Lesegelaber

[ Lesegelaber ] Über das Verfallsdatum

Bücher Verfallsdatum

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich das Karussell immer schneller dreht.

Immer mehr Bücher erscheinen in immer kürzerer Zeit, oder so kommt es mir zumindest vor, und Autoren, die früher vielleicht alle zwei Jahre ein Buch herausgebracht haben, schreiben jetzt scheinbar wie am Fließband. Gut, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, zugegeben – aber in meinen Augen nicht viel. Auf dieses Thema, also Umfang und Frequenz der Buchproduktion., möchte ich jedoch erst in einem zukünftigen Lesegelaber näher eingehen, das muss ich noch gründlich recherchieren.

Worauf ich heute hinauswill, betrifft nicht die Rolle der Verlage oder Autoren, sondern unser persönliches Leseverhalten.  Also das von uns Bloggern, Bücherwürmern und Leseratten.

Mein Eindruck ist, dass sich dieses – und auch unser Konsumverhalten – zeitgleich mit der Beschleunigung der Buchbranche verändert. Der Zyklus von kaufen, lesen, kaufen, lesen wird zunehmend rasanter – wenn er nicht sogar umschlägt in kaufen, kaufen, kaufen, lesen, kaufen, kaufen, kaufen… Ob wir es da mit Ursache und Wirkung zu tun haben oder es eine zufällige Parallelentwicklung ist, lässt sich schwer abschätzen; sicher liegt es zum großen Teil auch einfach daran, dass wir uns gegenseitig anstacheln. Wir zeigen uns unsere Neuzugänge, sprechen ständig und überall über unseren SUB₁ und stecken uns gegenseitig an mit unserer Begeisterung. Aber, da bin ich mir sicher, so ganz unschuldig ist die Buchbranche daran nicht.

Um es mal mit Hannibal Lecter zu sagen: Wir beginnen, das zu begehren, was wir jeden Tag sehen. Und was wir jeden Tag sehen, sind gefühlt zwei Dutzend Neuerscheinungen.

Aber über den SUB₂ und den Hype₃ habe ich in vergangenen Beiträgen schon gesprochen, lassen wir diese also mal außen vor und kommen endlich zum Punkt:

Ist euch mal aufgefallen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Buch auch gelesen wird, mit dem Alter des Buches ständig sinkt?

Und mit Alter meine ich hier sowohl die Zeit seit Erscheinen des Buches als auch die Zeit seit Kauf des Buches.

Wie oft sieht man auf einem Blog einen Neuzugängebeitrag, nach dem zumindest ein Teil der vorgestellten Bücher auf Nimmerwiedersehen in der Versenkung verschwindet – was nach einem halben Jahr noch auf dem SUB liegt, hat anscheinend gute Chancen darauf, sich dort auf Dauer häuslich einzurichten. Ich muss zugeben, auf meinem SUB liegen noch Bücher von 2012 und 2013. Das ein oder andere ist vielleicht sogar noch älter.

Ich ertappe mich selber dabei, dass ich im Zweifelsfall neueren Büchern den Vortritt gebe.

Aber woran liegt das eigentlich? Ist es einfach die Begeisterung über das glänzende neue Spielzeug? Ist es eine Art von Übersättigung, weil hier inzwischen über 500 Bücher auf dem SUB liegen und die neusten Bücher einfach am präsentesten sind?

Zumindest zum Teil ist es in meinem Fall ein Symptom der Bloggeritis. Wenn ich vor meinem Regal stehe, auf der Suche nach dem nächsten Buch, das ich lesen möchte, nehme ich manchmal eines in die Hand, das vielleicht schon ein paar Jahre alt ist, und denke: Interessiert das überhaupt noch jemanden? Wenn ich es jetzt lese und rezensiere, bin ich damit nicht zu spät dran? Ich habe immer im Hinterkopf, irgendwo in einer Abstellkammer voller verquerer Gedanken, dass ich es meinen Lesern ‚schulde‘, meinen Blog aktuell und interessant zu halten. Was natürlich impliziert, dass ein älteres Buch keins von beidem ist.

Ich möchte betonen, dass diese Gedanken eher unterbewusst ablaufen.

Würde mich jemand fragen: „Darf ein Buchblogger auch mal ein Buch rezensieren, das schon ein bisschen älter ist?“, dann wäre meine Antwort „Natürlich! Dies ist ein Buch, du bist ein Buchblogger, Ende der Geschichte.“ Und dennoch stehe ich vor dem Regal und zögere.

Damit kommen wir zum Titel dieses Beitrags:  Es fühlt sich manchmal an, als hätten Bücher ein unsichtbares Verfallsdatum. Ein Höchstensblogbarkeitsdatum, sozusagen.

Aber was soll das eigentlich? Warum ist ein Teil von mir anscheinend darauf geprägt, dass nur ein neues Buch ein bloggenswertes Buch ist? Ich betone immer, dass ich kein Influencer sein will, sondern einfach eine Buchbloggerin, und dennoch fühle ich mich anscheinend als Teil der Marketingmaschine, die immer nur die topaktuellen Titel promotet. Versteht mich nicht falsch, Ich bin den Verlagen dankbar für die Rezensionsexemplare, und ich unterstütze Autoren und Verlage sehr gerne. Aber das Gefühl, dass ich mich selber einschränke bei der Auswahl meiner Lektüre, um immer etwas Neues bieten zu können, dass ich blindlings mitfahre auf diesem Karussell, das sich immer schneller dreht, gefällt mir nicht.

In letzter Zeit versuche ich, dem bewusst entgegenzusteuern.

Im Januar habe ich immerhin vier Bücher gelesen, die schon seit ein paar Jahren darauf warten, und ich will in Zukunft öfter nach Büchern greifen, die keine Neuerscheinungen sind.  Was natürlich nicht heißt, dass ich nicht auch über neue Bücher schreiben werde – aber eben nicht nur. Was ich anstrebe, ist eine gute Balance zwischen neu und alt.

Vor allem aber möchte ich gerne wieder mehr ins Auge fassen, was mich ursprünglich dazu gebracht hat, einen Buchblog zu starten: Ich wollte Bücher lesen, die mich begeistern, und über diese Bücher sprechen. Und ich wollte mich auch über Bücher austauschen, die mich nicht begeistern. Das Alter eines Buches interessierte mich damals eigentlich gar nicht.

Bücher sind im Prinzip des haltbarste Gut, dass man sich vorstellen kann. Auch, wenn sie im Regal Staub ansetzen, bleibt der Inhalt wahrhaft guter Bücher doch immer frisch. Der Schreibstil schimmelt nicht. Die Charaktere werden nicht ranzig. Der Spannungsbogen trocknet nicht aus. (Ein einzelnes physisches Exemplar kann zerstört werden, aber die Geschichte bleibt normalerweise erhalten.)

Dieses unsichtbare Verfallsdatum existiert nicht, oder zumindest nur in meinem Kopf, vielleicht in unseren Köpfen.

Bücher sind es wert, auch nach sechs Monaten, einem Jahr, fünf Jahren oder 20 Jahren gelesen zu werden.

Und ich bin Buchbloggerin. Ich werde von niemandem dafür bezahlt, dass ich lese und rezensiere, und deswegen steht es mir frei, nur das zu lesen, was ich will. Warum nutze ich diese Freiheit so wenig? Natürlich, wenn ich ein Rezensionsexemplar akzeptiere, dann gehe ich eine Verpflichtung ein, und da ist es Ehrensache, diese auch einzuhalten.

Aber ansonsten? Mein Blog, meine Bücher.


₁ Stapel ungelesener Bücher
₂ s.u. “Über die Schande”
₃ s.u. “Über den Hype

Bisherige Beiträge in der Rubrik ‘Lesegelaber’:

Über den Hype
Über das Belesensein
Über das Abbrechen
Über die Schande
Über die Trennung
Über den Unhaul
Über das soziale Lesen
Über die Diversität
Über die Leserille
Über den Leistungsdruck
Über das Verfallsdatum

_________________________
Liebe Grüße,
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21 thoughts on “[ Lesegelaber ] Über das Verfallsdatum

  1. Ich denke ein Problem dabei ist auch, dass Rezensionen von “alten” Büchern scheinbar nur wenige lesen wollen, weil sich wohl keiner das Buch mehr kaufen wird, weil es eben “alt” ist.
    Ich lese gern ältere Bücher, auch weil ich kaum neue Bücher kaufe, sondern tausche. Es ist mir dabei schon öfter passiert, dass es das Buch inzwischen schon gar nicht mehr zu kaufen gab… 🙁
    Nichtsdestotrotz blogge ich aus dem gleichen Grund wie Du, weil ich mich austauschen möchte und dabei ist mir das Alter eines Buches völlig egal 😉

    Liebe Grüße
    Kerstin

    1. Huhu Kerstin,

      ja, auch da gibt es so ein unsichtbares Verfallsdatum – eigentlich spricht ja nichts dagegen, Bücher zu kaufen, die nicht mehr brandaktuell sind! Das ist so ein Teufelskreis, bei dem beide Seiten, Leser und Blogger, alte Bücher nicht mehr anpacken. Ich finde auch öfter interessante Bücher im öffentlichen Bücherschrank, die sind ja meistens schon was älter. 2018 will ich davon auch mehr LESEN. 😉

      LG,
      Mikka

  2. *Ich habe immer im Hinterkopf, irgendwo in einer Abstellkammer voller verquerer Gedanken, dass ich es meinen Lesern ‚schulde‘, meinen Blog aktuell und interessant zu halten. *

    Ich schulde den Lesern exakt gar nichts. Komischerweise hatte ich Diskussion heute schon einmal, wenn auch mit etwas anderer Ausrichtung: https://passionofarts.com/2018/02/15/sag-mir-deine-meinung/

    Ich lese, was ich möchte, und nicht was die Leser möchten. Naja, und was an Rezensionsexemplaren hier rumliegt und *weg muss*. Die einzigen, denen ich in dem Sinne etwas schuldig bin, sind die Verlage. Ansonsten: Love it or leave it. Ob ein Buch neu oder alt ist, ist mir egal.

    1. Eigentlich weiß ich ja, dass das Blödsinn ist. Noch mal doppelt und dreifach, weil ich ohnehin regelmäßig über Bücher schreibe, die sicher nicht unbedingt den Lesegeschmack der Mehrheit treffen. Was spielt es dann noch für eine Rolle, ob das Buch neu oder alt ist? Ob ich jetzt “Das Wunder” von Emma Donoghue lese, das gerade mal 5 Rezensionen auf Amazon hat und auch auf den Blogs kaum besprochen wird, oder “Mein bist du” von Luke Delaney, das eben schon 4 Jahre alt ist, so oder so werde ich damit nicht allzu viele Leser erreichen.

      Deswegen ordne ich diese Gedanken ja auch gedanklich in die Abstellkammer, zusammen mit anderen, die im Grunde nicht dem entsprechen, was ich glaube, wenn ich rational darüber nachdenke. 😉

  3. ohh das ist ein sehr schöner Artikel Mikka. Ich kann es so nachvollziehen. Ich habe mir für 2018 (und wohl auch die folge Jahre) vorgenommen meinen Uralt-Sub (von 2012 an) zu bearbeiten – dort liegen gut 300 ebooks und warten aufs gelesen werden. Aber ich habe genau das selbe Gefühl, dass eine Rezi zu einem soooo alten Buch keinen Blogger mehr hinterm Ofen vorlockt.

    Meine eigene Erfahrung ist, dass man die meisten likes und Follower und Antworten bekommt, wenn man hyper aktuelle Bücher rezensiert. Das mache ich teilweise auch weil ich einiges an Rezi Exemplaren bekomme, aber nicht immer bin ich wirklich am Puls der Zeit weil ich mich dann verzettel und dann feststelle, dass 3 Wochen nach Erscheinen schon wieder kein Blogger nach dem Buch kräht.

    Oder es kommt dann ein müdes Gähnen, weil die Mehrheit der Blogger das Buch halt schon vor 5 Jahren gelesen hat. Ich werde nun aber sicher nicht anfangen nur aktuelles zu lesen, im Gegenteil ich hole ganz bewusst meinen SUB hervor der sehr alt ist und ich habe eine Aktion auf meinem Blog laufen wo Alte Bücher wieder hervorgeholt werden sollen bzw ihre Rezis dazu.

    Es lebe das Retro Bloggen!! 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Lari

    1. Huhu Lari,

      ich lese auch relativ viele Rezensionsexemplare, aber vieles davon trifft trotzdem nicht unbedingt den Nerv der Mehrheit… Ich lese immer seltener Jugendbücher oder YA/NA, auch Fantasy ist weniger geworden, und ich habe das Gefühl, dass das die Genres sind, die am meisten auf Interesse stoßen. Stattdessen lese ich mehr Krimis/Thriller, Gegenwartsliteratur und andere Genres. Und jetzt will ich dann halt auch mehr alte Bücher lesen – mal schauen, wie sich das auswirkt! Retro Blogging for the win? 😉

      LG,
      Mikka

  4. okay ja, da hast Du Recht. Nicht nur das Alter eines Buches ist entscheidend sondern auch das Genre. Da habe ich “Glück” ich bin aktuell total auf dem Mainstream Trip und verschlinge Fantasy, YA und Thriller. ABER wenn das nun alles kaum jemand lesen würde, dann würde ich trotzdem genau das lesen und verbloggen was MIR gefällt. Irgendwo da draußen gibt es sicher noch mindestens EINEN Blogger der genau so verquer liest wie ich und der sich über meine leseeindrücke freut, außerdem blogge ich mittlerweile viel zu gerne. 😉

    Aber ich bin auch wirklich gespannt wie meine alten Sub Bücher ankommen 😀

    Definitiv! Retro Blogging for the win!!! *tschakkkaaa*

    LG Lari

  5. Liebe Mikka,

    du triffst es mit *Höchstensblogbarkeitsdatum* auf den Punkt. Es ist so schade, dass man überlegt, welcher Blogbeitrag bzw welches Buch mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht. Natürlich ist es schön eine größeres Zielpublikum anzusprechen und damit “gesehen” zu werden. Doch der eigentliche Sinn des Lesens, nämlich Freude daran haben, kann da schnell hinten runter fallen.

    Die Spirale, die so schön beschreibst aus *kaufen-lesen-bloggen* dreht sich immer schneller und landet fast schon im Buchkaufrausch und manchmal auch mit Minus Saldo auf dem Konto. Kleinere Blogs werden mit Rezensionsexemplaren nicht so gut befeuert wie Große.

    Auch ich bin mit meinem heutigen Post von *Was man von hier aus sehen kann* viel zu spät dran und ich weiß, das dieser Blogpost nicht mehr viel Aufmerksamkeit bekommen wird, da die gesamte Buchbranche dieses tolle Buch schon gelesen hat. Und doch ist mein persönlicher Eindruck, mein persönlicher Blog und ich finde, dass jede Zeile zu einem guten Buch geschrieben werden sollte.

    Den Begriff *Retro Bloggen* finde ich auch toll !!! funktioniert 100%ig mit Klassikern der Literatur, welche ich immer lieber mag.

    Also wenn jemand ein Community mit RetroBloggen gründet, ich bin dabei ! 😉
    LG Anne

    PS: Bei meinem vorherigen Kommentar wurden Zeilen verschluckt .. sorry – deswegen nochmal 😉

  6. Hey Mikka,

    irgendwie hat die Feed-Adresse vom WordPress-Blog mich wieder auf deinen Google-Blog geleitet. Ganz komisch.

    Ich glaube, das ist ein ganz schwieriges Thema mit den Neuerscheinungen. Wir Buchblogger sind teilweise schon die Werbeplattform von Autoren und Verlagen. Auch wenn sich das jetzt schlimm anhört, es ist ja nunmal so. Und klar, wenn einem was angeboten wird, was sich gut anhört, dann nimmt man es. Egal, ob es einen Hype gibt oder nicht.
    Neuzugang ist für mich Neuzugang. Ganz egal, wann das Buch erschienen ist. Wenn ich es aus dem Bücherschrank gefischt habe, ist es dennoch für mich neu und wird so behandelt. Ich denke, das ist auch die Ansichtsache eines jeden Bloggers, die er für sich selber haben muss.
    Außerdem ist jedes Buch lesenswert, egal wie alt es ist. 😀

    Hab einen tollen Abend.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

  7. Hallo Mika,

    sehr interessanter Beitrag.
    Ich unterscheide mich da wohl von anderen Buchbloggern, weil ich weniger Neuerscheinungen lese. Ich glaube weniger als 20% der Bücher, die ich 2017 las, erschienen auch 2017.
    Ich habe prinzipiell nichts gegen sie, aber ich muss Bücher nicht immer sofort nach ihrer Erscheinung kaufen.
    Wenn ich mir neue Bücher kaufe, ist es mir total egal ob es dieses Jahr erschienen ist oder vor 20 Jahren. Ich gucke, ob es mich interessiert. Allerdings stört mich manchmal, wie stark auf Konsum dieser Fokus auf Neuerscheinungen ausgerichtet wird. Kaum wurde zu einer Neuerscheinung jede Menge Werbung gemacht, kommt schon die Nächste. Der Buchmarkt ist doch sehr schnelllebig geworden und viele Bücher werden schnell wieder vergessen.

    Was die Frage angeht, ob Rezensionen zu älteren Büchern überhaupt gelesen werden: Mein Blog hat nicht superviele Follower, weil ich stark Abseits des Mainstream lese, aber meine Rezensionen zu älteren Büchern werden gelesen und finde manchmal durchaus Anklang.
    Ich habe selbst Heute einem Beitrag zu einem ähnlichen Thema (Hypes) veröffentlicht und die Frage gestellt, ob Buchblogger nicht etwas abwechslungsreicher rezensieren könnten: https://reisenderbuecherwurm.com/2018/02/16/geplauder-mehr-abwechslung-bei-rezensionen-bitte/

    LG
    Elisa

  8. Huhu Anne!

    Ich versuche wirklich, mir das abzugewöhnen. Also, gar nicht mehr darüber nachzudenken, ob das Buch wohl „ankommt“ oder nicht. Denn wenn sich zum Beispiel alle denken „Oh, Rezensionen zu historischen Krimis will doch keiner lesen! “ , dann werden sich historische Krimis auch niemals auf Blogs etablieren können, auch wenn das Interesse eigentlich da wäre.

    Ich habe „Was man von hier aus sehen kann“ noch nicht gelesen. Dabei steht es auch schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste!

    Klassiker möchte ich auch wieder mehr lesen. Eine Zeit lang habe ich immer mal wieder ein gelesen, aber das wieder einschlafen lassen.

    Liebe Grüße,
    Mikka.

  9. Huhu Elisa!

    Ja, genau. Immer mehr Neuerscheinungen, immer schneller. Gerade bei Kinder- und Jugendbüchern finde ich sehr fatal, wie schnelllebig alles geworden ist, aber auch bei anderen Genres stört es mich.

    Deinen Beitrag werde ich mir auf jeden Fall ansehen! Ich versuche seit einiger Zeit, selber diverser zu lesen, also verschiedene Genres und verschiedene Themen, und dabei auch gerne Bücher, die nicht so dem Mainstream entsprechen.

    Liebe Grüße,
    Mikka.

  10. Ein anderer Blick auf das Thema von mir: Die Bücher werden zwar nicht schlecht, aber unser Geschmack und unsere Erwartungen an ein “gutes” Buch ändern sich. Nehmen wir beispielsweise Dystopien: Zu Beginn des Hypes konnte ich nicht genug von ihnen bekommen und habe ein Buch nach den anderen verschlungen. Nach einer Weile erkannte ich aber wiederkehrende Muster und meine Ansprüche für eine gute Dystopie wurden höher. Bereits gekaufte Bücher, die ich erst verspätet las, waren dann ziemlich fad und langweilig. So gesehen können Bücher also durchaus ein Verfallsdatum haben.

    Selbstverständlich gibt es auch jede Menge zeitlose Bücher. Aber die Mehrzahl gehört da nicht zu, da sie bereits bekanntes nur lediglich leicht variiert. Nicht nur deshalb bin ich davon abgekommen, einen größeren SuB vorzuhalten und sortiere mittlerweile ziemlich gnadenlos aus. Bringt ja nichts, wenn das Buch und ich nicht (mehr) zusammenpassen, weil ich mich weiterentwickelt habe.

    Dennoch lese ich auch ältere Bücher! Nur suche ich die mir aktuell aus 🙂

    1. Huhu Elena,

      das stimmt natürlich, ich habe letztens erst selber fast 100 Bücher und ebooks aussortiert! Aber was mir auffällt, ist halt, dass Bücher schon nach vergleichsweise kurzer Zeit zugunsten neuerer Bücher aufs Abstellgleis geschoben werden, und das nicht unbedingt immer, weil sich der Geschmack geändert hat. Für mich sind das sozusagen zwei verschiedene Paar Schuhe: ob ich jetzt aussortiere, weil sich der Geschmack geändert hat, oder ob ich die älteren Dystopien auf meinem SUB ignoriere, dafür aber neue Dystopien im genau gleichen Stil kaufe und lese. 🙂

      LG,
      Mikka

  11. Sehr schön, das nicht nur Kerstin und ich diese Gedanken haben!

    Ja, schneller ist ein gutes Stichwort! Ich denke nicht das es plötzlich mehr Bücher in kürzester Zeit gibt, durch das Internet sind sie nur einfach präsenter – es wird intensiv auf vielen Wege beworben. Und genau dann kommt die Frage auf “Was ist mit älteren Büchern” – haben die ein Verfallsdatum, sind nicht mehr gut genug. Wächst unser Anspruch als Vielleser*in?

    Wichtig finde ich, sich dies genau bewusst zu machen – ob nun Blogger*in oder nicht – und auch mal zu älteren Werken zu greifen. Die Plattform eines Blogs für alte und/oder unbekannte Titel zu nutzen! Das Thema immer wieder mal aufzugreifen

    Wünsch dir einen feinen Samstag!

    1. Huhu Janna,

      ich habe eben festgestellt, dass aufgrund von Leserunden, CHallenges, Rezensionsexemplaren und Co wieder nur drei Bücher auf der Leseliste für März stehen, die vom Erscheinungsdatum nicht brandneu sind (2014, 2015 und Anfang 2017) – und die sind dennoch ziemlich neu auf dem SUB… Ich glaube, es ist mal wieder Zeit für einen kompletten Annahmestopp, was Rezensionsexemplare betrifft.

      Ich wünsche dir bzw euch auch ein schönes Wochenende! 🙂

      LG,
      Mikka

  12. Hach, ich kann mich davon auch nicht freisprechen und lese eine Neuerscheinung, die sich vielleicht gar zum Hype entwickelt 😉 Finde ich aber auch gar nicht schlimm. Wichtiger finde ich es, sich darüber Gedanken zu machen und es in seinem Blog (wenn vorhanden) oder Leseverhalten umzusetzen. Gänzlich kommt man um solche Bücher nicht rum, aber ein feiner Mix ist gut (=

  13. Ich verstehe deine Gedanken dazu. Zwar lese ich kaum Neuerscheinungen, sondern größtenteils Bücher, die schon ein paar Jahre alt sind, aber ich blogge seltener darüber. Ich weiß auch, dass ich bloggen kann worüber ich möchte, aber ich denke (und weiß es auch, schließlich sehe ich die Statistiken), dass das Interesse für ältere Bücher sehr gering ist. Natürlich hält mich das nicht davon ab, ein Buch zu rezensieren, wenn ich es unbedingt möchte, aber ich da wäge ich dann doch eher ab, ob ich es nicht einfach lassen soll, weil es vielleicht niemand liest.
    Dabei lese ich auf anderen Blogs auch gerne über Bücher die nicht mehr aktuell sind und über die nicht aktuell auf jedem Blog berichtet wird. Da ist es ja umso wichtiger, darauf aufmerksam zu machen und Bücher zu empfehlen, die vielleicht schon fast in Vergessenheit geraten sind.

    1. Huhu!

      Oh ja, ich bin mir sicher, dass Rezensionen zu älteren Büchern weniger gelesen werden! Schade eigentlich, denn die meisten von uns Bloggern haben ja einen riesigen SUB und das bedeutet dann fast zwangsläufig, dass die Bücher schon nicht mehr “in” sind, wenn sie endlich gelesen werden…

      Ich glaube, ich mach da mal eine Aktion draus! Regelmäßige Rezensionen zu Büchern, die,sagen wir mal, mindestens drei Jahre alt sind. Mal überlegen, wie ich das nenne…

      LG,
      Mikka

      1. Ja, das stimmt. Irgendwie bleiben die älteren Bücher da leider immer zurück, ich versuche aktuell aber auch, das zu ändern und sie endlich zu lesen. Ob ich die alle rezensieren werde kann ich vorher aber nicht sagen, das entscheide ich dann wie immer spontan.
        Deine Aktion würde mich aber wirklich interessieren, wenn du das umsetzen solltest 🙂

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