Rezensionen

[ Rezension ] “Anne, rette mich!” von Mia Bruckmann

Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir von der Autorin für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt.

| Handlung |


Der erste Fall für Kriminalhauptkommissarin Anne von Hohenstedt Stuttgart: Ein Anruf am frühen Morgen reißt Anne aus dem Bett. Eine junge Frau wurde tot im Rosensteinpark gefunden. Was anfänglich nach einem Routinefall aussieht, entwickelt sich rasch zum Wettlauf gegen die Zeit. Eine weitere Frau, die der Toten verblüffend ähnlich sieht, verschwindet. Wird Anne von Hohenstedt es schaffen, den Täter rechtzeitig zu stellen, um das Leben der alleinerziehenden Mutter, Leonie Kettler, zu retten? Dank der tatkräftigen Unterstützung ihres Teams scheint die Lösung nahe zu liegen. Dann stockt der Fall. Nun ist es Zeit für das so genannte Ritual, das Anne und ihre Zwillingsschwester Eva in ausweglosen Situationen praktizieren. Kurz danach steht Anne vor einem brisanten Interessenkonflikt. Ist nun alles verloren?
(Klappentext)


| Meine Meinung |


Mia Bruckmann liefert mit diesem Krimi einen sehr vielversprechenden Debütroman ab, der spannend konstruiert ist und auch die ein oder andere wirklich unerwartete Wendung zu bieten hat. Besonders die Auflösung wartet mit einem echten Überraschungsmoment auf, mit dem ich so niemals gerechnet hätte!

An dieser Stelle muss ich jedoch auch meinen ersten Kritikpunkt aussprechen: die Person des Täters an sich ist für mich zwar durchaus glaubhaft, schlüssig und überzeugend, und er hat eine Besonderheit, die der Geschichte im Rückblick eine ganz andere Wendung gibt –  aber in der Szene, in der der Täter erstmals erkannt und konfrontiert wird, geschieht etwas mit ihm, was für mich die Grenzen der Glaubwürdigkeit überschreitet. Leider ist es mir nicht möglich, das zu genau zu erläutern, um die Spannung nicht schon vorwegzunehmen, aber das, was geschieht, ist in meinen Augen physiologisch unmöglich.

Abgesehen davon finde ich die Auflösung aber sehr gelungen, insofern hat es mich nur kurz irritiert.

Es gibt allerdings noch eine andere Sache, bei der ich mich schwertat, sie einfach zu glauben. Und zwar ist Ermittlerin Anne ein eineiiger Zwilling und hat natürlich eine sehr enge Bindung zu ihrer Schwester. Aus Filmen, Dokumentationen und Büchern ist ja hinlänglich bekannt, dass diese Bindung so eng sein kann, dass sie fast schon übernatürlich erscheint: Zwillinge treffen unabhängig voneinander ähnliche Entscheidungen, erkranken an ähnlichen Krankheiten und wissen einfach, wenn dem anderen etwas zugestoßen ist… Hier geht das Übernatürliche indes über den Schein hinaus.

Anne und ihre Schwester können über Gedanken telepathisch kommunizieren. Sie übermitteln nicht nur Emotionen und vage Eindrücke, sondern wirklich ganz konkret vollständige Sätze.

Zitat:
„Anne“, wurden Evas Gedanken eindringlicher, „bitte melde dich doch!“
„Ich bin da“, klang plötzlich Annes vertraute Stimme in Evas Kopf, „wo bist du?“

Meistens ist auch das für die Handlung nur nebensächlich relevant, so dass man als Skeptiker darüber hinwegsehen kann. Aber es gibt auch Szenen, in denen es den Verlauf der Handlung beeinflusst, und in diesen Szenen hat es mich gestört. Was soll ich sagen, bei Krimis und Thrillern bin ich einfach ein gnadenloser Realist…

Bei aller Skepsis fand ich das Buch trotzdem spannend und unterhaltsam und habe es in nur zwei Tagen durchgelesen. Die Autorin hat ein besonderes Talent für Verfolgungsjagden! Auch der Schreibstil konnte mich nach kurzer Eingewöhnungsphase überzeugen, er ist sehr bildlich und lebhaft, beschreibt besonders die Ortschaften wunderbar und baut viel Atmosphäre auf.

Die Charaktere sind bunt und vielfältig, und ich fand sie gut und lebendig geschrieben. Besonders Anne und ihr Kollege Berti waren mir sehr sympathisch, auch wenn sie beide einen kleinen Kurs vertragen könnten, wie man Angehörigen schlechte Nachrichten überbringt… Manchmal geht ihnen das Feingefühl wirklich komplett ab, zum Teil mit fatalen Folgen.

Zitat:
„Ja, ja“, rief er aufgeregt, „haben sie meine Frau endlich gefunden? “
„Wir sind uns nicht ganz sicher“, ergriff der Mann das Wort.
„Nun, wir haben eine Frau gefunden. Sie hatte allerdings keine Papiere bei sich“, erklärte die Kommissarin.
„Na, dann fragen sie sie doch einfach.“, entgegnete [er] unwirsch.
„Täten wir ja gerne“ , entgegnete der Almöhi, „leider ist sie tot.“

Die verschiedenen Ermittler, ihre Familien und ihr ganzes Umfeld sind eine interessante Kombination und damit auch eine interessante Grundlage für diesen und vielleicht noch weitere Krimis.


| Fazit |


Eine junge Frau wird tot aufgefunden, eine andere, die ihr verblüffend ähnlich sieht, wird entführt. Damit ist klar: die Polizei hat es mit einem Serientäter zu tun, und ein Verdächtiger ist schnell gefunden. Genauso schnell ist jedoch klar,  dass die Dinge nicht so einfach sind, wie sie scheinen. Ermittlerin Anne von Hohenstedt und ihr Team haben es mit einem Täter zu tun, der so skrupellos wie unerwartet ist.

Das Buch hat mich überwiegend gut unterhalten, ich tat mich jedoch schwer damit, manche Dinge zu akzeptieren. So haben Anne und ihre Schwester Eva die Fähigkeit, telepathisch in ganzen Sätzen zu kommunizieren, was für mich schwer zu glauben war. Dennoch fand ich die Geschichte durchaus spannend.


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B-F-E
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Wertung3 von 5 Sternen
TitelAnne,rette mich!
Originaltitel
Autor(in)Mia Bruckmann
Übersetzer(in)
Verlag*Independently published
Seitenzahl*384
Erschienen am*3. November 2017
GenreKriminalroman
* bezieht sich auf die abgebildete Ausgabe des Buches

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