Jahresrückblicke

Meine Lieblingsbücher 2018

Meine Lieblingsbücher 2018

Buchempfehlungen aus dem alten Jahr…
…zum neuen Jahr

Schon wieder ist ein Jahr um, und auch 2018 habe ich zahlreiche Bücher gelesen, die mich begeistert haben. Ich möchte euch daher heute meine absoluten Lieblingsbücher zeigen, die ich nur wärmstens empfehlen kann!

Hello Sunshine

“Hello Sunshine” von Laura Dave

Im Januar fing das Jahr gut an mit der Geschichte der jungen Starköchin Sunshine. Diese ist eine echte Sensation – sie hat Millionen von Fans auf Youtube, einen Buchvertrag, ist generell ein echter Medienliebling… Aber dann stellt sich heraus, dass alles eine Lüge war und Sunshine gar nicht kochen kann, und damit geht alles den Bach runter.

Sie stellt fest, dass es dafür keine schnelle und einfache Lösung gibt, muss also wirklich in sich gehen und ihr Leben überdenken. Das Buch ist unterhaltsam, aber es regt dennoch zum Nachdenken an – über den schönen Schein, mit dem viele Menschen ihr Leben in den sozialen Medien präsentieren, und das, was wirklich wichtig ist.

Meine Rezension zu “Hello Sunshine”

“Sag den Wölfen, ich bin zu Hause” von Carol Rifka Brunt

Das Buch hat mich bitterlich zum Weinen gebracht, und dennoch habe ich es geliebt und bereue überhaupt nicht, es gelesen zu haben, im Gegenteil. Es geht um die 14-jährige June, die Hals über Kopf in ihren Onkel Finn verknallt ist, aber versucht, sich das nicht anmerken zu lassen. Die beiden verbindet eine innige Freundschaft – aber die hat ein Ablaufdatum, denn Finn hat Aids.

Als Finn stirbt, ist June am Boden zerstört. Dann lernt sie den einen Menschen kennen, der das genau nachvollziehen kann, und das ist für sie einerseits tröstlich, andererseits muss sie erkennen, dass sie nicht der wichtigste Mensch in Finns Leben war.

Meine Rezension zu “Sag den Wölfen, ich bin zu Hause”

Die vielen Leben des Harry August

“Die vielen Leben des Harry August” von Claire North

Harry August ist ein Kalachakra, und das bedeutet, dass sein Leben nicht linear verläuft. Er lebt sein Leben, er stirbt, er springt zurück zum Zeitpunkt seiner Geburt im Jahr 1919, und alles beginnt von vorn – wobei er die Erinnerung an seine vorherigen Leben behält. Die Kalachakra werden überwacht und im Zaum gehalten vom Cronus Club, der durch mündliche Überlieferung zwischen den Generationen Nachrichten durch die Zeit schickt. Doch die Nachrichten, die in die Zukunft gesandt werden, erreichen immer öfter nicht ihr Ziel…

Das Buch ist wahnsinnig originell, aber mein absoluter Lieblingsaspekt der Geschichte war die zwiespältige, tragische Freundschaft zwischen Antagonist und Protagonist.

Meine Rezension zu “Die vielen Leben des Harry August”

Rezension Valerie Geary Das Schweigen der Bienen

Valerie Geary: Das Schweigen der Bienen 

Ich war mir im April schon sicher, dass dieses Buch eines meiner Jahreshighlights sein würde. Absolut sicher. In der Geschichte geht es um die 15-jährige Sam und ihre kleine Schwester Ollie, die nach dem Tod der Mutter zu ihrem exzentrischen Vater Bear ziehen müssen. Auch wenn das Leben mit Bear alles andere als normal ist, rauft man sich schnell zusammen – doch dann wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, und Bear ist der Hauptverdächtige.

Sam zieht los, um die Unschuld ihres Vaters zu beweisen, während ihre kleine Schwester nur hilflos zugucken kann, denn seit dem Tod ihrer Mutter ist sie stumm. Aber sie kann die ‘Schimmernden’ sehen, die ihr Leben noch nicht losgelassen haben…

Das Buch lässt sich von Genregrenzen nicht einschränken: Gegenwartsliteratur, Krimi, Drama, Coming of Age, magischer Realismus? Es ist von allem ein wenig – aber auf jeden Fall großartig.

Meine Rezension zu “Das Schweigen der Bienen”

Beate Sauer: Das Echo der Toten

Beate Sauer: Das Echo der Toten

Es gibt Bücher, das sind wir uns in unserem Krimilesekreis dermaßen einig, dass gar keine rechte Diskussion aufkommt. Dieses Buch fanden wir alle toll, Punkt. Es spielt im Januar 1947 – ein lebensbedrohlich kalter Jahrhundertwinter! –, und im Nachkriegsdeutschland herrschen bitterer Hunger und Angst vor den Besatzern.

Die Heldin der Geschichte, Friederike Matthée, gehört zur Weiblichen Polizei in Köln (ja, sowas gab es!) und muss nach einem Mordfall mit Ermittler Richard Davies von der britischen Military Police zusammenarbeiten. Das Buch ist nicht nur spannend, sondern es liefert auch einen großartigen Einblick in das Leben in dieser Zeit.

Meine Rezension zu “Das Echo der Toten”

Keigo Higashino Unter der Mitternachtssonne

Keigo Higashino: Unter der Mitternachtssonne

Die Geschichte beginnt in Japan, im Jahr 1973. Ein Pfandleiher wird ermordet, doch Kommissar Sasagaki kann den Fall nicht lösen – aber auch nicht loslassen. Zwanzig Jahre lang bleibt der Fall in seinen Gedanken stets präsent. Der Leser folgt jedoch meist nicht dem Kommissar, sondern den Menschen im Umfeld des Opfers, mit wechselnden Perspektiven und diversen Zeitsprüngen.

Das Buch ist sehr komplex, man muss wirklich konzentriert dabei bleiben, um nichts zu überlesen und den Faden nicht zu verlieren. Aber in meinen Augen lohnt sich die Mühe, denn der Autor erzählt eine wirklich dichte, psychologisch hochinteressante Geschichte.

Rezension “Unter der Mitternachtssonne”

Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone

Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone

Eine Zeitlang war dieses Buch – geschrieben von einer Autorin mit nigerianischen Wurzeln – in aller Munde, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Ich fand es großartig, gerade weil es nicht ‘nur’ Fantasy ist,  sondern auch Themen wie Rassismus und Diktatur anspricht. Die Welt des Buches basiert auf der westafrikanischen Religion der Yoruba, die Helden sind schwarz, und damit erfahren dunkelhäutige Menschen in der Fantasyliteratur für junge Leser endlich Repräsentation.

Meine Rezension zu “Children of Blood and Bone”:

https://books-and-cats.de/rezension-thriller-vier-vier-menschen-zwei-zwei-wahrheiten-eins-eine-luege-leider-insgesamt-nicht-mein-buch/

Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich

Damit kommen wir zu einem völlig anderen Buch, das für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert war, jedoch leider nicht gewonnen hat. Hier geht es um eine junge Nachtwächterin, die in einer Fabrik arbeitet, wo eigentlich gar nichts mehr möglich ist, weil sie bald geschlossen werden soll. Die namenlose Ich-Erzählerin erfährt, dass sich ein Wolf auf dem Fabrikgelände herumtreiben soll, und ist fortan besessen von dem Gedanken.

Viel passiert nicht, streng genommen.

In den Gedanken der Erzählerin spielt sich dafür ganz viel ab. Man kann die Geschehnisse auf vielerlei Arten interpretieren, und ein Richtig oder Falsch gibt es dabei nicht. Fest steht, es geht (unter anderem) um Grenzen und die Angst vor dem Unbekannten und die absolute Subjektivität der Wahrnehmung.

Meine Rezension zu “Hier ist noch alles möglich”

Susanne Röckel Der Vogelgott

Susanne Röckel: Der Vogelgott

Noch ein für den Buchpreis nominiertes Buch, noch eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Es ist düster und bedrohlich und liest sich wie ein schwarzromantisch-abgründiger Schauerroman. Kafka, Edgar Allen Poe und H.P. Lovecraft lassen grüßen. Ich mag so etwas sehr gerne, wenn es gut gemacht ist – und das ist “Der Vogelgott” meines Erachtens.

Es ist nicht leicht, die Handlung zusammenzufassen, deswegen vielleicht nur so viel: vier Mitglieder einer Familie begegnen auf unterschiedliche Art (und ohne es zu ahnen) menschlichen Boten des Vogelgotts, und ihr Leben nimmt ab diesem Punkt eine drastische Wendung. Das liest sich wie ein Albtraum, die Realität ist nur noch Blendwerk… Da das Buch sicher nicht jedermanns Sache ist, empfehle ich die Leseprobe!

Meine Rezension zu “Der Vogelgott”

Kai Meyer Krone der Sterne

Kai Meyer: Die Krone der Sterne

Eigentlich habe ich 2018 den zweiten Band gelesen, ziehe es jedoch vor, in dieser Liste stattdessen den ersten Band zu empfehlen. (Alleine schon, um Spoiler zu vermeiden.) Ich könnte hier wahre Romane schreiben, denn ich werde es nie müde, über “Die Krone der Sterne” zu schwärmen… Aber am besten fange ich damit gar nicht erst an! Um stattdessen einfach mal aus meiner Rezension zu zitieren:

In einer gelungenen, nahtlosen Mischung aus Science Fiction und Fantasy trifft hier das Futuristische auf das Märchenhafte. Raumgleiter, Blaster und Hyperraumsprungtore spielen genauso eine Rolle wie ein mächtiger Hexenorden, eine geheimnisvolle Gottkaiserin oder die uralten Kathedralen der Stille.

Mögt ihr Star Wars? Mögt ihr Bablyon 5? Mögt ihr Firefly? Dann lest die Bücher. Und wenn nicht: lest sie trotzdem.

Meine Rezension zu “Die Krone der Sterne”

Min Jin Lee Ein einfaches Leben

Min Jin Lee: Ein einfaches Leben

Dieses Buch beschäftigt sich mit einer Problematik, die dem deutschen Leser im Allgemeinen nicht sonderlich präsent ist: die japanisch-koreanische Geschichte im 20. Jahrhundert. Dies wird verpackt in ein Familienepos, das sich über 70 Jahre erstreckt, und besonders die Unterdrückung und Vorurteile, denen die Koreaner ausgesetzt waren, werden sehr eindrücklich beschrieben.

Die Geschichte wird sehr vielschichtig, differenziert und komplex geschildert, und meines Erachtens ist das unbedingt lesenswert.

Meine Rezension zu “Ein einfaches Leben”

David Whitehouse Der Blumensammler

David Whitehouse: Der Blumensammler

Im Jahr 1983 findet Peter Manyweathers, ein einfacher Reinigungsfachmann, in einem Bibliotheksbuch einen alten Liebesbrief, der ihn tief berührt. In dem Brief ist die Rede von sechs seltenen Blumen, und fortan ist Peter besessen davon, mehr über sie herauszufinden. Als er tatsächlich loszieht auf Expeditionsreise, weiß er noch nicht, worauf er sich einlässt… Dreißig Jahre später sieht der junge Dove Gale nach jedem Schub seiner Migräne Szenen aus Peters Leben – Erinnerungsfetzen, die er eigentlich gar nicht besitzen dürfte.

Die Geschichte hat zwar fantastische Elemente, wirklich bewegend ist sie jedoch, weil es immer um sehr grundlegende menschliche Emotionen geht. Und obwohl ich normalerweise kein allzu großer Fan von Liebesgeschichten bin, hat mich die Liebesgeschichte in diesem Buch sehr bewegt.

Meine Rezension zu “Der Blumensammler”

Das waren also meine Lieblingsbücher aus 2018!

Was hat euch im letzten Jahr besonders gefallen?

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Liebe Grüße,
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2 thoughts on “Meine Lieblingsbücher 2018

  1. Liebe Mikka,

    ich war ja schon sträflich lange nicht mehr bei Dir. Das tut mir wirklich leid. Als Du mich im Sommer getaggt hast und ich nicht gleich kommentieren konnte, war es danach schwierig, weil ich zu dem Zeitpunkt in der Klinik war. Na ja, das letzte halbe Jahr im Allgemeinen war gesundheitlich nicht so toll.
    Aber ich möchte Dir auf jeden Fall ein gutes neues Jahr wünschen und ich hoffe, Du bist gesundheitlich stabil?
    Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone will ich auf jeden Fall noch lesen!
    “Die vielen Leben des Harry August” von Claire North und Der Blumensammler interessieren mich auch.
    Min Jin Lee: Ein einfaches Leben habe ich gerade auf meine Wunschliste gesetzt. Die Politik in der Region interessiert mich.
    Kai Meyer habe ich 2018 entdeckt und bin schockverliebt. 😀 Die Wolkentrilogie habe ich gehört und die Seiten der Welt. (The best ever! ♥) Gerade lese ich Die Spur der Bücher, danach geht es weiter mit dem Dschinnland und Die Krone der Sterne kommt sicher auch noch dran. Und nach Deinem Kommentar darunter freue ich mich gleich nochmal mehr.

    Sei herzlich gegrüßt
    Petrissa

    1. Liebe Petrissa,

      mach dir da keinen Stress – ich war ja auch sträflich lange nicht mehr bei dir! Das tut mir auch leid…

      Gesundheitlich war es ein schwieriges Jahr, ich habe jetzt auch aufgehört, zu arbeiten, und hoffe, dass ich Frührente bekomme. Aber die Beraterin der Rentenversicherung meinte, das müsste eigentlich klappen.

      “Die Seiten der Welt” möchte ich auch noch lesen – ach, überhaupt stehen die Bücher von Kai Meyer jetzt alle auf meiner Wunschliste…

      LG,
      Mikka

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