besten wäre es, wenn der Besucher der Seite sich eine Schriftart aussuchen könnte, da muss ich mal gucken, wie ich das mit WordPress umsetzen kann.

      Herzlichen Dank für deinen Input!

      LG,
      Mikka

      1. Danke, dass du dir soviele Gedanken machst! Hier in den Kommys mag ich die Schriftgröße und die fehlenden Serifen, im Fließtext ist sie mir noch ein bisschen zu klein – aber das ist auch ne persönliche Präferenz.

        Legasthenie: Hier liegt das Problem – auch innerhalb einer „Lernschwäche“ gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Ich glaube, was für den einen hilfreich ist, ist für den anderen unnötiger Blödsinn 🙂

        Ich freue mich aber, wenn Blogs barrierefreier werden.

        Ich bin gespannt, welche Anforderungen du durch deine MS an Websiten hast!

        1. Meine Anforderungen ändern sich da öfter total! Die MS ist ja sehr ‚abwechslungsreich‘, um es mal freundlich auszudrücken. Letzten Sonntag bin ich mit akuter Sehnerventzündung aufgewacht, und die Welt war auf einmal grau und milchig. Da konnte ich einige Webseiten gar nicht mehr vernünftig lesen, sondern musste sie mir vom Voice Reader vorlesen lassen – zu wenig Kontrast, zu viel Grau in Grau.

          Die Idee zu diese Beitragsreihe hatte ich vorher schon, eigentlich wollte ich mit einem anderen Thema anfangen… Aber da bot sich das Thema ‚Kontrast‘ einfach an! 😉

          1. (Irgendwann hatte ich schon mal einen Beitrag zum Thema Voice Reader und ähnliche Hilfsmittel geschrieben, aber der ist anscheinend verloren gegangen, als ich von meinem alten Blogspot-Blog hierhin umgezogen bin. Den sollte ich nochmal neu schreiben!)

  2. Hallo Mikka,
    da sprichst du ein wichtiges Thema an, über das ich mir schon häufiger Gedanken gemacht habe. Danke, dass du deine Erkenntnisse hier mit uns teilst, denn durch deinen Beitrag und auch durch darauf folgende Kommentare kann man das eine oder andere am eigenen Blog zum Besseren ändern.
    Liebe Grüße
    Susanne

    1. Hallo Susanna,

      herzlichen Dank für die Rückmeldung! Ich freue mich, dass du es für eine gute Idee hälst. Noch ist mein Blog nicht wirklich „fertig“ und barrierefrei, aber ich habe schon einiges gefunden, was man ändern kann bzw. sollte. 🙂

      LG,
      Mikka

  3. Hallo Micha,

    wow, das ist eine tolle Blogreihe, die du da ins Leben rufst, vielen Dank für die Tipps!
    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir darüber bisher kaum Gedanken gemacht habe. Von daher danke ich dir für diesen Denkanstoß und auch die verschiedenen Aspekte, deren Bedeutung mir vollkommen unklar war.

    Liebe Grüße
    Dana

  4. Hey Mikka,
    erstmal danke für diesen tollen Beitrag. Als „normler“ Blogger macht man sich da oft nicht so die Gedanken drüber. Man kann ja alles bestens erkennen und geht nach seinem subjektiven Gefühl, was sieht für mich gut aus.
    Wo ich mit meinem Blog von Blogger nach WordPress umgezogen bin und mein Schatz sich viel ums Programmieren gekümmert hat. Da bin ich etwas auf geradlinigere Dinge und mehr Kontrast gegangen. Aber auch nur weil mein Schatz mich drauf hingewiesen hat, dass es besser lesbar etc. ist.
    Ich bin mal gespannt was in deiner Reihe sonst noch so folgen wird!!!
    LG Chia

    1. Hallo Chia,

      das nächste, was ich behandeln will, ist das Thema Schrift und Barrierefreiheit. Welche Schriftarten sind gut geeignet und wie sieht es mit Schriftgrößen und Schriftfarben aus.

      LG,
      Mikka

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