Mittendrin Mittwoch

[ Mittendrin Mittwoch ] Traurige unzuverlässige Erzähler

Mittendrin Mittwoch
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Mittendrin Mittwoch
© Beitragsbild: Elizabeta Stankovic / read books and fall in love


Mittendrin Mittwoch ist eine Aktion des Blogs ‘read books and fall in love‘.

Dabei geht es um literarische Momentaufnahmen – kurze Ausschnitte der Bücher, die wir gerade lesen, plus unser derzeitiger Eindruck davon.

In welchem Buch liest du?

Die allertraurigste Geschichte

Ford Madox Ford: Die allertraurigste Geschichte

Ich lese das Buch im Moment für eine Leserunde auf WhatchaReadin und bin bisher sehr angetan! Was vor allem daran liegt, dass ich eine Schwäche für das Stilmittel des unzuverlässigen Erzählers habe, wenn es gut gemacht ist. Ich liebe es, wenn sich Stück für Stück enthüllt, dass der Erzähler mich entweder a) bewusst täuscht oder b) selber erst nach und nach realisiert, dass die Dinge ganz anders sind, als gedacht.

Ein Beispiel dafür sind die fragwürdigen Heldinnen der Autorin Gillian Flynn, aber auch die Erzählerin in Paula Hawkins “Girl on the Train”.

Der Erzähler in “Die allertraurigste Geschichte” beginnt geradezu euphorisch damit, zu beschreiben, wie innig und herzlich die Freundschaft zum Ehepaar Ashburnham ist. Aber man spürt direkt: das stimmt doch etwas nicht? Er widerspricht sich hier und dort – kennen die Ehepaar sich nun perfekt oder eigentlich gar nicht? –, und es schleicht sich einfach oft so ein merkwürdiger Misston ein. Manchmal habe ich mich gefragt, ob er sie nicht in Wirklichkeit hasst.

Wenn ich mir den Klappentext so anschaue, ist das wohl auch exakt das, was passieren wird!

Klappentext:
“Am Vorabend des Ersten Weltkriegs verbringen die Ehepaare Ashburnham und Dowell alljährlich glückliche Tage in Bad Nauheim. Erst nach dem Tod seiner Frau entdeckt John Dowell, dass der Schein in all den Jahren getrogen hat, und er beginnt, den wahren Charakter seiner Freunde und seiner Frau zu erkennen. Ein bewegender Roman, der den Leser mit jedem seiner betörenden Sätze tiefer in das Labyrinth der menschlichen Seele lockt.”

Wie sehen deine nächsten Zeilen aus?

Zitat:
Jedenfalls wusste sie schon vorher alles, was Florence ihr zu sagen hatte. Vielleicht holte sie es sich aus dem Baedeker, wenn Florence noch schlief. Ich will nicht sagen, Leonora hätte sich anmerken lassen, dass sie irgendetwas wusste; aber wenn Florence uns zu erzählen begann, wie Ludwig der Kühne drei Frauen zugleich haben wollte – worin er sich von Heinrich VIII. unterschied, der sie nacheinander haben wollte, was sehr viel Verdruss zur Folge hatte –, wenn Florence anfing, uns dies zu erzählen, nickte Leonora bloß, und zwar auf eine Art, die meine Frau ganz nett durcheinander brachte.

Was lest ihr im Moment so?

Kategorie: Mittendrin Mittwoch

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