#Bloggeflüster Stumme Blogbeiträge

Bloggeflüster

Früher, da waren die Dinge noch anders.

Ach, Mumpitz. Ich werde hier doch nicht in pseudo-nostalgisch verklärendes Gelaber verfallen! »Früher, als ich noch barfuß zur Schule ging, vier Stunden durch tiefen Schnee, bergauf in beide Richtungen.«

Aber früher waren die Dinge halt wirklich anders. Oder es kommt mir wenigstens so vor.

Als ich 2012 meinen ersten Buchblog auf Blogspot startete, war Standard, dass jeder Blog eine Kommentarfunktion hatte. Und die wurde auch kräftig genutzt! Meist wurde dein Kommentar ungefiltert direkt angezeigt, du musstest höchstens erstmal beweisen, dass du ein Mensch bist und kein Roboter. Wie praktisch, dass Roboter weder Lastwagen noch Zebrastreifen erkennen können. Du bekamst nicht erstmal eine E-Mail, um zu bestätigen, dass du auch wirklich damit einverstanden bist, Benachrichtigungen über Folgekommentare zu erhalten – falls du es nicht so gemeint hast, als du eben erst das Häkchen gesetzt hast. Dein Kommentar landete nicht in der Twilight-Zone, bis ein:e Moderator:in Zeit hatte.

Überhaupt, wann wurden aus Blogger:innen Moderator:innen ihrer Leserschaft? Ah ja, da war ja was:

Dann kam die DSGVO, und dann zog mein Blog um auf WordPress.

Keine Ahnung, ob die DSGVO wirklich schuld ist.

Aber das Umstellen war ein Krampf, die neuen DSGVO- und Kommentar-Plugins waren voller Bugs, und irgendwie brachen die Kommentare direkt und sofort empfindlich ein. Wahrscheinlich hatte keine:r Lust auf das double-Optin. Bestätige, dass du bestätigst, dass du bestätigst. Nein wirklich, ich will das.

Und warum auf immer – auf einmal kamen auf jeden echten Kommentar gefühlte 500 Spam-Kommentare, die wenigstens von meinem fleißigen Spamfilter abgefangen wurden. Die musste ich aber dann doch jedes Mal sichten, weil manchmal auch echte Kommentare fälschlicherweise im Spamordner landeten. Zum Beispiel Kommentare der lieben Aleshanee vom Blog Weltenwanderer – die landen IMMER dort, völlig ohne Grund!

[Link] Weltenwanderer (Besuch lohnt sich!)

Ich vermute, dass dieses Durcheinander wenigstens eine Mitschuld trägt.

Ja, aber woran denn eigentlich?!

Ach, stimmt. Das habe ich ja noch gar nicht in klare Worte gefasst.

Dies ist etwas, das ich in letzter Zeit auf zig Blogs erlebe: Ich lese einen hervorragenden Beitrag, mache mir so meine Gedanken und Notizen, und dann will ich Autor oder Autorin mit einem Kommentar zeigen: Ich weiß die Arbeit, die du dir gemacht hast, zu schätzen! Hier sind meine Gedanken dazu!

Oh. Keine Kommentarfunktion? Ich scrolle hoch und runter. Irgendwo muss doch…? Nee. Aha, da sind Links zu diversen sozialen Medien, dann kann ich ja da…?

Es gibt zweierlei Link-Ketten, und beide führen weg vom Blog.

Die Sackgasse

Erster Halt: Instagram. Hmm. Der Beitrag wurde da ja noch gar nicht gepostet. Facebook: Der letzte Beitrag ist aus dem Jahr 2018?! Twitter: Hier taucht der Beitrag zwar auf, sehr stark verkürzt – aber ich hab doch meinen Twitter-Account gelöscht, weil ich es da so toxisch fand. Dann muss ich halt unverrichteter Dinge weiterziehen.

Das Eigentor

Oder die Linkkette führt mich zu einem aktiven, verlockenden Social-Media-Account, dem ich dann direkt folge, während der Blog im Rückspiegel immer kleiner wird.

Mehr und mehr Blogs schalten die Kommentarfunktion aus.

Und das kann ich durchaus verstehen. Es verursacht Arbeit, mit immer weniger tatsächlicher Interaktion. Und dafür so viel Spam. So viel, so viel Spam. Aber dann ist ein Blog bestenfalls ein Online-Magazin – wogegen an sich nichts einzuwenden ist! – und schlimmstenfalls nur noch eine Einbahnstraße, ein Wegweiser zu Facebook, Instagram, Twitter & Co. Und das ist sehr schade. Die Blogkultur ist es meines Erachtens wert, nicht einfach unterzugehen.

Viele Blogs sind inzwischen auf eben diesen sozialen Medien zu finden, wo die Kommunikation zumindest oberflächlich betrachtet sehr viel einfacher ist. Als Folge werden viele Blogs entweder eingestampft, oder sie werden zu Hybridwesen wie mein Blog. Da hoffst du, mit den Links die Kommunikation anzufachen – aber wer den Links erstmal zu seinem oder ihrem Lieblingsmedium gefolgt ist, kommt mit nicht zu vernachlässigender Wahrscheinlichkeit nicht mehr als Leser:in zum Blog zurück.

Und damit musst du als Blogger:in dich der Herausforderung stellen, textintensive Beiträge in einem Medium zu veröffentlichen, das dafür nicht gemacht und in dem zwangsläufig alles schnelllebiger ist.

Weniger Text, mehr Bild, das muss schnell zu lesen sein, schnell zu liken.

Ich kann mich da nicht freisprechen, weder als Bloggerin noch als Blog-Leserin. Ich habe ja auch eine (vernachlässigte) Facebook-Seite, und seit relativ kurzer Zeit auch ein Instagram für den Blog. Ursprünglich dachte ich, ich könnte dort Ausschnitte aus meinen Beiträgen einstellen, mit Links zu den jeweiligen Blogbeiträgen, sodass Instagram quasi der Wegweiser zu meinem Blog wäre und nicht umgekehrt.

Oh, ich blauäugiges Wesen.

Das klappt nur begrenzt, aber ich gebe meinen Blog nicht auf. Und die Kommentarfunktion, die bleibt an. Auch, wenn sie nicht oft genutzt wird. Auch, wenn ich jeden Tag den Spam-Ordner überprüfen muss.

Was meinst du, ist das klassische Blogformat überholt oder hat es noch eine Zukunft? Wenn du Blogger:in bist: Wie handhabst du die Kommentarfunktion, und hast du auch das Gefühl, dass Leser:innen weniger kommentieren als früher? Wenn du Leser:in bist: Liest du lieber klassische Blogs oder soziale Medien – und hinterlässt du gerne Kommentare?

Und jetzt geh’ ich erstmal auf Blogtour – man liest sich!

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt:

56 Replies to “#Bloggeflüster Stumme Blogbeiträge”

  1. Hallo Mikka,
    hab den Link gerade bei der Stöberrunde entdeckt. Toll, dass du Worte gefunden hast zu diesem traurigen Thema. Ich denke mir mittlerweile nur noch meinen Teil, da meiner Meinung nach nicht mal dieser Blogbeitrag gelesen werden würde bzw von anderen gelesen werden würde, die meinen Blog sonst auch nicht besuchen.

    Zuerst zu mir selbst. Ich muss eingestehen, dass ich wirklich nur kommentiere, wenn ich etwas zu sagen habe. Mir fällt zB beim TTT immer wieder auf, dass Blogger mit “ich kenne keins deiner Bücher, sie sind auch nicht mein Genre” kommentieren. Leider weiß ich nie, was ich darauf sinnvolles antworten soll :/ Daher gibt es solche “ich muss” Kommentare von mir nicht.

    Ansonsten klicke ich mich mal da, mal da durch. Mal werde ich bei FB aufmerksam, mal bei Blogger selbst in meiner Leseliste. Bei insta haben die seltensten Blogs Links zu Blogbeiträgen. Es wird da ellenlang unter den feedbeiträgen verfasst (zB Rezensionen). Ab und zu verfasse ich da auch sehr kurze, verweise auf den Blog. Ich denke, dass evtl 2 Leute auf die richtige Rezi schauen.

    Was mir am meisten auffällt, ist… Mein Blog hat über Jahre sehr viele LR veranstaltet, der Zulauf war riesig. Gerade gibt es wieder einen kleinen Antrieb, aber wenn ich zB Werbung bei Insta mache, gibt es zu 98% kein interesse, weil sie natürlich nicht bei insta stattfindet, sondern auf dem Blog und dort wird kommentiert. Auf insta lesen viele zusammen und tauschen sich dann über die Sprachfunktion aus. Ist wohl einfacher. Ich bin darüber sehr traurig.

    Auch habe ich immer sehr viele gewinnspiele gemacht. Sobald es nur auf dem Blog läuft, Null Beteiligung.
    Daher lasse ich es. Tut mir vor allem für die Autoren leid, wenn kein einziger Kommentar unter dem gewinnspiel ist bzw niemand Interesse zeigt.

    So genug gemeckert. Wir machen weiter, solang es uns Spaß macht. Ich habe schon oft übers Aufhören nachgedacht, aber nun ja. Man hängt nach 8 Jahren doch dran.

    Liebe Grüße,
    Andrea

    • Hallo Andrea,

      beim TTT habe ich früher regelmäßig mitgemacht, inzwischen nur noch sporadisch … Ich stelle einfach immer wieder fest, dass mein Lesegeschmack überhaupt keine Übereinstimmung mit den meisten Beiträgen findet, so dass mir nur die Möglichkeit bleibt, entweder gar nicht zu kommentieren, oder halt sowas wie das, was du zitiert hast. Und umgekehrt kommen solche Kommentare dann natürlich auch zurück. Eigentlich will ich aber auch sinnvolle Kommentare schreiben, die mehr sind als nur Füllmaterial!

      Bei Instagram finde ich es persönlich sehr unpraktisch, wenn jemand seine/ihre Rezension wegen des Zeichenlimits auf den Beitrag und vier oder fünf Kommentare verteilt. Da ist mir ein kurzes Fazit plus ein Hinweis auf einen Blogbeitrag tausendmal lieber! Aber ich stelle auch fest, dass nur sehr wenige meiner Instagram-Follower den Links zu meinen Rezensionen folgen, denen reicht wohl das Fazit.

      Oha, ja, Leserunden waren früher ein großes Ding mit viel Zulauf! Das lässt sich inzwischen aber anscheinend wirklich nur schwer auf die klassischen Blogs konzentrieren. Sehr schade.

      Gewinnspiele habe ich schon seit Jahren nicht mehr gemacht. Die letzten Male hatte ich immer das Gefühl, dass da nur die Abgreifer:innen kamen, die gar kein echtes Interesse an dem Buch hatten, sondern es nur wollten, weil es gratis war. Ein paar konnte ich sogar zurückverfolgen auf Gewinnspiel-Facebookgruppen, wo Links zu Gewinnspielen gepostet wurden, damit die Leser:innen der Gruppe ganz bequem jeden Tag gucken konnten, wo es gerade was umsonst gab.

      Oha, jetzt habe ich auch viel gemeckert, aber du hast recht. Wir machen einfach weiter und tun unser Bestes!

      Ich muss zugeben, ich habe auch schon mal übers Aufhören nachgedacht, aber meinen ersten Buchblog habe ich 2012 gestartet, da steckt jetzt so viel Herzblut drin …

      LG,
      Mikka

  2. Hallo Mikka,
    deinen Beitrag kann ich sehr gut nachvollziehen – bei mir ist die Liebe für den Blog selbst auch am größten.
    Ich muss allerdings zu meiner Schande gestehen, dass ich an dem rückläufigen Austausch auf meinem Blog auch selbst dran schuld bin und da wieder mehr hinterher sein muss.
    Dass einige die Kommentarfunktion ganz ausgeschaltet haben, ist mir noch nicht so häufig aufgefallen, aber ich finde es auch schade und erkenne die Probleme damit, die du beschreibst.
    Ich drücke dir die Daumen für einen kleinen Aufschwung!

    Liebe Grüße
    Jill

    • Hallo Jill,

      oh, da bist du nicht die Einzige, ich muss mir auch an die eigene Nase fassen … Mein Blog wird in letzter Zeit manchmal wirklich vernachlässigt!

      Mir fällt in letzter Zeit auf, dass manche Blogger:innen ihre Blogs eher aufziehen wie ein Magazin. Zum Teil stehen dann auch mehrere Menschen dahinter, die zu verschiedenen Themen und Büchern Beiträge verfassen. Da sind auch oft die Kommentare ausgeschaltet, aber das liegt dann wohl daran, dass es eher wie eine Literaturzeitschrift sein soll als ein klassischer Blog. Finde ich trotzdem schade!

      Vielen lieben Dank fürs Daumendrücken, und ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende!

      LG,
      Mikka

  3. Ich nutze ein WordPress Plugin namens AntiSpam Bee, und seitdem ist Ruhe im Spam-Ordner. Alles andere habe ich bis zum umfallen durchexerziert, hatte alles nicht geholfen.
    Ich werde meine Social Media Accounts die zu meinem Blog gehören, wieder abschaffen, denn darüber ist NOCH NIE jemand auf meinem Blog gelandet, und es ist mir zu viel Arbeit. Es ist genau, wie Du schreibst: wer einmal auf den Facebook Link klickt, ist weg und kommt für den Rest der Woche nicht wieder.
    Ich war etwa ein Jahr lang auf Booktube aktiv, den Link werde ich dalassen.

  4. Ich habe auf meinem FB Blog mehr Follower und Kommentare, als auf meinem WordPress-Blog, aber ich habe erst zu bloggen begonnen, als Literaturblogs nicht mehr so “in” waren, weil andere Medien interessanter wurden. Kommentare erhalte ich selten, aber jede Woche leere ich den Spamordner von den seitenlangen Wortschöpfungen der Bots, die KlopfaufHolz zum Glück im Spam landen. Ich frage mich, was finden Menschen dabei zu versuchen, ausgerechnet Literaturblogs mit ihren Kreationen zu stören? Auf diesem Blog hier bin ich gelandet, als ich mir die Seiten der Buchpreisblogger*innen angesehen habe und dieser Artikel führt dazu, mit öfter und mehr mit Buchblogs zu beschäftigen. Nur – wann finde ich dann Zeit zum Lesen der Bücher, denn ich habe hier auch schon Verlinkungen auf weitere Blogs gefunden, in denen ich zu stöbern begonnen habe…

    • Hallo Susanne,

      oh Gott, ja, die Posts der Bots sind immer entweder voller Wortneuschöpfungen, Buchstabensalat oder ‘Finanzroboter’.

      Es freut mich, wenn du unter den verlinkten Blogs welche gefunden hast, die dich interessieren!

      LG,
      Mikka

  5. Pingback: Buchblogs sind nie out – Circlestones Books Blog

  6. Mir ist es auch deutlich lieber, die Leute kommentieren direkt in meinen Blogs, wo ich es später nochmal wiederfinde und mich daran erfreuen kann, als auf Facebook – wobei ich mich freue, wenn überhaupt jemand meine Beiträge liest und kommentiert.

    Aber mir ist aufgefallen, dass ich es, wenn ich mit dem Smartphone surfe, sehr schwer finde, Blogs zu kommentieren, und deutlich komfortabler, dann nur über FB eine Reaktion dazulassen. Deswegen bin ich jetzt nach ein paar Tagen nochmal am Desktoprechner zu deinem Artikel zurückgekommen, weil ich dir das schreiben wollte. 🙂

    Ich sollte einfach wieder mehr Blogs kommentieren. Die meisten, denen ich folge, haben ihre Kommentarfunktion noch offen, und bei mir selbst greift der Spamfilter bislang zuverlässig und hat mir noch keine echten Kommentare rausgefiltert.

    • Hallo Maja,

      schön, dich hier zu sehen! Ja, ich tendiere auch dazu, am Desktop Blogs zu besuchen und am Smartphone Instagram. Facebook lasse ich meist etwas außen vor, das ist einfach nicht so mein Lieblingsmedium.

      LG,
      Mikka

  7. Hallo Mikka,
    ein interessanter Beitrag! Ja, die Kommentare in unserem Blog werden auch immer weniger, die Besucherzahlen scheinen aber konstant zu bleiben. Bezüglich diesess Beitrags kannst du dich ja nicht beschweren, was die Anzahl der Kommentare anbelangt… 🙂 Dieser seit Inkrafttreten der DSGVO notwendige Disclaimer bezüglich der Kommentare schreckt die Leser der Beiträge womöglich ab – aber ich sehe keine Alternative dazu? Gelegentlich verlinken wir bei FB / Instagram, aber es ist nicht mehr die Regel, weil irgendwie doch kein Mehrwert zu erkennen ist. Womöglich sind wir aber einfach auch nicht konsequent genung? Jedenfalls freuen auch wir uns immer über Kommentare! (Nicht allerdings über Spam).

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Hallo Anne,

      ja, das ist interessant – die Besucher werden anscheinend nur geringfügig weniger, aber deutlich stummer!

      Haha, stimmt, dieser Beitrag sticht gerade heraus, aber davor hatte ich tatsächlich wochenlang nicht einen einzigen Kommentar hier auf dem Blog, nur aus Instagram oder FB! (Abgesehen vom Spam.)

      LG,
      Mikka

      • Auf solche Diskussionsthemen kommen eigentlich immer mehr Kommentare als auf andere Posts – zumindest meiner Erfahrung nach 😉
        Ist natürlich schön wenn sich viele einklinken und man merkt, dass das Thema doch vielen unter den Nägeln brennt.
        Aber die grundsätzliche “Faulheit” bei Kommis – grade bei Rezensionen – ist halt schon schade …

  8. Hallo Mikka,
    ja, es ist weniger geworden mit den Kommentaren auf meinem Blog. Lesen tuen die Folger immer noch, aber eben nicht mehr so oft kommentieren.
    Ich bin eh der klassische Blogleser und liebe klassische Blogs ohne viel Schnickschnack.
    Spammer habe ich gottseidank nicht so viele.
    Jedenfalls finde ich den Beitrag hier sehr gut und interessant
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

    • Hallo Anja,

      das ist eine interessante Beobachtung, die ich teile. Wenn ich nur auf meine Klicks gucke, auch wenn ich und da mal großzügig abziehe, um Bots einzurechnen, dann muss es deutlich mehr Menschen geben, die lesen, als Menschen, die kommentieren!

      Ich glaube, wenn der Blog einmal auf der falschen Verteilerliste steht, dann ist es schwer, die Spam-Bots wieder loszuwerden. Wenigstens hat WordPress gute Plugins, um sie recht zuverlässig stummzuschalten!

      LG,
      Mikka

  9. Hallo Mikka,

    da muss ich auch kurz meinen Senf dazu abgeben. Zuerst danke für diesen wunderbaren Beitrag, der mir aus der Seele spricht. Ich finde es schade, dass die Interaktion immer mehr von den Blogs wegwandert zu den sozialen Medien, wo diese aber immer schneller durch neuen Content zugeschüttet wird. Ich mag jetzt Insta, Facebook und Twitter nicht all zusehr verdammen, immerhin kommt dadurch doch ein wenig Traffic auf die jeweiligen Blogs, die ich betreibe, aber ich empfinde es wirklich stellenweise als zu oberflächlich und schnelllebig. Ich nutze es größtenteils, um die Beiträge zu streuen und ein paar Gewinnspiele zu veranstalten, die auf dem Blog weniger Sinn machen.

    Daher: Ich bin froh über jeden Kommentar, der auf dem Blog landet. Wobei ich das manchmal auch differenziert sehe. Ich zum Beispiel kommentiere erst, wenn ich entsprechendes Buch auch selbst gelesen habe, ansonsten nehme ich den Beitrag erstmal auf, um mir Buch XY vorzumerken..

    Ein Blogsterben sehe ich aktuell nicht, eher eine Reduktion. Vielmehr sehe ich eine Müdigkeit bei den sozialen Medien einkehren. Insbesondere Insta fällt da aktuell sehr ins Gewicht, da die immer mehr so ändern, dass die zu einem zweiten TikTok werden. Das nervt aktuell sehr und bremst die Motivation aus, dort überhaupt groß was zu machen, da es aktuell gefühlt unterzugehen scheint.

    So, nun viel Blabla. Danke für deinen Blogbeitrag, der mir teilweise aus der Seele spricht und ich bin pro mehr Aktion auf Blogs. Meine zwei möchte ich jedenfalls unbedingt am Leben halten, da sie mir sehr viel Freude bereiten und ich dadurch viele Bücher lese, die ich ohne gar nicht kennenlernen würde.

    Liebe Grüße Marc

    • Hallo Marc,

      ja, das ist mein Hauptproblem mit den sozialen Medien – die Schnelllebigkeit. Alles ist darauf ausgelegt, die Nutzer:innen mit Dopamin zuzuschütten, damit sie weiterklicken und weiterklicken.

      Bei einer Rezension zu einem Buch, das ich noch nicht gelesen habe, ist mein Kommentar im Grunde nur da, um zu sagen: Ich habe deinen Beitrag gesehen.

      Ich sehe es bei manchen Blogs, denen ich schon länger folge, dass die Beiträge einfach immer weniger werden, sobald di:er Blogger:in einen Account z.B. bei Instagram angelegt hat. Die Blogs gibt es dann zwar noch, aber nur noch so halb.

      Ich bin auch entschlossen, am Medium Blog festzuhalten!

      LG,
      Mikka

    • Es ist eigentlich nicht das richtige Medium für einen Buchblog, aber nachdem viele meiner Follower dorthin abgewandert sind, bin ich irgendwann eingeknickt und dachte: Dann fahr’ ich halt zweigleisig.

        • Jaaa, das ist aber meines Erachtens auf fast allen Medien so, dass du immer Menschen findest, die keine Kritik an ihrer Filterblase wünschen… Das hat mir Facebook ziemlich endgültig verleidet. Eigentlich habe ich da nur noch einen Account, weil ich meine Rezensionen zugunsten der Autor:innen und Verlage breiter streuen möchte.

          Aber die Frage ist, ob das überhaupt was bringt. Da würde ich gerne mal Statistiken sehen! Wie viele Menschen lesen Rezensionen auf Facebook und kaufen dann das Buch oder besuchen die Verlagsseite? Ich vermute, nicht viele.

  10. Toller Beitrag, ich möchte wieder mehr auf meinem Blog machen und auch mehr Blogbeiträge lesen. Instagram/Bookstagram ist mir zu oberflächlich, dort gibt es zuviele Selbstdarsteller.

    Ich muss mal schauen, wie ich mehr Besucher auf meinem Blog bekomme.

    • Hallo Thorsten,

      es gibt auf Instagram durchaus auch lohnende Accounts, aber du hast schon recht – auch viele, wo die Bücher ein wenig untergehen.

      Besucher auf den Blog bekommen ist wirklich nicht mehr einfach!

        • Leider fällt mir da auch nichts ein, außer vielleicht: Das schreiben, was man selber würde lesen wollen? Aber es wäre auch etwas vermessen von mir, da Tipps geben zu wollen – ich feile seit 2012 hauptsächlich daran herum, mit meinen eigenen Rezensionen zufrieden zu sein! 😂

        • Bei anderen kommentieren 😉
          Zumindest klappt das bei mir ganz gut, wenn ich bei anderen öfter mal einen Kommentar hinterlasse, schauen sie meistens auch bei mir vorbei. Und wenn wir beim Buchgeschmack ähnlich liegen, dann entsteht oft ein Austausch.

          Mir ist auch wichtig, dass auf meine Kommentare geantwortet wird. Wenn ich woanders was drunter schreibe, ein paar mal und da kommt nichts dazu, dann lass ich das meistens. ^^

  11. Das grosse Blogsterben. Auf jeden Fall ist die aktive Bloggergemeinde geschrumpft. Während ich am Anfang ewig gebraucht habe den Reader durchzuarbeiten, ist das sehr überschaubar. Kontakt hat man eigentlich immer mit den selben. Was aber auch nicht schlecht ist. Man kennt sich ja mittlerweile recht gut. Das ist schon fast familiär. Am Anfang hab ich meine Beiträge auch zu Facebook und Twitter geteilt. Aber das hat mir keinen Spass gemacht. Ich bleibe beim Blog und überlasse den jungen ungeduldigen die anderen Medien.

    LG

    • Hallo Rina,

      das stimmt! Ich benutze FeedDemon, um zu verfolgen, was meine Lieblingsblogs Neues gepostet haben, und früher kam ich da gar nicht hinterher, das war Seite um Seite!

      Mein Herz hängt auch eher an meinem Blog als an meinem Instagram, geschweige denn an Facebook…

      LG,
      Mikka

  12. Hallo Mikka,

    als Leserin nervt mich der Klickmarathon sehr, wenn man gemütlich durch die Bloggosphäre stöbern will. Ich glaube, die Änderungen durch die DSGVO bringen nicht viel, weil doch alle schnell und genervt bestätigen und wegklicken, ohne zu lesen, was sie da erlauben. Wenn sie nicht gleich die Seite wieder ungelesen schließen.

    Ich machen auf den Social Media (Twitter und Insta) Hinweise auf neue Blogbeiträge, was dann oft dazu führt, dass der Blogbeitrag zwar aufgerufen und gelesen, aber doch auf Twitter oder Insta kommentiert wird. Ich liebe Interaktion und freue mich logischerweise auch über diese Kommentare, aber so verteilt sich die Diskussion auf verschiedene Medien und das finde ich schade. Ich hätte schon gern, dass mein Blog das Zentrum des Austausches wäre.

    Ich habe auch festgestellt, dass weniger kommentiert wird als früher. Ja, vielleicht ist das Konzept Blog überholt (?), aber nicht für mich. Das ist mein Medium und ich will das nicht durch Twitter, Facebook, Insta oder Tiktok ersetzen, die mir weniger geeignet für Buchrezensionen und Austausch scheinen. Da müsste man wohl auch befürchten, dass man alle paar Jahre (oder Monate?) auf das nächste In-Medium wechseln müsste.

    Bei mir ist die Kommentarfunktion an und eine extra Freischaltung ist nur beim ersten Kommentar erforderlich. Bisher hatte ich mit dieser Einstellung noch nicht so viel Spam-Ärger und hoffe, ich kann das dauerhaft so lassen.

    Liebe Grüße
    Gabi

    • Hallo Gabi,

      das kann ich eigentlich nur unterschreiben! Kaum jemand liest das wirklich, da bin ich mir sicher…

      Und genau, so geht mir das auch! Ich freue mich sehr über Kommentare auf FB und Insta, aber dieser Blog ist mir doch viel wichtiger.

      Ich habe das jetzt auch wieder so eingestellt, dass man nur beim Erstkommentar warten muss, ich hoffe, das klappt. Als ich so Probleme hatte mit massiven Spam-Attacken vor ein paar Jahren, hat mein Provider erstmal meinen Account gesperrt (und damit auch meinen Blog), und dann gesagt: Mach alles dicht, stell deine Sicherheitseinstellungen auf Maximum, wenn das nochmal passiert, müssen wir leider den Vertrag fristlos kündigen.

      Da war ich dann wahrscheinlich etwas zu übereifrig! Aber das ist ja ewig her, ich hoffe einfach mal, dass das jetzt nicht mehr passieren kann.

      LG,
      Mikka

    • Und schon hat es ein Spam-Bot irgendwie geschafft, hier einen Kommentar zu hinterlassen, obwohl es ja ein Erstkommentar war! Sehr merkwürdig, das alles… Ich beobachte es mal ein paar Tage. Im Zweifelsfall muss ihc wieder umstellen.

    • Oh ja, das find ich auch sehr seltsam! Diese Antworten auf twitter oder FB, obwohl man merkt, dass der Blogbeitrag gelesen wurde… da frag ich mich auch warum nicht direkt darunter kommentiert wurde 🙂

      • Schlimmer finde ich die Kommentare auf Instagram, wo man merkt, dass eben NUR der kurze Ausschnitt gelesen wurde, den ich quasi als Vorschau geschrieben habe, nicht der Blogbeitrag.

  13. Haha, ja so ist das. Manchmal 😀

    Aber ich entdecke tatsächlich wenig Blogs komplett ohne Kommentarfunktion. Wenn das so ist, muss ich allerdings gestehen, bin ich dort nicht mehr so gerne unterwegs. Mich ärgert das ein bisschen, wenn ich dort nicht mal einen Kommentar posten kann… für mich gehört das dazu, sonst ist es unnütz. Für mich wie gesagt. Bei anderen mag das durchaus anders sein, jeder wie er mag …

    Aber ich hab von den meisten gehört, dass sie sie wegen der DSGVO weggemacht haben. Das ist allerdings schon – wie lange? – her und nichts ist passiert. Deshalb versteh ich diesen Grund jetzt nicht mehr so wirklich.

    Spam Kommentare hab ich so gut wie nie … und es landen auch keine “echten” Kommentare im Spam Ordner. Ich bin da über die Jahre echt verschont geblieben.
    Erst seit ein paar Wochen, als blogger die Funktion etwas umgestellt hat (wir haben ja jetzt auch diesen Hinweis mit den Nutzungsbedingungen) landet ab und an mal ein Kommi im Spam.

    Ich bin ja auch auf FB und instagram, mittlerweile auch wieder auf twitter – aber eben auch, um von dort aus auf den Blog zu verweisen 😀 Wie und ob das viel nützt weiß ich nicht so recht, aber von FB kommen schon immer wieder klicks, auch von twitter. Von instagram glaub ich gar nicht… ich teil da halt, wie du schon sagst, das Bild und einen kurzen Text. Wer mehr wissen will muss dann halt zum Blog 😀

    Liebste Grüße, Aleshanee

    PS: Vielen Dank für den Link <3

    • Huhu Aleshanee,

      ich weiß auch nicht, warum die Spammer meinen Blog so übelst attakieren! Laut Wordfence kommen die im Moment vor allem aus Australien (?!) und China. Seit ich diesen Beitrag gepostet habe, musst ich schon wieder über 20 Kommentare löschen. Einmal gab es so eine Welle von hunderten von Spam-Attacken, dass der Provider meiner Domain meinen Account gesperrt hat. Danach habe ich dann die Einschränkungen so richtig eng eingestellt, damit das nicht nochmal passiert.

      Wenn ein Blog keine Kommentarfunktion hat, bin ich auch weniger geneigt, ihn öfter zu besuchen. Ich habe ein paar Blogs, die ich dann eben nur so einmal im Monat besuche, um zu gucken, ob es interessante Beiträge gibt.

      LG,
      Mikka

      P.S.: Gerne! 😊

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*