Lesenächte und Leserunden

[ Lesemarathon Katis Buecherwelt ] Weekend Read-a-Thon #9

Weekend Read-a-Thon Katis Bücherwelt

Der Weekend Read-a-Thon von Katis Bücherwelt geht in eine neue Runde!

[ Hier könnt ihr bis zum 25. um 21 Uhr anmelden. ]

Vom 26. bis zum 28. Oktober lesen wir wieder, bis die Seiten rauchen, und tauschen uns über das Gelesene aus. Einmal am Tag trägt man seine gelesenen Seiten auf Katis Blog ein, und dort gibt es auch jeweils eine Tagefrage.

Man kann teilnehmen, ohne einen eigenen Blogbeitrag dazu zu schreiben – auf der Seite, die ich im letzten Abschnitt verlinkt habe, findet ihr Näheres zum Ablauf und den Regeln.

Ich lese dieses Wochenende:

Kai Meyer: HexenmachtJo Nesbø Macbeth

26. Oktober

Tagesfrage: Welches Buch habt Ihr zuletzt gelesen?

Marie Reiners Frauen die Bärbel heißen

Marie Reiners: Frauen, die Bärbel heißen

Klappentext:
“Bärbel Böttcher, 54, ledig, keine Kinder, von Beruf Tierpräparatorin, lebt mit ihrer Mischlingshündin Frieda im Haus ihrer toten Eltern abgelegen am Rand einer Kleinstadt. Sie hat weder Familie noch Freunde, und das ist gut so, denn Bärbel ist Eigenbrötlerin aus Überzeugung.”“Als sie eines Morgens mit Frieda spazieren geht, findet sie im Wald einen Toten, dem ein Stock im Auge steckt. Nachdem Bärbel wohl oder übel die Polizei verständigt und ihre Aussage gemacht hat, ist sie froh, wieder zu Haus auf dem Sofa zu sitzen und ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Verkaufssendungen im Shoppingkanal schauen.”“Bis es an der Tür klingt. Was es sonst nie tut. Und vor Bärbel eine Frau steht, die behauptet, die Ehefrau des Opfers zu sein und die Bärbel im nächsten Moment wenig charmant mit einem Elektroschocker außer Gefecht gesetzt hat.”“Dass das erst der Anfang allerlei sich überschlagender Ereignisse war, wird Bärbel schnell klar. Denn alsbald hat sie eine verletzte Schauspieler-Gattin (die Frau des Toten im Wald) im Keller, einen schnüffelnden Lokalreporter im Garten und unwillkommene Scherereien am Hals. Vorbei ist es mit dem beschaulichen Einsiedlerdasein, und Bärbel bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die neue Situation einzulassen.”

Ich fand das Buch großartig! Es ist bitterbitterböse, dabei aber auch sehr humorvoll und auch nicht ohne ein bisschen Tiefgang – für mich die perfekte Mischung.

Gelesene Seiten:

“Hexenmacht”: Seite 108 bis 209 = 101 Seiten

27. Oktober

Tagesfrage:

Lest Ihr an Halloween etwas themenbezogenes? Oder feiert Ihr dieses Spektakel mit Verkleidung und Co.?

Nein, das kann ich nicht behaupten! Wir kaufen jedes Jahr Süßkram für Kinder, aber die kommen fast nie bis zu unserem Haus – unser Haus steht eher am Rand der Siedlung, und man muss einmal fast ganz drum herum laufen, bis man zur Tür kommt, und ich vermute, das finden die Kinder im Dunkeln zu gruselig!

Gelesene Seiten:

“Hexenmacht”: Seite 209 bis 480 = 271 Seiten

28. Oktober

Tagesfrage: Was haltet Ihr von Protagonisten, die absichtlich unsympathisch / soziopathisch / merkwürdig sind?

Wenn es gut geschrieben ist, finde ich das sehr interessant. Einige meiner Lieblingsscharaktere fallen zumindest teilweise darunter, wie zum Beispiel die Protagonistinnen in den Büchern von Gillian Flynn, oder die Bestatterin Blum in Bernhard Aichners Totenfrau-Trilogie. Aber es ist wirklich eine Meisterleistung, wenn ein Autor es schafft, dass man die Geschichte des Protagonisten dennoch hören will, und das kann auch ganz schön schief gehen.

Ich lese im Moment “Macbeth” von Jo Nesbø, eine Neuerzählung des Shakespeare-Dramas, und bin da auf Seite 247 – und so langsam habe ich den Eindruck, dass es in diesem Buch eher misslingt… Im Drama kauft man es Macbeth ab, dass  er zum Mörder wird, um selber die Königskrone zu erlangen – aber das spielt ja auch in einer ganz anderen Zeit, wo es noch gang und gäbe war, die Thronfolge mit dem Schwert ein wenig abzukürzen. Außerdem sind die Charaktere in einem Theaterstück zwangsläufig etwas plakativer als die Charaktere in einem Roman, da sich dzie Handlung da in zwei oder drei Stunden erzählen lassen soll. In einem Roman erwarte ich da mehr Begründung und Charakterentwicklung.

Das Buch von Nesbø spielt in der Gegenwart, und auf den ersten ~150 Seiten war Macbeth zwar ein harter Hund, aber ein aufrechter Polizist mit Prinzipien, der seinem Chief Commissioner Duncan (der nimmt die Rolle des Königs ein) Loyalität und Bewunderung entgegenbrachte. Dann trifft er auf einmal drei drogensüchtige, entstellte Prostituierte (zumindest glaubt er das), die was von “Heil dir, Macbeth!” säuseln und ihm was erzählen von wegen, dass er bald selber Chief Commissioner sein wird (im Original sind das drei Hexen, die mit Prophezeiungen die Dinge aufmischen), und obwohl er das natürlich eigentlich nicht glaubt, geht sein Abstieg danach ganz schnell.

Macbeth wird befördert, und erst denkt er sich “Yay, wenn ich so weiter mache, wird das noch was mit der Karriere!”. Aber Lady, seine Geliebte, denkt da gefühlte fünf Sekunden drüber nach und sagt dann: “Wir müssen ihn umbringen.” Also Duncan, den Chief Commissioner. Und das war es dann mit der Loyalität und den Prinzipien, und danach geht es mit Macbeth so steil abwärts, dass er mir überhaupt nicht mehr wie die selbe Person vorkommt.

Ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht…

Gelesene Seiten:

“Macbeth”: Seite 1 bis 247.

 [ Rubrik Lesenächte und Leserunden ]

Liebe Grüße,
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3 thoughts on “[ Lesemarathon Katis Buecherwelt ] Weekend Read-a-Thon #9

  1. Hallo Mikka,

    “Frauen, die Bärbel heißen” hört sich vom Klappentext wirklich super an. Aber ich vermute, ein ganzes Buch lang wäre mir dieser Humor zu viel.

    “Ein einfaches Leben” habe ich letztens schon irgendwo gesehen. Das hört sich toll an.

    Ich lese zu Halloween auch nichts themenbezogenes. Horror interessiert mich nicht und für Thriller brauche ich nicht extra Halloween 😀

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Huhu Julia,

      es ist jetzt nicht so nerviger Schenkelklopf-Humor – eher wirklich, wirklich böse… Ich hatte anfangs auch die Befürchtung, dass der Humor mich auf Dauer abstoßen könnte. 😉

      LG,
      Mikka

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