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[ Blogtipps ] Tipps für (d)eine gute Buchrezension

Tipps für deine gute Buchrezension

Tipps für (d) eine gute Buchrezension
© Beitragsbild: rawpixel bei Pixabay


Beitrag erstellt im Rahmen der #NetgalleyDEChallenge 2018


Inhalt

Sinn und Zweck dieses Beitrags

Ich kann mich noch gut erinnern, wie das war: Ende 2012 startete ich voller Enthusiasmus meinen ersten Buchblog und schrieb frei von der Leber weg meine Rezensionen. Ohne großartige Selbstreflexion, Plan oder Organisation. Und das hat Spaß gemacht, keine Frage, aber im Rückblick entsprechen diese alten Rezensionen nicht mehr meinem eigenen Anspruch.

Natürlich muss jeder Blogger seinen eigenen Stil entwickeln – Rezensionen sind etwas sehr Individuelles. Aber ich wäre als neue Bloggerin dankbar gewesen für ein paar Tipps! Heute gibt es deutlich mehr Buchblogger und eine Vielzahl an Tutorials und Ratgebern. Dennoch denke ich schon länger darüber nach, euch meinen persönlichen Modus Operandi vorzustellen.

Als in der #NetgalleyDEChallenge die Aufgabe gestellt wurde, Ratschläge für gute Rezensionen zu schreiben, schien die richtige Zeit gekommen!

Hier kommen also meine gesammelten Gedanken zum Thema, was eine gute Buchrezension ausmacht:

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Bibliographische Informationen

Dass eine Rezension Titel und Autor(in) beinhaltet, ist selbstverständlich. Aber wenn ich eine Rezension lese, möchte ich persönlich mindestens noch Originaltitel, Übersetzer(in) (falls vorhanden) und Verlag erfahren. Am liebsten ist es mir, wenn die Rezension darüber hinaus ISBN, Seitenzahl, Erscheinungsdatum und Genre auflistet. Bei Hörbüchern finde ich auch die Laufzeit und den Sprecher beziehungsweise die Sprecherin wichtig.

Diese Informationen, die viele Leser interessieren, lassen sich schnell und einfach vor oder nach der eigentlichen Rezension einfügen. Ich empfehle jedem Rezensenten, sich die Zeit zu nehmen!

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Klappentext / eigene Zusammenfassung der Handlung

Hier scheiden sich die Geister!  Manche Leser mögen es gar nicht, wenn eine Rezension die Handlung nicht selber zusammenfasst, sondern stattdessen den Klappentext zitiert, andere sehen das umgekehrt.

In meinen Augen ist beides effektiv – ABER.

Wichtig ist für mich Folgendes: eine Rezension sollte nicht nur aus einer ausgedehnten Zusammenfassung der Handlung bestehen (plus Pauschalurteil à la “Ich fand’s toll” oder “Ich fand’s grottenschlecht”)! Das finde ich aus zwei Gründen problematisch: Erstens weil diese Zusammenfassungen manchmal zu viel verraten – was das Vergnügen, das Buch selber zu lesen, arg beeinträchtigen kann. Und zweitens verweise ich auf die Definition laut Duden:

Re­zen­si­on, die

  1. kritische Besprechung eines Buches, einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, künstlerischen Darbietung o. Ä., besonders in einer Zeitung oder Zeitschrift
  2. (Fachsprache) berichtigende Durchsicht eines alten Textes; Herstellung einer dem Urtext möglichst nahekommenden Fassung

“Kritische Besprechung” – für mich heißt das, dass dem Leser zumindest eine begründete Meinung präsentiert wird. Was fand der Rezensent gut, was fand er nicht gut, und warum?

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Grundlegende Kriterien für eine fundierte Rezension

Vor ein paar Jahren habe ich mir eine grundlegende Liste von Kriterien erstellt:

  • Originalität / Einfallsreichtum
  • Spannungsbogen (auch: Gewalt / welche Art von Spannung) / Tempo
  • Logik / Schlüssigkeit / Glaubhaftigkeit
  • Charaktere (Entwicklung / Authentizität / Komplexität)
  • Schreibstil (Metaphern / Atmosphäre / Beschreibung der Handlungsorte / Sprachrhythmus / Dialoge)
  • Humor
  • Romantik
  • Erotik

Natürlich sind nicht alle Kriterien für alle Genres wichtig! Bei einem Krimi streiche ich Romantik und Erotik meist direkt von der Liste. Bei einem Liebesroman gehe ich nicht zwingend auf Logik ein.

Ich arbeite die Liste nicht Punkt für Punkt ab!

Bevor ich eine Rezension schreibe, mache ich mir oft Stichworte, was ich zu welchem Kriterium sagen möchte. Ich schreibe dennoch locker und ungezwungen und halte die obige Reihenfolge nicht unbedingt ein.

Manchmal schreibe ich die Rezension erstmal ohne vorherige Stichworte in einem Rutsch runter. Dann erst schaue ich, ob ich zu jedem Kriterium, das für das Buch eine Rolle spielt, etwas gesagt habe. Wenn ich feststelle, dass ich die Dialoge noch nicht erwähnt habe, fällt mir vielleicht ein, dass ich die Beziehungen zwischen den Charakteren unglaubwürdig fand.

Für mich ist die Liste vor allem ein Denkanstoß. Sie soll ein Hilfsmittel sein und nicht einschränken!

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Rechtschreibung und Lesbarkeit

Es ist meines Erachtens kein Drama, wenn sich das ein oder andere Fehlerteufelchen einschleicht. Sogar veröffentlichte Bücher sind immerhin nur selten 100%ig fehlerfrei! Aber wenn sich die Fehler häufen, kann das der Lesbarkeit deiner Rezension schaden. Es kann dazu führen, dass potenzielle Leser deinen Blog frustriert wegklicken und nie zurückkommen.

Es kann eine Herausforderung sein, deinen Beitrag so fehlerfrei wie möglich zu schreiben, besonders für Blogger mit Legasthenie. Wenn du weißt, dass du damit Schwierigkeiten hast, empfehle ich, deinen Text vor dem Veröffentlichen durch eine Rechtschreibprüfung laufen zu lassen. Vielleicht besitzt du ein Schreibprogramm, das diese Funktion anbietet, ansonsten kannst du kostenlose Online-Tools wie die Rechtschreibprüfung von rsp24 nutzen.

Das kann zwar nicht jeden Fehler erkennen, aber wenigstens einen Teil ausmerzen. 

Auch andere Dinge können die Lesbarkeit nachteilig beeinflussen – und das sogar noch gravierender als Rechtschreibfehler! –, wie zum Beispiel eine Vielzahl von endlosen Schachtelsätzen oder ein Übermaß an Füllwörtern. Es gibt verschiedene Maßstäbe, was die Lesbarkeit eines Textes ausmacht, und die wenigsten eignen sich perfekt für Buchblogger, können aber zumindest als Anhaltspunkt dienen.

Auch hier möchte ich euch ein Online-Tool empfehlen:

Die Textanalyse von Wortliga fragt zahlreiche Kriterien ab, wie Satzlänge, unpersönliche Formulierungen, Phrasen oder Füllwörter. Die Ergebnisseite listet diese Kriterien mit  grünem, gelbem oder rotem Hintergrund auf – je nachdem, wie die Umsetzung im geprüften Text eingeschätzt wird. Fährt man mit der Maus über ein Kriterium, hinterlegt das Tool relevante Passagen im Text farbig.

Lesbarkeitsprüfung Wortliga
Ausführliche Auswertung

Wahrscheinlich wollt ihr das nicht jedes Mal machen, wenn ihr eine Rezension schreibt! Aber es kann hilfreich sein, es ab und an zu tun, um ein besseres Gespür für den eigenen Stil zu bekommen.

Bei Wordpess gibt es das Plugin “Yoast SEO”. Dieses zeigt beim Bearbeiten eines Beitrags eine Analyse und Tipps zur Lesbarkeit an (außerdem ist es gut für die Suchmaschinenoptimierung, aber das ist Stoff für einen anderen Beitrag):

Yoast SEO Lesbarkeit

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Kennzeichnung als Anzeige

Ich bin keine Rechtsanwältin und kann daher keine Gewähr geben. Ich habe diese Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt.

Was nicht erst seit der neuen DSGVO wichtig ist: Wann muss ich meine Rezension als Werbung kennzeichnen?

Wenn ihr das Buch selber gekauft habt und keine Vergütung für die Rezension bekommt, besteht keine Kennzeichnungspflicht.  Außer, ihr verbindet die Rezension mit einem Affiliate-Link (das heißt, ihr bekommt ein gewisses Entgelt, wenn jemand dem Link folgt und das Buch kauft).

Verschiedene Webseiten haben da verschiedene Ansichten. Die meisten scheinen sich jedoch einig zu sein, dass eine Rezension nicht zwingend Werbung sein muss, wenn der Blogger ein  Rezensionsexemplar erhalten hat. Zum Beispiel heißt es im Beitrag “5 rechtliche Fragen beim Buchbloggen” von Netgalley:

“Besprechungen von Büchern sind unter dem Strich mit Produkttests zu vergleichen. Wird außer dem Rezensionsexemplar keine Vergütung gezahlt und gibt es keine inhaltlichen Vorgaben eines positiven Berichts, sondern der Blogger kann unvoreingenommen seine Meinung schreiben, liegt auch bei einer euphorischen Besprechung keine Werbung vor, wenn sie denn ein „objektiver Test“ ist.”

In so einem Fall beginne ich meine Rezension ohne Kennzeichnung  als Anzeige oder Werbung. Ich beginne mir dem Satz: “Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir vom Verlag / vom Autor / von der Autorin / von xyz für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt”. Es ist mir wichtig, meinen Lesern gegenüber transparent zu sein.

Eine ganz andere Geschichte ist es, wenn:

  • …ihr für eure Rezension Geld oder eine andere Vergütung bekommt
  • …eure Rezension Teil einer Werbekampagne des Verlags ist (ich zähle auch Blogtouren dazu)
  • …der Verlag Einfluss auf den Inhalt der Rezension nimmt

In dem Fall muss die Rezension deutlich mit #anzeige / Anzeige oder #werbung / Werbung gekennzeichnet werden. Und zwar nicht weit unten oder winzig klein, sondern in lesbarer Schriftgröße gut sichtbar! Manche Webseiten fordern, es müsse schon in der Überschrift stehen, andere nur, es müsse dem Leser problemlos und sofort ersichtlich sein. Ich schreibe es nicht in die Überschrift, aber noch vor den eigentlichen Text der Rezension.

Uneinigkeit herrscht im Netz, was Links zum Verlag oder zu kommerziellen Webseiten wie Amazon, Thalia  &  Co. angeht. Affiliate-Links sind ganz klar Werbung, aber was ist mit “normalen” Links? Zum Teil wird argumentiert, alleine diese Verlinkung stelle eine Werbewirkung für die verlinkte kommerzielle Seite dar. Daher seien solche Links ebenfalls als Werbung zu kennzeichnen.

Ich gehe da lieber auf Nummer sicher – ABER.

Wenn eure Rezension an sich keine Kennzeichnungspflicht hat (siehe oben), ihr aber solche Links einbetten wollt, könnt ihr das bewerkstelligen, ohne ‘Werbung’ oder ‘Anzeige’ ganz an den Anfang schreiben zu müssen. Ihr könnt die Links deutlich räumlich abgegrenzt ans Ende der Rezension stellen und darüber schreiben Die folgenden Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

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Copyright Bilder & Zitate

Bilder

Bilder können einen Blogbeitrag und damit auch eine Rezension optisch auflockern und attraktiver machen. Die meisten Buchblogger, wie auch ich, verwenden in ihren Rezensionen die Titelbilder der besprochenen Bücher. Die  Verlage haben dagegen meist nichts einzuwenden, aber man sollte dennoch nicht vergessen, dass die Bildrechte beim Verlag liegen. Auf den Webseiten vieler Verlage (oft im Pressebereich) findet ihr Informationen darüber, ob Bloggern die Nutzung der Bilder gestattet wird oder nicht.

Als Beispiel die Angaben beim Bloggerportal vom Randomhouse:

“Cover können im Bloggerportal kostenlos heruntergeladen und in eine Rezension eingebaut werden. Der Zusammenhang mit dem Buch/Hörbuch oder eBook muss dabei eindeutig ersichtlich sein. Wichtig: Unter keinen Umständen dürfen Cover abgeändert werden oder einzelne Coverelemente für eigene Grafiken ausgeschnitten werden. Dies verstößt gegen das Urheberrecht und kann strafrechtlich verfolgt werden!”

Wenn ihr auf der Webseite des Verlags keine Informationen darüber findet, ob ihr die Titelbilder benutzen dürft, fragt im Zweifelsfall lieber nach!

Ich schreibe inzwischen auch an den Beginn jeder Rezension “© Cover / Titelbild: xyz-Verlag”, um zu kennzeichnen, dass die Bildrechte nicht bei mir liegen.

Zitate

Bei Zitaten sieht es ähnlich aus, auch hier könnt ihr auf den Webseiten vieler Verlage nähere Informationen darüber finde, ob und in welchem Umfang Zitate erlaubt sind, und Nachfragen kostet nichts. Als Beispiel wieder das Bloggerportal vom Randomhouse:

“Kurze Zitate bis max. 25 Wörter dürfen unter Angabe der Quelle (Autor, Titel, Verlag) kostenfrei genutzt werden. Bitte sprechen Sie den jeweiligen Bloggerbetreuer an, wenn Sie ein längeres Zitat verwenden möchten.”

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Vernetzung mit anderen Blogs

Ich verlinke in meinen Rezensionen immer gerne die Rezensionen anderer Blogs zum selben Buch. Dies ist für meine Leser interessant, falls sie noch weitere Meinungen zum Buch einholen möchten, und führt manchmal zu interessanten Gesprächen mit anderen Bloggern. Je mehr wir uns als Blogger gegenseitig vernetzen, desto besser ist es auch für uns selber!

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Hilfsmittel: Templates

Als Blogger schreibt man im Laufe der Jahre unzählige Rezensionen. Da ist es sehr hilfreich, sich einmal ein gutes Template anzulegen, so dass man Design und Aufbau einer Rezension immer direkt vorgegeben hat. Dazu schreibt man einmal einen “leeren” Beitrag mit dem gewünschten Design / Aufbau und kopiert sich dann den Quellcode (das HTML) heraus. Bei Blogger geht man dazu im Editor auf “HTML”, markiert alles und kopiert es:

Blogger HTML

Bei WordPress auf “Text”.

Wordpress HTML

[ Das Template, das ich momentan als Grundlage für meine Rezensionen benutze ]

Wärt ihr an Bloggertipps zu weiteren Themen interessiert? Wenn ja, an welchen?

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12 thoughts on “[ Blogtipps ] Tipps für (d)eine gute Buchrezension

    1. Ich habe selber erst vor kurzem angefangen, Wortliga ab und an zu benutzen, und stelle fest: oha, ich nutze VIELE Füllwörter, und auch zu Passivsätzen scheine ich zu neigen…

  1. Hi Mikka!

    Auch wenn ich selber für mich schon meine “Linie” für Rezensionen gefunden habe war es doch wirklich interessant zu sehen, wie du es machst und welche Tipps du geben kannst.
    Gerade die Aussage von NetGalley über das “Werbe-Banner” fand ich hilfreich 🙂 Ich schreibe zwar auch immer dazu, dass es ein Rezi-Ex ist, aber den Titel “Werbung” finde ich eben wegen den genannten Gründen überflüssig. (Ausnahmen natürlich, die du genannt hast)

    Wobei man ja aus einer Rezension keine Doktorarbeit machen sollte *lach* Aber ein bisschen Struktur hat noch nie geschadet 🙂
    Rezensionen die nur den Inhalt in breit gefächerter Form wiedergeben kann ich auch gar nicht leiden.

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Huhu Aleshanee,

      ja, ich schreibe auch nur dann #anzeige zu meinem Standardsatz für Rezensionsexemplare, wenn es zum Beispiel eine vom Verlag/Autor organisierte Blogtour ist, oder sowas wie die #hellosunshine-Kampagne von Blanvalet.

      LG,
      Mikka

  2. huhu liebe Mikka,

    danke Dir für Deinen sehr informativen Artikel. Ich rezensiere zwar schon sehr lange aber ich finde mich immer noch in einigen Punkten wieder die Du als “negativ” erwähnt hast. Im Zuge meines Umzugs und meiner Blognamensänderung werde ich vllt mal schauen dass ich an der Struktur auch etwas ändern kann. Ich bin immer sehr unsicher was andere lesen möchten und was ihnen wichtig ist. Ich persönlich zb mag keine so langen Rezensionen ich mags gern kurz und knapp aber da sind die Geschmäcker ja unterschiedlich.

    Deine Linktips werde ich auf jeden Fall mal testen vor allem das Plugin für WP. Apropo WP magst Du mir verraten womit du die Like Funktion hier eingefügt hast? ich suche noch nach so einem passenden Plugin bei mir.

    Ganz liebe Grüße
    Lari

      1. perfekt danke Dir, dann werd ich mal suchen gehen!

        Ps. Das Yast Seo ist toll das kannte ich noch gar ne – total spannend 🙂 Wirklich ein toller Beitrag von Dir!

        LG Lari

  3. Hallo Mikka
    Dein Beitrag ist sehr informativ für mich. Vor allem der Punkt “Rechtsschreibung” hat mich sehr weiter geholfen. Die Links zu den Seiten habe ich mir schon abgespeichert. Ich habe schon lange nach solchen Programm gesucht. Ich danke dir für die Links.

    LG Barbara
    My Book&Serie&Movie Blog

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