NaNoWriMo

[ NaNoWriMo ] Das hat dieses Mal nicht lange gedauert.

NaNoWriMo 2 day streak

Ich habe euch schon erzählt, was NaNoWriMo eigentlich ist, und dass ich dieses Jahr wieder dabei bin bei dem Wahnsinn. Und ich habe euch das Cover gezeigt, dass ich für mein diesjähriges Projekt erstellt habe.

NaNoWriMo Selbstzweifel

Heute bricht der dritte NaNoWriMo-Tag an, und ich habe schon etwas hinter mir, was mich normalerweise erst erwischt, wenn ich schon etwa 30.000 Wörter geschrieben habe: der lähmende Selbstzweifel.

“Was habe ich mir dabei gedacht?”
“Die Idee ist furchtbar.”
“Ich kann überhaupt nicht schreiben!”
“Gott, warum tue ich mir das immer wieder an?!”

Jeder Wrimo kennt das. Das ist vollkommen normal. Aber dass es mich dieses Mal schon gestern, am zweiten Tag (!!!) , heimtückisch von hinten angesprungen hat, ist ungewöhnlich. Wahrscheinlich ist bei mir auch das Problem, dass ich den NaNoWriMo schon sechs Mal mitgemacht habe, aber mit keinem einzigen meiner Manuskripte danach irgendetwas gemacht habe. Jedes Jahr nehme ich mir vor: dieses Mal wird es anders sein. Dieses Mal werde ich nach dem NaNoWriMo mein Manuskript überarbeiten und es an Verlage schicken.

Und jedes Mal überwältigen mich die Selbstzweifel.Bringt doch eh nichts, das will doch kein Verlag haben.

Manche Wrimos schreiben gar nicht mit dem Ziel, ihr Buch zu veröffentlichen. Für sie ist Schreiben ein Hobby, in sich schon ein Selbstzweck. Und vielleicht ist das die richtige Herangehensweise – wenn man das Manuskript ganz entspannt fertig geschrieben hat, kann man ja immer noch überlegen, ob man damit was machen will.

Gestern war bei mir also verfrüht schon “dark night of the soul” angesagt, aber ich habe trotzdem geschrieben. Und im Ganzen habe ich jetzt immerhin schon 6.479 Wörter und damit den ersten Akt meiner Geschichte fertig (also zumindest die Rohfassung, niemand schreibt beim NaNoWriMo direkt ein fertiges Buch).

Ich habe den dumpfen Verdacht, dass mich meine Vorbereitung eher behindert, als dass sie mir hilft. Ich habe im Oktober meine Geschichte schon ausführlich geplant (das ist erlaubt, solange man noch nicht schreibt) und dachte eigentlich, damit müsse das Schreiben viel einfacher sein. Aber tatsächlich fühle ich mich davon eher eingeschränkt.

In den letzten Wochen habe ich viele Schreibratgeber gelesen und verschiedene Methoden studiert, von Harmons “Plot Embryo” über “Save the Cat” bis hin zu “Take off your pants”. (Ja, schräge Titel sind da voll angesagt.) Und ich habe mich bei der Planung meines Buches daran orientiert, aber irgendwie fühlt sich das für mich an wie Malen nach Zahlen. Ich kenne Autoren, die auf diese Methoden schwören und damit schon jede Menge erfolgreiche Bücher veröffentlicht haben, aber ich habe das Gefühl, für mich funktioniert es nicht. (Leider.)

Ich lese gerade das Buch “Story Trumps Structure”, wo es genau darum geht, dass viele Schreibratgeber eine Struktur vorgeben, die mehr oder weniger ausführlich ausfällt. Der Autor meint, dass man damit das Pferd von hinten aufzäumt. In seinen Augen sind die Geschichte, die Handlung, die Charaktere erstmal viel wichtiger als die Struktur, und die Struktur kommt quasi erst nach diesen Dingen.

Klingt für mich plausibel.

In dem Buch geht es nicht um Akte oder darum, nach wie vielen Wörtern ein Charakter den Abgrund seiner Seele erleben sollte – wobei der Abgrund der Seele durchaus eine Rolle spielt. Der Autor sprich viel über die Charaktere, ihre Motivation, ihre Entdeckungen, ihr Wandel, aber es geht auch um Eskalation, unerwartete Wendungen oder moralische Dilemmas.

I like it.

Jedenfalls ist heute der dritte Tag und damit “Double Up Day”, wo wir alle versuchen, doppelt so viel zu schreiben wie normal.

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