Montagsfrage

[ Montagsfrage ] Bücher abbrechen

Montagsfrage alt

Die Montagsfrage war ursprünglich eine Aktion von paperthin und wurde Anfang 2014 von libromanie übernommen (beide Blogs gibt es nicht mehr). Ende 2014 fand sie dann ein neues Zuhause bei Buchfresserchen, wo sie auch heute noch veranstaltet wird.

Jeden Montag gibt es eine ‘buchige’ Frage, und wer teilnehmen möchte, hat dann bis zum nächsten Montag Zeit, die Frage zu beantworten.

Die Frage dieser Woche:

Hast du schon einmal ein Buch abgebrochen oder kämpfst du dich auf jeden Fall bis zum Schluss durch?

Lange Jahre habe ich es einfach nicht über mich gebracht, ein Buch abzubrechen. Irgendwie packte mich da zum einen das schlechte Gewissen, und zum anderen dachte ich mir, dass das Buch doch unmöglich soooo schlecht sein konnte. Immerhin hatte es den Verlag überzeugt, und da arbeiten doch Leute, die wissen müssen, was gut ist! Ich musste ich erst von der Vorstellung lösen, dass es für mich als Leserin nicht in Ordnung ist, rein nach meinem subjektiven Empfinden ein Buch abzubrechen.

Erschwerend kommt noch dazu, dass viele meiner gelesenen Bücher nun Mal Leseexemplare sind. Da fühle ich mich verpflichtet, das Buch zu lesen, um eine faire Rezension schreiben zu können.

Aber über genau dieses Dilemma habe ich einen ausführlichen Beitrag in meiner Rubrik ‘Lesegelaber’ geschrieben!

Inzwischen habe ich beschlossen, mich nicht mehr durch ein Buch zu quälen, wenn es auch nach 100 Seiten immer noch eine Qual ist.

Wenn es ein Leseexemplar sein sollte, werde ich mich natürlich erst mit dem Verlag absprechen.

Seitdem ich das beschlossen habe, habe ich tatsächlich erst ein Buch abgebrochen, und das war ein unverlangt eingesandtes Rezensionsexemplar, mit dem ich wirklich dermaßen gekämpft habe, dass eine vernünftige Rezension gar nicht mehr möglich gewesen wäre.

Wobei ich nicht unbedingt sagen will, dass das Buch schlecht ist – aber für mich war es definitiv nicht das Richtige.

Loading Likes...

20 thoughts on “[ Montagsfrage ] Bücher abbrechen

    1. Bisher hatte ich das nur bei unverlangt eingesandten Rezensionsexemplaren, und da hatte ich mich im Grunde ja zu nichts verpflichtet, weil ich das Buch gar nicht angefragt hatte. Aber ich schreibe dem Verlag dann trotzdem eine Email, in der ich begründe, warum ich das Buch abbreche, und bisher kam da immer Verständnis. Ich glaube, den Verlagen ist es lieber, man bricht ab, als aus Frust einen Verriss zu schreiben!

      Ich habe letztens ein Buch von einer anderen Bloggerin bekommen, die es abgebrochen hatte und mit dem Verlag abgesprochen, dass ich das Buch stattdessen lese und rezensiere. Da hat der Verlag dann sogar im Endeffekt gesagt, das wäre nicht nötig, aber wir haben es dann trotzdem so gemacht.

  1. Hallo, Mikka!
    (Ich wusste gar nicht, dass du jetzt auch einen WordPress-Blog hast. Das ist schön! 🙂 )
    Ich bekomme nur selten Leseexemplare zugesendet oder angeboten, ich habe deshalb auch nicht viel Erfahrung damit. Ich lese allerdings diese wenigen seltenen Exemplare auch durch, wenn sie mir nicht gefallen. Auch wenn ich mich durchquälen muss.
    Ansonsten quäle ich mich nicht. Ich lege ein Buch schnell mal zur Seite, wenn ich das Gefühl habe, dass jetzt einfach nicht die Zeit dafür ist und etwas anderes besser wäre. Das bedeutet zwar, dass der SuB hoch ist, aber Bücher werden ja nicht schlecht. 😉
    LG, m

  2. Obwohl ich mir das Recht schon nehme, ein Buch nicht zu Ende zu lesen, bin ich auch einfach viel zu neugierig, um ein Buch tatsächlich abzubrechen. Im Laufe der Jahre werde ich auch bei der Buchauswahl besser und weiß schon meistens vorher, ob mir ein Buch gefallen wird oder nicht. Da gibt es nicht so oft böse Überraschungen. Zum Glück.

    Wenn man aber echt genervt ist von einem Buch, dann gibt es wirklich keinen Grund, seine Lesezeit damit zu verschwenden. Schließlich ist das unser Hobby und soll in erster Linie Spaß machen.

    Ich glaube, auch Verlage haben bei Rezensionsexemplaren Verständnis dafür, dass bei manchen Büchern manchmal einfach der Funke nicht überspringt. Und wenn man sich durch ein Buch quälen muss, dann kommt sicher keine Rezension dabei heraus, die der Verlag gerne liest.

    LG Gabi

  3. Huhu m,

    den WordPress-Blog hab ich auch noch nicht lange! Aber ich bin schon sehr angetan von den Möglichkeiten, die man hier hat. 🙂

    Bei Leseexemplaren war es für mich eigentlich auch immer klar, dass ich sie auf jeden Fall lese, aber das Leseexemplar, das ich vor kurzem abgebrochen habe, ging einfach nicht.. Ich habe es mehrmals versucht, ich habe mir sogar das Hörbuch gehört, aber es zog sich wie Kaugummi. Dazu kam ja auch noch, dass es unverlangt hier eingetrudelt ist und ich es gar nicht angefragt hatte.

    Ja, das ist das Gute am SUB, der verstaubt zwar, aber er verschimmelt nicht. 🙂

    LG,
    Mikka

  4. Huhu Gabi,

    ich habe auch das Gefühl, dass es inzwischen viel seltener vorkommt, dass es ein Buch durch meine Vorauswahl schafft, dass mir dann nicht gefällt!

    Ja, die Verlage haben da wirklich meist Verständnis, würde ich sagen. Allerdings erwarten sie dann schon zumindest eine Rückmeldung, denke ich! 🙂

    LG,
    Mikka

  5. Hallo Mikka,
    ich breche ganz selten Bücher ab und GsD musste ich bisher auch noch kein Rezensionsexemplar abbrechen. Mag sein, dass mir die Handlung belanglos vorkommt oder das Buch schlecht geschrieben ist, aber das stört mich weniger als ausschweifende, nichtssagende zähe Beschreibungen, die es mir erschweren der Handlung überhaupt zu folgen. Aber wenn ich ein Buch abbreche, dann habe ich zumindest die ersten 100 Seiten gelesen und entschieden, dass es sinnlos ist, weiter zu lesen.
    Aber das ist selten der Fall.
    Und dass Verlage nicht unbedingt immer gute Bücher herausbringen habe ich auch gelernt.
    😉
    Liebe Grüße
    Martin

  6. Hallo Martin,

    bei Leseexemplaren bin ich normal auch eisern, aber nicht, wenn sie unverlangt eingesandt wurden. Ich meine, ich freue mich ja, wenn ich Überraschungspost von einem Verlag bekomme, aber nicht immer trifft das Buch dann auch meinen Geschmack. Hier liegt zum Beispiel noch ein Karton mit einem pinken Buch und pinken Handschellen und jeder Menge anderem pinken Kram – der erste Band der “Daniela Katzenberger Krimi Edition”. Ich werde ihm eine Chance geben, aber ich hege schlimmste Befürchtungen, dass es mein zweites Abbruchbuch der letzten Jahre werden könnte.

    LG,
    Mikka

    1. Hallo Mikka,
      wie ich auf unverlangt eingesendete Rezensionsexemplare reagieren würde weiß ich nicht, das Vergnügen hatte ich noch nicht.
      Und was die Katzenberger anbelangt…vielleicht sind die Krimis ja besser als es der erste Schein vermuten lässt…oder man muss vorher das ein oder andere Glas Feuerzangenbowle trinken…
      LG
      M
      (ich weiß allerdings nicht, ob ich das Buch freiwillig lesen würde…mich schreckt schon das Äußere ab)

  7. Hallo Barbara,

    danke für deinen Besuch! Ich habe schon gesehen, dass du auch auf meinem Blogspot-Blog vorbeigeschaut hast und werde gleich deinen Blog besuchen. 🙂

    LG,
    Mikka

  8. Hallo Mikka,

    den Gedanken “Ein Verlag hat das aufgenommen, so schlecht kann das ja gar nicht sein” habe ich auch manchmal. Ich bestelle mir ja auch ein paar Buchboxen und in meiner ersten FairyLoot war ein Buch drin, was ich leider gar nicht mochte (Wicked Like A Wildfire). Da habe ich mich persönlich auch gefragt, wie das Buch es in die Box geschafft hat. Schlechte Bücher werden ja eigentlich selten in Buchboxen aufgenommen. Aber die Meinung in der FairyLoot Gruppe war dazu auch echt gespalten – entweder man hat das Buch geliebt oder absolut gar nichts damit anfangen können. So unterschiedlich können die Geschmäcker sein 😉
    Am liebsten hätte ich hier auch abgebrochen, aber es hieß von allen Seiten “es wird besser” und ich habe mich bis zum Ende durchgequält… Ob es das für mich Wert war, wage ich zu bezweifeln.

    Ich unterstütze dich daher vollkommen in deinem Vorhaben Bücher auch mal abzubrechen, wenn man sich bereits zu Anfang quält. Manchmal will es einfach nicht klicken 🙂

    Liebe Grüße
    Anja

  9. Hallo m,

    vielleicht sollte ich den Katzenberger-Krimi an Sylvester lesen – das ist so ziemlich der einzige Tag im Jahr, an dem ich Alkohol trinke! (Abgesehen vom Ouzo beim Griechen.) So oder so werde ich noch über das Buch schreiben, glaube ich!

    Hallo Anja,

    klingt so, als wäre deine Erfahrung mit “Wicked like a Wildfire” so ähnlich wie meine bei “Moon Chosen”. Da haben mir auch mehrere Leute gesagt, das würde noch richtig genial werden, und ich… Fand es furchtbar. Und grenzwertig, fast schon rassistisch.

    Aber schade, “Wicked like a Wildfire” klingt vom Klappentext her so gut!

    LG,
    Mikka

  10. Hallo Mikka,
    wir kennen uns schon von der anderen Seite…
    Und die Dilemmata, die du hier beschreibst kenne ich auch. Ich habe auch an jedem Buch, das ich gelesen habe, ein gutes Haar gesucht, weil ich dachte: Irgendjemandem hat es doch gefallen, da muss doch was dran sein. Aber irgendwann bin ich da drüber hinweg gekommen. Manche Verlage wolle einfach Geld machen und nehmen Skripte, die einen Titel und ein Thema haben, die sich verkaufen lassen. Ich suche zwar immer noch nach dem Guten, aber ich scheue mich auch nicht mehr davor, etwas komplett zu verreißen. Vielmehr schüttele ich heute den Kopf und denke mir: Wenn die das schon veröffentlicht haben, was haben die dann abgelehnt? Zur Ehrenrettung der Verlage muss man sagen: Manchmal zahlen die einen Vorschuss für eine gute Romanidee, und veröffentlichen es aus Zwang, auch wenn es sich nicht mehr retten lässt.
    Insofern: Nur Mut auch mal das Ende zu verweigern, fühl die zu nichts verpflichtet. Die Verlage trauern keinem nicht erschienenem Verriss nach. Aber eine Warnung für die Leser wäre vielleicht ganz nett.
    Bei den Rezensionsexemplaren stimm ich dir zu, da habe ich höchstens das Problem, dass ich mich mit dem Zeitmanagement verschätze (eine herzliche Entschuldigung an die Verlage, wenn es länger dauert, an dieser Stelle). Aber wenn ich ungefragt und zusammenhangslos etwas zu geschickt bekomme, dann bin ich gleich skeptisch. Ich kann mir deine Leseerfahrung also gut vorstellen. Da braucht auch niemand ein schlechtes Gewissen zu haben.
    In diesem Sinne: Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher, denn es gibt so viele gute!

  11. Hallo Thilo,

    stimmt, da habe ich gar nicht dran gedacht, dass viele Bücher ja schon aufgrund der Idee akzeptiert werden, vor allem, wenn es ein Autor ist, der bereits erfolgreiche Bücher veröffentlicht hat.

    In den letzten Jahren habe ich auch das Gefühl, dass erfolgreiche Autoren regelrecht ausgeblutet werden, indem man sie wie am Fließband einen Roman nach dem anderen veröffentlichen lässt. Mir fällt da Sebastian Fitzek ein: die ersten Bücher kamen im Jahresrhythmus, und jetzt? Auf “Das Paket” folgte nach nur 5 Monaten “AchtNacht”, und auf das nach 7 Monaten “Flugangst 7A”. Tut seinem Schreibstil eines Erachtens nicht gut; die letzten zwei Bücher, die ich von ihm gelesen habe, lasen sich für mich wie nach Schema geschrieben.

    Ja, das mit dem Zeitmanagement bezüglich Rezensionsexemplaren kenne ich. Ich habe deswegen vor geraumer Zeit beschlossen, keine mehr anzunehmen, und habe das sogar ein Jahr oder so durchgehalten. Vor ein paar Monaten hatte ich Lust darauf, es wieder zu versuchen, mit dem Ergebnis, das sich hier wieder welche stapeln, die ich nach meinem Plan eigentlich schon längst gelesen haben sollte. 2018 werde ich das wieder deutlich runterfahren.

    LG,
    Mikka

Comments are closed.